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Szenenfoto SFD-Dokfilm "Ackerstraße"

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Szenenfoto SFD-Dokfilm "Rentnerwohnung"

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Setfoto mit Thomas Eichberg (l.) und Holger Metzner

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12.03.15, 18:00, Berlin, Bundesstiftung Aufarbeitung: "Der heimliche Blick. Wie die DDR sich selbst beobachtete" (D 2015)

Vorpremiere des Dokumentarfilms von Alumnus Thomas Eichberg und Holger Metzner. 

mit Thomas Heise (Regie 1982), Peter Badel (Kamera 1981), Holm-Henning Freier (Filmwissenschaft 1980) als Protagonisten.

Zwischen 1970 und 1986 entstanden bei der „Staatlichen Filmdokumentation“ (SFD) am DDR-Filmarchiv etwa 300, nicht für die Öffentlichkeit gedachte Filme. Offizieller Auftrag des Kulturministeriums an die Filmgruppe war es, eine Dokumentation des sozialistischen Staates für die Zukunft zu schaffen. SFD-Filme sollten die DDR vollständiger zeigen als die zensierten Medien es taten: Nicht Agitation war das Ziel, sondern Information.
Gefilmt werden sollte, was in den Produktionsplänen von DEFA und Fernsehen nicht vorkam, was in der DDR-Gesellschaft zu verschwinden drohte, was in der Öffentlichkeit als unerwünscht, ja sogar als tabuisiert galt. Dieser ungewöhnliche Auftrag war nur möglich, weil die Filme der Staatlichen Filmdokumentation nicht für die Zuschauer von Heute gedacht waren, sondern für die Zuschauer von Morgen: Erst spätere Generationen sollten die "ganze" DDR sehen und dann, so die Hoffnung, auch offen über Probleme und Widersprüche sprechen können. Bis dahin waren SFD-Filme, bis auf eine Handvoll von Ausnahmen, geheim und nicht für die Öffentlichkeit gedacht. Noch 1989 gehörten sie zum Sperrmaterial des DDR-Filmarchivs. Die Staatliche Filmdokumentation zeichnete „blinde Flecken“ der DDR-Medien auf, darüber hinaus aber auch eine Vielzahl von Lebens- und Alltagsgeschichten: SFD-Filme hielten Biographien von Menschen fest, die auf der mittleren Ebene der Macht die Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft der DDR geprägt hatten, aber auch ganz alltägliche Lebensläufe. Besonders mit der „Berlin-Totale“ entstand eine Filmreihe, die den Alltag der DDR aus ungewohnten Blickwinkeln zeigte - den Alltag arbeitender Menschen, Familien- und Wohnalltag, verschiedene soziale Gruppen vom Rentnerehepaar bis hin zur kinderreichen Familie, auch Alltag außerhalb der sozialistischen Normen. Im Jahr 1986 wurde das einmalige Filmexperiment der Staatlichen Filmdokumentation schließlich abgebrochen: Am Ende war das Misstrauen der Partei zu groß geworden, dass SFD-Filmemacher die Grenzen des politisch Erlaubten überschritten hatten.
Die EichbergFilm-Dokumentation „Der heimliche Blick - Wie die DDR sich selbst beobachtete“ entstand im Auftrag des RBB und bietet erstmals die Gelegenheit für eine umfassende Darstellung der Arbeit der Staatlichen Filmdokumentation. (Anne Barnert)

Trailer

Das anschließende Filmgespräch - u.a. mit Mitautor Thomas Eichberg - moderiert Dieter Wiedemann, Alumnus und bis 2012 Präsident der Filmuniversität.

Eine Veranstaltung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, des
Rundfunk Berlin-Brandenburg und 

Flyer

Bundesstiftung Aufarbeitung
Veranstaltungssaal
Kronenstr. 5
10117 Berlin

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