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Claus Neumann am Set von "Wahlverwandschaften" (DDR 1974), Bild: DEFA-Stiftung / Klaus Goldmann

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Claus Neumann mit Rainer Simon (l.) Mitte der 1970er am Set von "Till Eulenspiegel", Bild: DEFA-Stiftung

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Claus Neumann am Set von "Bockshorn" Mitte der 1980er Jahre, Bild: Klaus Goldmann

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Claus Neumann am Set von "Felix und der Wolf" (DDR 1988), Bild: DEFA-Stiftung / Klaus Goldmann

"Und er konnte stur sein, wenn ihm der Himmel nicht gefiel, wurde eben nicht gedreht ..."

24.03.2017

Rainer Simon erinnert sich an seinen Kommilitonen, Kameramann und Freund Claus Neumann. Unser Alumnus starb bereits im Februar im Alter von 79 Jahren.

Erst kürzlich erfuhr ich, dass schon im Februar der Kameramann Claus Neumann verstorben ist. Wir kannten uns schon aus Filmhochschulzeiten. Als Operateur fiel er mir das erste Mal auf bei Ibrahim Shaddads großartigem Diplomfilm "Jagdpartie" aus dem Jahre 1964 auf. Claus, den schon damals alle Paule oder Paulchen nannten, zauberte dafür in der Nähe von Potsdam Bilder afrikanischer Landschaften, die mir bis heute in Erinnerung geblieben sind. Daraufhin verpflichtete ihn Ralf Kirsten von der Hochschule weg für den Barlachfilm "Der verlorene Engel", wo ich Regieassistent war. Claus fotografierte ihn in exzellentem Schwarz-Weiß. Der Film fiel 1965 dem berüchtigten 11. Plenum Ende zum Opfer, ebenso wie unsere erste geplante gemeinsame Arbeit "Die Moral der Banditen", für die wir schon auf Motivsuche gewesen waren und Probeaufnahmen gemacht hatten. Also kamen wir erst 1968 bei "Wie heiratet man einen König" zusammen. Es waren die Zeiten, wo wir jeden Abend im Babelsberger Ratskeller zusammen saßen, um für den nächsten Drehtag die Szenen umzuschreiben, damit sie der Kritik unseres Hauptdarstellers Eberhard Esche standhielten. Außerdem waren wir jungen Kerle alle in unsere schöne Bauerntochter Cox Habbema verliebt, aber die war ja mit Esche liiert. Es folgten die Filme "Gewöhnliche Leute" mit Heidemarie Wenzel und Manfred Karge, "Männer ohne Bart" mit Hermann Beyer und Käthe Reichel und schließlich der "Till Eulenspiegel" mit Winfried Glatzeder, Cox Habbema, Jürgen Gosch. Claus war ein Kameramann, dem die Schauspieler vertrauten und ich als Regisseur vertraute ihm auch. Und er konnte stur sein, wenn ihm der Himmel nicht gefiel, wurde eben nicht gedreht, heute undenkbar. Als ich meinen nächsten Film vorbereitete, war Claus leider schon anders verabredet, denn die Regisseure rissen sich um ihn, Roland Gräf, Siegfried Kühn. Lothar Warneke, Ulrich Weiß.... So kam ich mit Roland Dressel zusammen, und dabei blieb es dann auch. Immerhin hatte ich das Glück, mit den beiden für mich besten Kameraleuten der DEFA meine Filme drehen zu können.

Rainer Simon, März 2017

Die Urnenbeisetzung findet am 21. 04. 2017 um 13:00 Uhr in der Kapelle des Auferstehungsfriedhofs in Berlin-Weißensee statt.

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