STUDIENGANG FILM- UND FERNSEHPRODUKTION: FORSCHUNGSRELEVANTE DIPLOM- UND VORDIPLOMARBEITEN

Perspektiven europäischer Koproduktionen, auf Basis der bilateralen Koproduktionsabkommen und der European Convention on Cinematographic Co-Production am Beispiel von Deutschland und Großbritannien.
Von Daniela Terberl. Diplomarbeit betreut von Professor Dr. Klaus Keil.
Die Fragestellung, die dieser Arbeit zu Grunde liegt, bezieht sich zum einen auf die kulturpolitischen Zusammenhänge, die die Rahmenbedingungen vorgeben, innerhalb derer heute Koproduktionen in Europa realisiert werden. Zum anderen zielt sie ab auf die Darlegung und Erläuterung der ökonomischen Faktoren, die europäische Koproduktionen bedingen können. Hierbei konzentriert sich Daniela Terberl exemplarisch auf Koproduktionen zwischen Deutschland und Großbritannien, die auf der Basis eines bi- oder multilateralen Koproduktionsabkommen entstehen. Wie definiert sich „europäische Koproduktion“ im Rahmen der kulturellen und wirtschaftlichen Filmfördermaßnahmen der Europäischen Union, Deutschlands sowie Großbritanniens und welche sind die Werkzeuge, mit denen operiert wird?

Die Schweiz als Koproduktionsland: Schwierigkeiten und Vorteile einer europäischen Film- und Fernsehproduktion am Beispiel der Schweiz.
Von Dorothee Beinemeier. Diplomarbeit betreut von Samir Jamal Aldin.

Goethe-Institut e.V.: Weltvertrieb für deutsche Filme?: Das Goethe-Institut als kultureller Botschafter des deutschen Films im Ausland und dessen aktuelle Zusammenarbeit mit German Films und den deutsche Weltvertrieben.
Von Tobias Mosig. Diplomarbeit betreut von Professor Dr. Klaus Keil.
Als weltweit tätiges Kulturinstitut Deutschlands ist das Goethe-Institut seit mehr als 50 Jahren mit der Präsentation deutschen Filmschaffens in über 80 Ländern aktiv und unterstützt oder initiiert Filmfestivals. Mit etwa 25.000 Filmvorführungen werden jährlich bis zu zwei Millionen Zuschauer erreicht. Damit ist der Film von allen durch das Goethe-Institut vertretenen Kultursparten das am häufigsten eingesetzte Medium. Nur ist dies in Deutschland kaum bekannt. Ebenso wenig bekannt ist die Interaktion des Goethe-Instituts mit GERMAN FILMS (vormals Export-Union des Deutschen Films) und den deutschen Weltvertrieben auf dem Gebiet der gewerblichen wie nicht-gewerblichen Filmarbeit. Daraus ergeben sich Gemeinsamkeiten, Kooperationen, Abgrenzungsprobleme, Doppelungen, Spannungen, aber auch erhebliches Exportpotenzial und zunehmende Verkaufschancen für deutsche Filme. Obwohl diese Thematik eine enorme Relevanz für die internationale Auswertung und Präsenz des deutschen Films besitzt, gibt es bislang keinerlei Untersuchung, keine Studie, keine Evaluierung. Hier liegt das Verdienst des Autors: Er macht dies erstmals transparent und stellt die entscheidenden Gretchenfragen: Steht der kommerziellen Filmarbeit die kulturelle entgegen (oft behauptet - nie belegt)? Und: Fördert die kulturelle Filmarbeit den kommerziellen Verkaufserfolg? Mit diesem Buch trägt der Autor zur Transparenz der kulturellen Filmarbeit des Goethe-Instituts und speziell zu dessen Kooperation mit GERMAN FILMS sowie den deutschen Weltvertrieben bei. Diese ist ein Gewinn für die Präsenz, das Ansehen und das Interesse am deutschen Film im Ausland. Zusammen mit GERMAN FILMS und den Weltvertriebsunternehmen wird so das Exportpotenzial des deutschen Films gefördert.

Die Entwicklung eines TV-Sendekonzeptes zu dem bestehenden Printmedium EMOTION.
Von Benjamin Seikel. Diplomarbeit betreut von Professor Wolfgang Tumler.

Digital Rights Management: seine Bedeutung und Auswirkung auf neue Vertriebsformen von Kinospielfilmen.
Von Janine Barth. Diplomarbeit betreut von Thomas Menne.
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Digital Rights Management in Verbindung mit sich durch die Digitalisierung neu ergebenden Distributionsmöglichkeiten digitaler Filminhalte, insbesondere von Kinospielfilmen. Es werden Grundlagen und der Status Quo des Digitalen Zeitalters in Form eines historischen Überblicks erörtert. Danach erfolgt die Darstellung der derzeitigen Situation von neuen aktuellen Vertriebswegen mit Schwerpunkt Digitales Kino und Video-on-Demand sowie ferner Mobile-Entertainment und IPTV. Im folgenden Teil wird auf die Begriffsexplikation des DRM mit grundlegenden Definitionen und die ausführliche Erläuterung der technischen Funktionsweise von Digital Rights Management Systemen mit technischen Schutzmaßnahmen und Anwendungen im Allgemeinen und im Besonderen bei digitalen Filminhalten sowie den Vor- und Nachteilen von DRM eingegangen. Darüber hinaus wird auf die rechtliche Einordnung des DRM im neuen Urhebergesetz unter Berücksichtigung des Zweiten Gesetz zur Regelung des Urheberrechts in der Informationsgesellschaft Bezug genommen.

Untersuchung von videobandloser Produktion, Postproduktion und Distribution am Beispiel einer „Daily“ in Bezug auf Workflowänderungen, Produktionssicherheit und Wirtschaftlichkeit mit der finanziellen Gegenüberstellung herkömmlicher und der neuen Produktionsweise
Von Fabian Hoffmann. Diplomarbeit betreut von Ernst Feiler.
Die Diplomarbeit beschreibt die Nutzbarmachung von moderner dateibasierter Arbeitsweise für Fernsehformate, die üblicherweise auf Bändern aufgezeichnet werden. In einem weit gefächerten Ansatz werden die aus Produzentensicht relevanten Aspekte eingehend betrachtet und systematisch auf Basis einer detaillierten finanziellen Gegenüberstellung verglichen. Es werden Lösungsansätze erarbeitet, wie kreative Voraussetzungen, technische Möglichkeiten und traditionelle Film- Arbeitsweisen mit modernen computergestützten Arbeitsweisen in Einklang gebracht werden können. Die Diplomarbeit wurde in Zusammenarbeit mit der Grundy UFA TV Produktions- GmbH am Beispiel der Serie „Unter Uns“ ermöglicht.

Namibia: Zwischen Filmmotiv und Filmwirtschaft: Entwicklung & Zukunftschancen seit der Unabhängigkeit 1990.
Von Susan Karolewsk. Diplomarbeit betreut von Professor Michael Hammon.
10.000 Kilometer von Deutschland entfernt liegt das afrikanische Land Namibia. Es befindet sich im Südwesten des Kontinents und seine Landschaft ist gekennzeichnet von weiten Steppen und Wüsten, einer schier endlosen Atlantikküste, verschiedensten Gebirgsformationen und einer vielfältigen Tierwelt. All das, was man mit Afrika assoziiert und immer wieder gerne in diversen Filmen betrachten kann. Nur wenige dieser vielen Afrikafilme werden von Afrikanern produziert, obwohl sie doch eigentlich im Auge des normalen Zuschauers an der Quelle sitzen. Doch dass zum Filme machen vielmehr gehört, als „nur“ wunderschöne Motive, hat Susan Karolewsk während des Studiums an der HFF „Konrad Wolf“ gelernt. Welche Faktoren für die Produktion eines afrikanischen Films in Namibia nötig sind, wird in der vorliegenden Diplomarbeit analysiert. Gegenstand ist die Darstellung der Filmwirtschaft Namibias mit all ihren Aspekten, Vor- und Nachteilen. Sehr konkret wird die Entwicklung der letzten Jahre und des Status Quo beleuchtet. Dazu gehört zum Beispiel die Ausbildungssituation für Filmschaffende, die Finanzierungsmöglichkeiten für namibische Filmprojekte und die reale Chance einer publikumswirksamen Auswertung des fertigen Films. Neben diesen nationalen Fragen wird das internationale und deutsche Interesse beleuchtet. „Deutschland und Hollywood treffen sich in Namibia“, warum ist das so? Abschließend werden in der Arbeit einige Zukunftsprognosen skizziert.

Einfluss des sozialen Umfeldes auf den Kinokonsum.
Von Max Hemmo. Diplomarbeit betreut von Professor Dr. Klaus Keil.
Dem Wunsch folgend, Kinokonsum transparent und zuverlässig vorhersehbar zu gestalten, designte Max Hemmo eine Studie zur Erkundung von Korrelationen zwischen dem sozialen Umfeld und Kinokonsum. Besonders Jugendliche haben ein sehr differenziertes Konsumverhalten von Kinofilmen, welches zu weiten Teilen direkt aus ihrem persönlichen, sozialen Umfeld motiviert ist. Hier wiederkehrende Muster zu erkennen und zu beschreiben, ist die Grundlage für Vorhersagen. So fokussierte ich in meiner Arbeit auf den urbanen Jugendlichen zwischen 12-19 Jahren. Mit über 1.700 Befragten zählt seine vom Berliner Film- und Fernsehverband unterstützte Untersuchung zu den größten Forschungen im Bereich Medienkonsum in Berlin. Nach rund sieben Jahren Forschungsarbeit sind folgende Zusammenhänge klar beobachtet worden: Die Kinokonsumentscheidung von Berliner Jugendlichen ist teilweise geprägt von Faktoren der sozialen Herkunft, dem Bildungsniveau sowie dem Grad Integration in die Gesellschaft. Fragen der inneren Aktivierung sowie von Realitätsflucht sind beobachtete Phänomene die sich möglicherweise zu sozio-kulturellen Vorhersagemodellen umarbeiten lassen.

Das Filmtheater in Zeiten der medialen Konvergenz.
Von Jan Müller. Diplomarbeit betreut von Veit Quack.
Wird nun auch das Kino – angesichts der Konkurrenz durch DVD, Downloads aus dem Netz und Computerspielen – demnächst tatsächlich als Immobilie, als öffentlicher Raum verschwinden? Die digitale Konvergenz der Entertainment-Märkte hat technisch, inhaltlich und ökonomisch exemplarische Auswirkungen auf die Filmwirtschaft und den Kinomarkt. Neben der Projektion von herkömmlichen digitalisierten Filmformaten ergeben sich durch die Digitaltechnik auch Möglichkeiten für die klassischen Filmtheater, sich als Veranstaltungsplattform neu zu positionieren. Die aktuellen Tendenzen im Bereich der Kinodigitalisierung werden, auf Grundlage ihrer historischen Wurzeln, für einen erweiterten Begriff des Filmtheaters resümiert.

Publikumswirksames Marketing für den Deutschen Kinderfilm.
Von Anja Stanislawski.Diplomarbeit betreut von Professor Dr. Dieter Wiedemann.

Spezifische Abläufe und Probleme bei der Herstellung von 3D Animationsserien unter eventueller Einbeziehung von 2D Einsätzen.
Von Nadine Sklodowski. Diplomarbeit betreut von Ernst Feiler.
Diese Abschlussarbeit behandelt die Herstellung von Animationsserien aus der Sicht des deutschen Produzenten mit dem Ziel einer rein nationalen Produktion und Finanzierung. Zu diesem Zweck werden spezifische Abläufe und Finanzierungsmodelle der 3D-Serienproduktion evaluiert und betrachtet. Das Konzept führt konkrete Verbesserungsmaßnahmen der 3D-Produktionspipeline auf, bzw. stellt alternative Finanzierungswege vor und gibt mögliche Handlungsoptionen für die anfängliche Zielsetzung.

Die Zusammenarbeit von Produzent und Verleih. Optionen, Risiken und die zukünftigen Entwicklungen bei der Herausbringung von Filmen.
Von Christine Rau. Diplomarbeit betreut von Professor Dr. Klaus Keil.
Wer verdient am meisten wenn ein Kinofilm erfolgreich ist? Wer trägt das größte Risiko beim Herausbringen eines Kinofilmes? Wie gestaltet sich die gegenwärtige Zusammenarbeit der zwei filmwirtschaftlichen Unternehmen beim Filmmarketing? Was ändert die Digitalisierung? Dies sind nur wenige Fragen, die das Spannungsfeld beschreiben, in dem Verleiher und Produzent täglich miteinander arbeiten. Anhand der vier Phasen eines jeden Kinofilmprojektes (Stoffentwicklung, Projektentwicklung, Produktion, Auswertung) werden mögliche Chancen, Risiken und Probleme der Zusammenarbeit erläutert. Dabei werden Aspekte der Finanzierung, Vertragsgestaltung, Marketingarbeit und Erlösverteilung bei der Auswertung dargestellt. Der zweite Teil untersucht die Entwicklung der Zusammenarbeit von Produzent und Verleiher im Rahmen der Digitalisierung des gesamten Filmherstellungs- und Auswertungsprozesses. Nach der Darstellung der Funktionsweise des Digitalen Kinos und einer kurzen Erläuterung des aktuellen Stands der Digitalisierung in Deutschland, werden mögliche Konsequenzen für die Zusammenarbeit der beiden Berufsgruppen aufgezeigt.

DAS DI IM PRIME-TIME-SLOT. Die Filmherstellung an der Schwelle zum Umstieg auf die volldigitale Produktion und daraus resultierende produktionstechnische, filmjuristische sowie wirtschaftliche Aspekte für Produzenten und Produktionsleiter.
Von René Beine. Diplomarbeit betreut von Ernst Feiler.
Diese Arbeit kann als Hilfestellung und Analyse in einer Zeit der Umstrukturierung hin zum volldigitalen Produktionsweg in der Filmherstellung betrachtet werden. Sie soll darüber hinaus eine Abfrage des Status Quo beinhalten. Neben der Suche nach Antworten werden volldigitale Arbeitsweisen in der heutigen Filmproduktion, mit besonderem Augenmerk auf den TV-Movie-Bereich, im Gegensatz zum klassischen Verfahren von der Aufzeichnung bis zur Fertigstellung unter professionellen Bedingungen untersucht. Ferner sollen im Verlauf dieser Arbeit aktuelle Produktionsbedingungen, Veränderungen innerhalb der Filmaufzeichnung sowie Postproduktion, vor allem in Bezug auf die filebasierte Filmherstellung, nachgeprüft werden. Was hat der Produzent beziehungsweise der Produktionsleiter bei der digitalen und datenbasierten Filmherstellung zu beachten und warum? Was bedeuten die technischen Fragestellungen: 1. Für den Inhalt? 2. Für die Arbeit am Set? 3. Anknüpfend für die Postproduktion, Ablieferung und Archivierung? Wie verändern sich in Folge dessen die Produktionsparameter und wie gestalten sich produktionstechnische Auswirkungen bezüglich der kreativen Auflösung, Drehgeschwindigkeit, Technikaufbau sowie Masken- und anderer Vorbereitungszeiten? Beispielhafte Produktionen und Testdreharbeiten, die mit der REDOne („CALLGIRL UNDERCOVER“) sowie der neuen ARRI ALEXA („ARRI ALEXA“-Trailer) realisiert wurden, dienen dabei zum Vergleich. Es wird überprüft, in welchem Zusammenhang die Entwicklungen und technischen Neuerungen mit der Auftragsvergabe stehen und wie sich Auswirkungen auf produktionsrelevante und technische Prozesse gestalten. Im Speziellen wird weiterführend auch auf versicherungstechnische Fragen und vertragsrelevante Aspekte aus Sicht des Produzenten eingegangen.

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