Fritz Lang bei Dreharbeiten zu "Frau im Mond", 1929. Copyright: Bundesarchiv


Elisabeth Bronfen


Rüdiger Suchsland


Beispiel Weimarer Kino - Still aus „Menschen am Sonntag“, 1929/1930. Grossaufnahme von Christl und Brigitte und deren Begleiter am Wannsee. Kameramann: Eugen Schüfftan, Copyright: Praesens Film Zürich


Beispiel Weimarer Kino - Still aus "Ins Blaue hinein", 1929. Regie: Eugen Schüfftan, Kamera: Laszlo Schäffer . Copyright: Dt. Kinemathek

Do, 14. Januar 2016, 17:00h, Filmuniversität Babelsberg, Großes Kino 1104

18. Transdisziplinäres Kolloquium:

Datum: Do, 14. Januar 2016
Ort:
Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF, Kino 1104
Zeit: 17:00h
Mit: Elisabeth Bronfen und Rüdiger Suchsland.

Kino als fröhliche Wissenschaft.
Film als kulturelle Praxis zwischen Kunst, Wissenschaft und Kulturindustrie.


Vortrag und Gespräche mit Elisabeth Bronfen und Rüdiger Suchsland.

Begrüßung:
Fee Altmann

   
KINO ALS FRÖHLICHE WISSENSCHAFT. Film als Kulturelle Praxis zwischen Kunst, Wissenschaft und Kulturindustrie - in Deutschland und Hollywood.


Elisabeth Bronfen und Rüdiger Suchsland teilen miteinander die Passion für das Kino, wie für Theorie und Wissenschaft, sowie für deren Verbindung. Beide stehen aller Art von Spezialistentum skeptisch gegenüber, weshalb sie in ihrer Arbeit daher verschiedene Felder verbinden: Kritik und Wissenschaft, Schreiben und Filmemachen, Analyse und Kreativität.

Das Gespräch zwischen Bronfen und Suchsland wird - ausgehend von Suchslands essayistischem Dokumentarfilm "Von Caligari zu Hitler" über das Kino der Weimarer Republik und Bronfens Büchern "Hollywoods Kriege. Geschichte einer Heimsuchung" (2013) und "Heimweh: Illusionsspiele in Hollywood" (1999) - um genau diese Verbindungen kreisen: Was kann "Künstlerische Forschung" im Kino heißen? Wie hängen Theorie und Praxis im Film und in dessen Analyse zusammen? Das Kino in Weimar wie das zeitgenössische Hollywood schreibt an den enormen kulturellen Transformationsprozessen der gegenwärtigen Gesellschaft und moderner Identität mit.
Wie aktuell sind die Konzepte und Strategien des Weimarer Kinos in der zeitgenössischen, von Hollywood dominierten Film-Landschaft?
Inwiefern repräsentieren Filme die Dimension des Politischen und Sozialen ihrer Gegenwart?
Außer auf den fernen Spiegel des deutschen Films der Zwanziger Jahre geht das Gespräch auch besonders auf aktuelle Filmbeispiele ein: den neuen "Star Wars"-Film, sowie das Werk von u.a. Steven Spielberg, Ridley Scott, und David Fincher.



Elisabeth Bronfen ist Lehrstuhlinhaberin am Englischen Seminar der Universität Zürich, und seit 2007 zudem Global Distinguished Professor an der New York University. 2013 hat sie die Ausstellung “Kleopatra. Die Ewige Diva” an der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn als externe Kuratorin mit betreut.

Ihre Promotion erhielt sie an der Universität München mit einer Studie über den literarischen Raum bei Dorothy Richardson. Ihre Habilitation folgte dann fünf Jahre später ebenfalls an der Universität München zu Repräsentationen von Weiblichkeit und Tod. Ihr Spezialgebiet ist die Anglo-Amerikanische Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts. Sie hat darüber hinaus zahlreiche wissenschaftliche Aufsätze in den Bereichen Gender Studies, Psychoanalyse, Film und Kulturwissenschaften wie auch Beiträge für Ausstellungskataloge geschrieben. Ihre wissenschaftlichen Analysen machen klug und scharfsinnig die Beziehungen zwischen literarischer und visueller Kultur sichtbar.

Bronfens neuere Arbeiten behandeln wie selbstverständlich unter anderem Shakspeares Komödien, den europäisch-amerikanischen Dialog in der Nachkriegskultur, die Kulturgeschichte der Nacht wie auch Studien zu Pop Art und dem Hollywood-Kino.

Weitere Forschungsgebiete Bronfens sind derzeit Mad Man und das kulturelle Imaginäre Amerikas, Shakespeares Theater, Serialität und die DVD-Romane des 21. Jahrhunderts, und die Frage nach der Verknüpfung von politischer Souveränität und Gender.


Veröffentlichungen
(Auswahl) siehe weiter unten:

Weblink

Rüdiger Suchsland, studierte Geschichte und Philosophie, lebt in Berlin und auf Filmfestivals, und arbeitet als Kritiker und Journalist für Radio, Print und das Netz, außerdem für Filmfestivals und als Dozent.

Seine Themenschwerpunkte sind Film, Geschichte, Theorie, Ostasien, Zeitgeist und Popkultur. Gemeinsam mit Josef Schnelle schrieb er das Buch “Zeichen und Wunder: Das Kino von Zhang Yimou und Wong Kar-Wai.” (2008).

2014 hat er die Seiten gewechselt und seine ersten Filme fertiggestellt, "Von Caligari zu Hitler" (113min), der auf beim Fimfestival von Venedig Premiere hatte und seitdem auf über 30 Filmfestivals weltweit lief; die vom diesem Film trotz Themenähnlichkeit komplett abweichende TV-Dokumentation "Caligari - wie der Horror ins Kino kam" ('52) lief auf ARTE.

Kontakt: suchsland@gmx.de


Veröffentlichungen von Elisabeth Bronfen (Auswahl):

Der literarische Raum. Eine Untersuchung am Beispiel von Dorothy M. Richardsons Pilgrimage (deutsch: Niemeyer 1986); Dorothy Richardson’s Art of Memory. Space, Identity, Text (englisch: Manchester University Press 1999).

Over Her Dead Body. Death Femininity and the Aesthetic (Manchester University Press 1992); Nur über ihre Leiche. Tod, Weiblichkeit und Ästhetik (deutsch: 1993, 1997, in einer überarbeiteten Neuauflage bei Königshausen und Neumann Verlag, Würzburg, 2004).

Death and Representation (herausgegeben mit Sarah W. Goodwin, Johns Hopkins University Press, Baltimore, 1993).

The Knotted Subject. Hysteria and its Discontents (Princeton University Press, 1998) Das Verknotete Subjekt. Unbehagen in der Hysterie (deutsch: Volk und Welt, Berlin, 1998).

Sylvia Plath (englisch: Northcote Press 1998); Sylvia Plath (deutsch: Frankfurter Verlags Anstalt).

Feminist Consequences. Gender Studies for the New Century (herausgegeben mit Misha Kavka, Columbia University Press, New York, 2000).

Die Diva: Eine Geschichte der Bewunderung (zusammen mit Barbara Straumann, Schirmer/Mosel Verlag, München, 2002).

Heimweh. Illustionsspiele in Hollywoods (deutsch: Volk und Welt, Berlin 1999); Home in Hollywood. The Imaginary Geography of Cinema (englisch: Columbia University Press, New York, 2004).

Liebestod und Femme Fatale. Der Austausch sozialer Energien zwischen Oper, Literatur und Film (Suhrkamp, Berlin, 2004).

Tiefer als der Tag Gedacht. Eine Kulturgeschichte der Nacht (Hanser Verlag, München, 2008); Night Passages. Philosophy, Literature, and Film. (englische Fassung, Columbia University Press 2013).

Stanley Cavell zur Einführung (Junius Verlag, Hamburg, 2009).

Crossmapping. Essays zur Visuellen Kultur (Scheidegger und Spiess, Zürich, 2009).

Specters of War. Hollywoods Engagement with Military Conflict (Rutgers University Press, Manchester 2012); Hollywoods Kriege. Geschichte einer Heimsuchung (S. Fischer Verlag 2013, dt.  Übersetzung).

Stilepochen des Films: Classical Hollywood (Filme von 1929 bis 1960, herausgegeben mit Norbert Grob, Philipp Reclam jun., Stuttgart, 2013).

Hollywoods Kriege. Geschichte einer Heimsuchung (S. Fischer Wissenschaft, Frankfurt a. M., 2013).

Gothic Renaissance: A Reassessment. (herausgegeben mit Beate Neumeier, University Press, Manchester, 2014).

Mad Men. (Diaphanes, Zürich und Berlin, 2015).

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