• Panorama-Filmproduktion für 180°-Projektion _Foto HFF_St. Hahmann
  • 3D Workshop 2013
  • 3D Computeranimation _Foto HFF_F. Gönnert
  • Medienwissenschaftliche Forschung: Kinder- und Jugendmedienkultur, Foto HFF.jpg
  • Modernes Kino-Mischatelier in der Filmhochschule _Foto HFF_R. Gräf
  • CinemaScope-Seminar im Potsdamer Umland _Foto HFF_Ch. Pirjol
  • Studio mit 3D Filmproduktion MAYA_Foto HFF_M. v. Dungern

DIE VERSCHIEDENEN AKTUELLEN UND ZUKÜNFTIGEN FORSCHUNGSAKTIVITÄTEN SIEDELN SICH IN EINER MATRIX AUS DEN FORSCHUNGSSÄULEN KUNST -WISSENSCHAFT - TECHNOLOGIE UND DEN VERSCHIEDENEN PROFILBEREICHEN AN.

1. Erforschung der künstlerischen Prozesse im Film

(Erzählinhalte, -mittel und Gestaltung)

Filmerzählungen spiegeln das Menschenbild, die Moral und die Zustände ihrer Zeit wider. Aufgabe der Erforschung künstlerischer Prozesse ist es, hinter die geschlossene mediale Oberfläche zu sehen und die Aufmerksamkeit auf die künstlerische Handschrift zu lenken, sie sichtbar zu machen. Jeder künstlerische Ausdruck ist auch abhängig von der Plattform, auf der er stattfindet und auf der er sein Publikum findet. Die Digitalisierung verändert die Rezeptionsgewohnheiten, die ökonomischen Bedingungen, die Dramaturgie und somit die künstlerische Ausdrucksform. Die Erforschung dieser Prozesse kann helfen, den Wandel aktiv zu gestalten, indem man sich den Einfluss der neuen Plattformen und ihrer Kommunikationsform bewusst macht. Neue Erzählweisen, wie beispielsweise die lange Horizontale in der langlaufenden Fernsehserie, erfordern neue Prozesse der Stoffentwicklung, der Entscheidungshierarchie und der Arbeitsorganisation. Die Filmuniversität Babelsberg will Raum für die Filmkunst schaffen, indem sie die Prozesse verstehen lernt und lehrt. 

2. Forschung mit den Mitteln der Kunst

(Künstlerische Forschung)

Künstlerische Forschung (auch: Kunst als Forschung / artistic research) versteht den Prozess des künstlerisch-kreativen Schaffens als diskursiven Prozess, der, ebenso wie die Methoden der etablierten Wissenschaften, Erkenntnis erzeugt. Künstlerische Forschung basiert auf der Annahme, dass sowohl Wissenschaft als auch Kunst von demselben Antrieb geleitet werden: Unsichtbares sichtbar zu machen. Diese auch "strukturelle Intuition" getaufte identische Grundausrichtung ermöglicht es nicht nur, künstlerische Prozesse wissenschaftlich zu unterfüttern und zu beschreiben, sondern auch wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn mit künstlerischen Methoden zu erreichen. Als Oberflächenphänomene sind diese Prozesse heute sehr gut in der künstlerischen Qualität von Visualisierungen naturwissenschaftlicher Forschung oder in der oftmals Forschungsversuchen ähnelnden Anordnungen moderner Kunstwerke zu beobachten. Die Künstlerische Forschung an einer Filmuniversität zielt darauf ab, die Trennung von Theorie und Praxis aufzuheben und Bewegungen zwischen beidem herbeizuführen. Sie ist ein Mittel, die filmkünstlerische Praxis durch die Theorie zu überprüfen und umgekehrt. So werden nicht nur filmische Mittel reflektiert, sondern Film als Medium und Gegenstand des Denkens und Reflektierens ernst genommen. Die Filmuniversität Babelsberg wird eine führende Position in der Künstlerischen Forschung im Film einnehmen und die nationale und internationale Debatte befruchten und prägen. 

3. Filmkulturerbe

Filmgeschichte, -archivierung, -kuratierung, -verbreitung und -vermittlung

Der Forschungsschwerpunkt Filmkulturerbe befasst sich mit dem Zusammenhang von kulturellem Gedächtnis und audiovisuellen Medien. Dies beinhaltet die Definition von Begriffen und die Geschichte von Institutionen sowie die Theorie der Überlieferung und die Praxis der Archivierung, Kuratierung, Verbreitung und Vermittlung von historischen Filmen, wobei der Technologiewechsel von analog zu digital ein entscheidender Ausgangspunkt für die Überlegungen ist. Zum Schwerpunkt gehört auch die Beschäftigung mit der aktuellen Filmerbepolitik sowie die Durchführung von filmhistorischen Projekten mit starkem Bezug zu Archiven und/oder Museen.

4. Technologische Entwicklung und ihre ästhetische und inhaltliche Umsetzung im Film

Die Digitalisierung ändert die technischen Rahmenbedingungen von Filmproduktion, - vertrieb und -konsum radikal. Die technischen Entwicklungen haben grundlegende Auswirkungen auf die filmischen Inhalte und deren Gestaltungsansätze und charakterisieren zunehmend die aktuelle Arbeit mit digitalen Technologien in der Schnittstelle zwischen Kunst und Technik. Umgekehrt finden neue technische Möglichkeiten nur ihre nutzbringende Anwendung, wenn sie aus einer filmisch-kreativen Perspektive bewertet und weiterentwickelt werden.

5. Filmrezeption und -aneignung

Filmrezeption, verstanden als Form von Bewegtbild, und Filmaneignung liegen in der medienwissenschaftlichen Analyse eng beieinander. Die Frage, welche Bedeutung ein Film aus Sicht seiner Rezipienten einnimmt, ist von zahlreichen Faktoren abhängig. Dabei spielen Filmästhetik und Stilistik eine Rolle sowie Inhalte, die in ihrem Zusammenspiel das Produkt kennzeichnen. Der Rezipient nimmt das Werk wahr und verleiht ihm eine je spezifische Deutung. Diese ist durch affektive und kognitive Dispositionen ebenso bestimmt wie durch den sozialen, gesellschaftlichen und historischen Rahmen in den die Rezeption eingebunden ist. Aus all diesen Faktoren ergibt sich in ihrem Zusammenspiel das, was umgangssprachlich als Filmwirkung bezeichnet wird.

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