Nach einer ereignisreichen Woche voller Filmkunst, Austausch und Begegnung sind gestern Abend im E-Werk Saarbrücken in einer feierlichen Preisverleihung die Gewinner*innen der diesjährigen Festivalausgabe bekanntgegeben worden. Insgesamt Abend 18 Preise mit einer Gesamtdotierung von 123.500 Euro wurden verliehen, gleich vier davon an Studierende der Filmuni:
Der MAX OPHÜLS PREIS: BESTER SPIELFILM geht an den Film GROPIUSSTADT SUPERNOVA. “Dieser Film erzählt über: Liebe. Liebe als treibende Kraft. Mit großer filmischer Intensität entsteht ein Sog, der uns mit existenziellen Entscheidungen konfrontiert. Ein warmer Blick auf vermeintlich bekannte Welten, die sonst oft von oben herab betrachtet werden. Die Figuren sind lebendig und so glaubwürdig interpretiert, dass wir gar nicht mehr wegschauen wollen. Man hofft mit ihnen und fürchtet um sie”, so das Urteil der Jury.
Mit dem MAX OPHÜLS PREIS: BESTES DREHBUCH (FRITZ-RAFF-DREHBUCHPREIS) wurde Ali Tamim ausgezeichnet für NOAH. “Beeindruckend dicht, nah an den Figuren und sprachlich präzise arbeitet der Film mit einer zentralen Leerstelle, die das Schicksal seiner Protagonist*innen bedingt”, urteilt die Jury. “Jede Figur verfolgt ein eigenes Ziel und muss am Ende schmerzlich erkennen, dass es etwas gibt, das größer ist als sie selbst. Und dennoch sind sie keine bloßen Opfer ihrer Verhältnisse: Sie changieren zwischen Ohnmacht und Handlungsspielräumen. Alle erleben Brüche – was zu Beginn als Gesetz erscheint, entlarvt sich am Ende als falsche Verheißung. Das Drehbuch scheut weder große Referenzen noch archetypische Erzählungen und bezieht dabei eine klare Position. Ein Film, der Betroffene rassistischer Gewalt konsequent zentriert und zugleich die Ambivalenzen ihrer Erfahrungen spürbar macht.” Und gleich noch einen Preis räumt NOAH ab, den MAX OPHÜLS PREIS: PREIS FÜR DEN GESELLSCHAFTLICH RELEVANTEN FILM, weil dieser “für eine neue Generation” steht, “die nicht wartet, sondern handelt. Radikal, kompromisslos und kampfbereit gelingt es den Spieler*:innen, uns von der Dringlichkeit zu überzeugen, dass das Alte zerstört werden muss. Wir als Publikum werden durch die unterschiedlichen Perspektiven unausweichlich herausgefordert. Denn das Anliegen dieses Films ist nichts Geringeres als die Erfindung einer neuen Gesellschaft, von der die überzeugenden Figuren zurecht träumen.”
Bei 47. Ausgabe des Filmfestival Max Ophüls Preis wurden auch besondere schauspielerische Leistungen aus den Wettbewerben Spielfilm und Mittellanger Film gewürdigt. Wir freuen uns für Filmuni-Schauspiel-Student Tommes Diallo, der den MAX OPHÜLS PREIS: BESTER SCHAUSPIELNACHWUCHS für seine Rolle in CHAMPIONS UND WIR mit nach Hause nehmen darf. Dazu die Jury: “Mit großer Offenheit und bemerkenswerter Frische nimmt uns das Spiel dieses Schauspielers mit in ein emotionales Spannungsfeld aus Scham, Begehren, Loyalität und Selbstzweifeln. Nach außen wirkt das Leben der Figur zunächst geordnet: ein junger Mensch, eingebettet in vertraute Strukturen, getragen von Zugehörigkeit, familiärer Nähe und einer wichtigen Freundschaft. Doch ein übergriffiger Moment überschreitet eine Grenze und bringt etwas ins Wanken, das sich nicht einfach verdrängen lässt. Gleichzeitig wird eine Beziehung bedeutsam, die mehr ist als bloße Freundschaft – und die innere Ordnung weiter herausfordert. Mit einem ausdrucksstarken, nuancierten Spiel macht der Schauspieler diese inneren Konflikte jederzeit spürbar, ohne sie zu erklären oder zu vereinfachen. Wir sind ganz nah an der Figur, erleben ihre Überforderung ebenso wie ihre Sehnsucht nach Akzeptanz. Diese besondere Nähe, dieses ehrliche, sensible und lange nachwirkende Spiel, macht die außergewöhnliche Leistung aus, die wir heute auszeichnen.”
Unsere herzlichsten Glückwünsche gehen an alle Gewinner*innen für diesen Erfolg!
Rückblickend auf die Festivalwoche betonte Festivalleiterin und Filmuni-Alumna Svenja Böttger die besondere Atmosphäre in den Kinos und in der Stadt: „Die Festivalwoche war geprägt von Begegnungen, offenen Gesprächen und emotionalen Momenten. Es war wunderbar zu beobachten, wie die Filme und ihre Macher:innen hier Menschen zusammengebracht haben. Unser großer Dank gilt den Filmteams, die ihre Arbeiten mit uns geteilt haben, ebenso wie unserem neugierigen und weltoffenen Publikum.“
Nach dem letzten Festivaltag am morgigen Sonntag bleibt das Streaming-Angebot des Filmfestivals noch bis Sonntag, 1. Februar 2026, um 23:59 Uhr verfügbar.
Zur breiten Beteiligung der Filmuni beim diesjährigen Filmfestival Max OPHÜLS PREIS siehe auch HIER.


