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Filmuni in Zeiten von Corona

Durch die Corona-Krise ist nicht nur im ganzen Land eine ungewöhnliche und herausfordernde Ruhe eingekehrt. Auch die Hochschulen bleiben von den Auswirkungen nicht verschont.

Corona Tapes (AT), © Leo Schmidt  (opens enlarged image)

Von Stillstand jedoch kann an der Filmuni keine Rede sein: Ist das Hochschulgebäude zwar momentan bis auf einen Notbetrieb geschlossen, so sind die Hochschulangehörigen in allen Bereichen außerordentlich aktiv. Büros werden wie überall ins Homeoffice ausgelagert, Meetings und Konferenzen finden in den zahlreichen einschlägigen digitalen Portalen statt. Schnell wurden Lösungen gefunden, um trotz Kontaktsperre einen Großteil der Lehre und Prüfungen auch im Sommersemester zumindest online wieder aufnehmen zu können.

Mit den länger geplanten Projekten wie „Film Studies bling-bling“ – der Podcast hält verborgene und bekannte Schätze der Filmwissenschaft für interessierter Follower bereit – oder der Web-Exhibition zum transmedialen künstlerischen Forschungsprojekt „Camilla Plastic Ocean Plan“ haben wir den Bedürfnissen der Zeit fast ein wenig vorgegriffen.

Anstehende akademische Events, wie z. B. der für den 5. Mai geplante Hochschultag, sollen ebenfalls in die virtuelle Welt ausgelagert werden. Traditionell ist dieser Tag dazu angelegt, hochschulintern einen gegenseitigen Einblick in die aktuellen künstlerischen Aktivitäten und Forschungsprojekte zu gewinnen, zu gewinnen, in diesem Jahr soll auch die Öffentlichkeit über die sozialen Medien daran teilhaben können.

Gleiches gilt für unsere Institute: Das Erich Pommer Institut bietet ausgewählte Seminare im April und Mai als Webinar an. Auch die Online-Kurse des EPI zu Themen wie z. B. Clearing Rights for Film and TV, European Co-Production und Storytelling for TV Drama ermöglichen Weiterbildung auf exzellentem Niveau über die Distanz.

Das Filmmuseum Potsdam plant virtuelle Rundgänge durch die ständige Ausstellung „Traumfabrik. 100 Jahre Film in Babelsberg“, die Familienausstellung „Mit dem Sandmann auf Zeitreise“ und Einblicke „Hinter die Kulissen“. Auf Instagram werden kleine Storys dazu gepostet. Programmplanungen laufen, um die Besucher*innen nach der Corona-Krise mit attraktiven Angeboten zu erfreuen.

Nichts läuft wie gewohnt, dafür aber mit der gewohnten Kreativität. Und dass die Filmuni hier ein unerschöpfliches Potenzial vorhält, zeigen vor allem auch unsere jungen Filmemacher*innen, die spontan auf die veränderte Situation und ihre Herausforderungen reagieren:

Unter dem Arbeitstitel „Corona Tapes“ plant Kamera-Student Leo Schmidt in Co-Regie mit Carlotta Huck und Daniel Bruss einen Dokumentarfilm, der anhand von individuellen Videotagebüchern eine Bilanz der Krise zu ziehen versucht.

Szenografie-Absolventin Teona Teo Kavelshvili versammelt in ihrer Facebook-Gruppe „stayhomemakeart“ künstlerische Reaktionen und Impressionen.

Und unsere Alumni Lasse Scharpen (Produktion) und Pola Beck (Regie) produzieren mit ihrem Team in Höchstgeschwindigkeit und unter den erschwerten Voraussetzungen beschränkter Kontakte eine Serie für ZDFneo. "Liebe. Jetzt!" erzählt ab Anfang Mai 2020 über die Liebe in Zeiten von sozialer Distanz und Quarantäne in ZDFneo und in der ZDFmediathek. Sechs Kurzgeschichten à 20 Minuten, die Mut machen und zeigen, wie mächtig Zusammenhalt, Fürsorge und Zuneigung sein können. Mit den Kameramännern Johannes M. Louis und Juan Sarmiento G., der Ton-Crew Paul Rischer, Manuel Vogt und Benedikt Gaußling, Editor David Hartmann sowie Szenenbildnerin Claudia Steinert sind weitere Alumni an der Produktion beteiligt.

Mit diesem kleinen Ein- und Ausblick wünschen wir den Leser*innen unserer Filmuni-News in diesen Zeiten alles Gute und: Bleiben Sie gesund!