„It’s complicated and it depends.“

Wir wirken kurze Formen im Fernsehen wie Programmtrailer, Musikvideos oder Werbeclips?

Wie wirkt das Musikvideo zu „Radio“ von Rammstein? Was lernen Jugendlich von GZUZ oder Capital Bra? Darf man einen Film wie den „Exorzisten“ im Vorabendprogramm zeigen? Mit diesen und weiteren Fragen setzt sich ein Beitrag von Daniela Schlütz in tv diskurs (hrsg. von der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) e.V.) auseinander. Was macht die Besonderheiten kurzer Formen wie Programmtrailer, Musikvideos und Werbeclips aus und welches Wirkungspotenzial resultiert daraus? Neben theoretischen Erwägungen wird eine Analyse von Prüfentscheidungen der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) herangezogen, um Wirkungsdimensionen zu systematisieren, aus denen sich Entscheidungskriterien für die Bewertung kurzer Formen ableiten lassen. Fazit: Die Beurteilung des Wirkungspotenzials kurzer Formen ist kompliziert und von zahlreichen Einflussfaktoren abhängig. Da ist zum einen der Inhalt des Textes (also der Programmtrailer, das Musikvideo oder der Werbeclip), ergänzt um seine Paratexte, und zum anderen die Zuschauerin oder der Zuschauer und ihre bzw. seine Lebenswelt und sozialer Kontext. Bei der Prüfung kann zunächst nur der Text analysiert werden, wobei die Eigenschaften des Publikums – moderierende Variablen wie Medienkompetenz als Fähigkeit zur Decodierung problematischer Inhalte, Reflexionsfähigkeit bzw. Genrekenntnis, Sensibilität oder mit der angenommenen Reife (wobei das Alter in der Regel als Proxy dient) einhergehende Coping-Strategien (z.B. zur Angstbewältigung) – bei der Beurteilung möglicher Wirkungen stets mitgedacht werden.

 

Quelle:

Schlütz, Daniela (2020). „It’s complicated and it depends": Wirkungspotenziale von kurzen Formen. tvdiskurs, 24, 86-89. Available at https://tvdiskurs.de/beitrag/its-complicated-and-it-depends/ (open access)