Alumni-News

Das Erbe des Krieges wirft einen langen Schatten

ARTE zeigt die Schweizer Miniserie "Frieden" in deutscher Erstausstrahlung. Unsere Alumna Petra Volpe hatte die Idee und schrieb das Drehbuch.

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Petra Volpe

Die Schweiz im Frühling 1945. In Europa ist endlich Frieden. Fabrikantentochter Klara und ihr Bräutigam Johann starten als Ehepaar optimistisch in eine gemeinsame Zukunft. Auch Schwager Egon, Johanns Bruder, hofft nach dem Militärdienst an der Grenze auf einen zivilen Neuanfang. Doch das Erbe des Krieges wirft einen langen Schatten auf den Weg in die Zukunft. In den sechs Episoden geht es um eine Familie und zugleich um ein brisantes Stück Schweizer Historie, auf das jetzt ein neuer und kritischer Blick geworfen wird. Trailer

"Wie so oft hat die Geschichte eher mich gefunden als ich sie.", so Drehbuchautorin ("Die göttliche Ordnung") Petra Volpeauf die Frage, wie ihr die Idee zur Serie kam. "Ich bin vor Jahren auf den Begriff 'Rattenlinien' gestoßen und bin dem nachgegangen. Das war die vom amerikanischen Geheimdienst geprägte Bezeichnung für die Fluchtrouten führender Vertreter des NS-Regimes und Angehörigen der SS. Eine dieser Linien führte durch die Schweiz. Gleichzeitig bin ich auf die Buchenwaldaktion gestoßen. Die Schweiz hatte sich nach langem Ringen bereit erklärt, Flüchtlinge aus dem KZ Buchenwald aufzunehmen: Sie sollten sich bei uns erholen können. Es hat mich nicht mehr losgelassen, dass Täter und Opfer gleichzeitig in der Schweiz waren. Und wie sie behandelt wurden, hätte nicht unterschiedlicher sein können."

Regie führt Mike Schaerer. Kameramann Christian Marohl (Kamera 2005) und Oberbeleuchter Marc Lubosch (Kamera 2002) studierten auch an der Filmuni.

Das Zurich Film Festival zeigte "Frieden" mit den ersten beiden Episoden im 2020 im Wettbewerb. mehrFür den Prix Europa 2020 erhielt "Labyrinth of Peace" - so der internationale Titel - eine Nennung in der Kategorie "TV Fiction". Der 19. Deutsche Hörfilmpreis 2021 nominierte die Produktion in der Kategorie "TV / Mediatheken / Streamingdienste". Annina Walt und Dimitri Stapfer in den Hauptrollen als Klara und Egon wurden beim Schweizer Fernsehfilmpreis 2021 als Beste Darstellerin und Bester Darsteller ausgezeichnet.

Das Schweizer Fernsehen strahlte "Frieden" im November letzten Jahres in drei Doppelfolgen aus.

Pressestimmen

"Die Drehbuchautorin Petra Volpe ist wohl das größte Kapital, das die Schweizer Filmszene diese Tage besitzt (…) Dasselbe gilt auch für die hervorragende Kamera (Christian Marohl, ein Name, den es sich zu merken gilt!)", Zachery Z., filmpuls.info, mehr

"'Frieden' ist das Beste, was SRF seit langem produziert hat – das hat viel mit der Drehbuchautorin zu tun", Daniel Fuchs, St. Galler Tagblatt, mehr

"Das weibliche Schlaglicht auf die Serie und die unprätentiöse Regie (Michael Schaerer) machen die Serie zum Genuss. Es hätte auch ein geschichtsklitterndes Machwerk werden können.", Peter Padrutt, Blick, mehr

Am Donnerstag, dem 25. März 2021, läuft "Frieden" in deutscher Erstausstrahlung ab 21:00 Uhr auf ARTE und steht bereits ab Morgen mit allen Folgen in der ARTE-Mediathek zur Verfügung. ansehen

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