Rektoren und Präsident*innen

Prof. Dr. Susanne Stürmer (seit 2013)

Seit Oktober 2013 ist Dr. Susanne Stürmer Präsidentin der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF.

Hier wurde sie 2011 als erste Professorin im Nebenamt ernannt und lehrte "Produktion neuer Medien" im Studiengang Film- und Fernsehproduktion.

Susanne Stürmer studierte Volkswirtschaftslehre an der Freien Universität Berlin.
Von 1992 - 1995 arbeitete sie als Assistant Manager bei der Price Waterhouse Corporate Finance GmbH. Nach der Promotion 1996 zum Thema "Netzzugang und Eigentumsrechte in der Telekommunikation" an der FU Berlin arbeitete sie bis 1998 als Leiterin Regulierungsökonomie bei o.tel.o., einem neuen Anbieter auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt. Dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaft der Freien Universität Berlin blieb sie bis 1999 über einen Lehrauftrag "Wettbewerb und Regulierung in Europa" verbunden.

Im November 1998 kam Susanne Stürmer zur UFA Film & TV Produktion GmbH - bis 2003 als Head of Business Development, bis 2008 als Director Corporate Affairs und bis zu ihrem Ausscheiden 2013 als Geschäftsführerin. Sie leitete unter anderem die Abteilungen Business Development / UFA Interactive / UFA Lab, Legal & Business Affairs, Marketing & Kommunikation sowie die Marktforschung des Unternehmens und war Ansprechpartnerin für alle medien- und tarifpolitischen Themen. Mit dem internationalen Produktionsgeschäft war sie über die Einbindung der UFA in die FremantleMedia verbunden.

Susanne Stürmer ist im Vorstand des media.net Berlin-Brandenburg sowie der Allianz Deutscher Produzenten und Mitglied in der Jury des Innovationspreises Berlin-Brandenburg.

Prof. Dr. sc. Dieter Wiedemann (1995-2012)

Im Oktober 1995 wurde Dieter Wiedemann einstimmig zum Rektor gewählt. Von Mai 2000 bis zu seinem Ruhestand im Dezember 2012 war Dieter Wiedemann Präsident der Hochschule.

Dieter Wiedemann wurde 1946 in Liebschitz/CSR geboren. Im thüringischen Suhl ging er zur Schule und machte hier 1964 sein Abitur. Ab 1967 studierte er an der Theaterhochschule in Leipzig sowie der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam und schloss 1971 als Diplomdramaturg ab. Ein postgraduales Studium an der Universität Leipzig in Pädagogischer Psychologie von 1972 bis 1975 folgte. Dieter Wiedemann promovierte und habilitierte 1980 und 1988 zu Themen der Film- bzw. Kunstwirkungsforschung.

Von 1971 bis 1989 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am renommierten Zentralinstitut für Jugendforschung in Leipzig. Als Direktor des Instituts für Medienforschung kehrte er 1990 an die HFF nach Babelsberg zurück, wurde 1993 Gründungsbeauftragter für den Studiengang "AV-Medienwissenschaft", in dem er 1995 zum Professor für "AV-Medienwissenschaft" ernannt wurde. Im Oktober 1995 wählte der Senat der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ Dieter Wiedemann einstimmig zum Rektor. In dieser Funktion blieb er bis September 1999. Von Mai 2000 bis zu seinem Ruhestand im Dezember 2012 war Dieter Wiedemann Präsident der HFF.

Dieter Wiedemann war von 1999 bis 2005 Vorsitzender der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) und ist derzeit Vorsitzender des GMK-Kuratoriums. Bis 2013 war er Vorsitzender des Kuratorium des Kinderfilmfestivals „Goldener Spatz“. Er ist Mitglied des Kuratoriums der Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF), des Filmfestivals Cottbus, des Beirates der FH Design & Kunst Luzern, bis 2014 Vorstandsmitglied im Gründungsverein der Deutsch-Russischen Filmakademie und bis April 2010 Gründungsmitglied des Korean German Institute of Technology (KGIT) in Seoul. Als Jurymitglied entschied Dieter Wiedemann wiederholt über die Vergabe des Grimme-Preises und des "Goldenen Spatzen“ mit. Das Filmfestival in Zlin und viele andere nationale Festivals schätzten ihn als Juror.

Dieter Wiedemann ist Autor und Herausgeber zahlreicher Publikationen zu Film, Fernsehen und Theater, insbesondere zu Rezeption und Wirkung, mit dem Schwerpunkt Kinder und Jugendliche, zur Medienpädagogik und zur künstlerischen HS-Ausbildung.

Prof. Wolf-Dieter Panse (1990-1995)

Der bekannte Schauspieler und Regisseur blieb der Hochschule bis zu seinem Tod verbunden. Er unterrichtete seit den späten 1960er Jahren in den Studiengängen Schauspiel und Regie - zunächst über Lehraufträge, ab 1987 als Fachrichtungsleiter des Studiengangs Regie. Ab 1989 war er als berufener Professor mit künstlerischer Lehrtätigkeit für die Ausbildung auf dem Gebiet der Fernsehdramatik verantwortlich und von 1990 bis zu seinem Ruhestand 1995 begleitete er als Rektor die Hochschule auf ihrem Weg in die Zukunft.

Wolf-Dieter Panse studierte an der Staatlichen Schauspielschule Berlin. Nach seinem Diplom 1950 ging er als jugendlicher Held ans Stadttheater Plauen, später zu den Bühnen der Stadt Gera und 1956 nach Berlin ans Deutsche Theater. Hier sammelte er als Regieassistent bei Langhoff, Heinz und Besson Erfahrungen. Seine erste eigene Arbeit war „Professor Mamlock“ (1960). Unvergessen blieb seine Rolle als Schneewittchens Prinz im legendären DEFA-Märchenfilm, mit dem Generationen von Kindern, nicht nur östlich der Elbe, aufwuchsen.

Mit Beginn der 1970er Jahre wechselte Wolf-Dieter Panse zum Fernsehen. Seine Filmografie verweist auf mehr als 50 TV-Inszenierungen, darunter viele Verfilmungen der Theater- und Weltliteratur. Mit seinem Mehrteiler „Scharnhorst“ schrieb er 1978 TV-Geschichte. Fasziniert von den technischen Möglichkeiten des Medium Fernsehen holte Panse die MAZ aus dem Studio, ging mit enormem personellen und logistischen Aufwand an die Originalschauplätze und emanzipierte die preußische Reformbewegung - nicht nur für das DDR-Fernsehen. Daran kam selbst der Spiegel nicht vorbei. Für seine künstlerischen Leistungen wurde er 1978 mit dem Nationalpreis der DDR und mit dem Thomas Körner Preis ausgezeichnet.

Die Schauspielerei gab er nie auf. Sie war und blieb seine Leidenschaft. Wolf-Dieter Panse spielte in HFF-Studentenfilmen und bis zu seiner Krankheit in freien Theatergruppen, ganze Sommer lang. Wolf-Dieter Panse starb am 09. April 2013 im Alter von 82 Jahren in Berlin.

Biofilmographie hier

Prof. Dr. Lothar Bisky (1986-1990)

Der Diplom-Kulturwissenschaftler war von 1967 bis 1980 als wissenschaftlicher Mitarbeiter und später als Abteilungsleiter am Zentralinstitut für Jugendforschung in Leipzig tätig. 1969 promovierte er an der Universität Leipzig zum Thema Massenkommunikation und Jugend – Studien zu theoretischen und methodischen Problemen, 1975 erfolgte eine weitere Promotion zum Dr. sc. phil. mit der Arbeit Zur Kritik der bürgerlichen Massenkommunikationsforschung. 1979 nahm er den Ruf der Humboldt-Universität als Honorarprofessor an und war anschließend von 1980 bis 1986 Dozent an der Akademie für Gesellschaftswissenschaften beim Zentralkomitee der SED. 1986 folgte er dem Ruf als ordentlicher Professor für Film- und Fernsehwissenschaft an die Filmuniversität (damals HFF), deren Rektor er ebenfalls von 1986 bis 1990 war. 

Für den Absolventen Andreas Dresenwar Bisky die prägende Figur seiner Studienzeit (1986 bis 1991): „Eine schöne Zeit, weil es möglich war, ohne sich das Rückgrat zu verbiegen, durch die Schule zu kommen“, erinnerte sich Dresen aus Anlass des 50-jährigen Bestehens der Hochschule 2004 und ehrte diesen nach seinem Tod am 13. August 2013 mit einer Gedenkrede in der Berliner Volksbühne, nachzulesen hier.

Laila Stieler (Dramaturgie-Absolventin 1990, Mitglied der europäischen Filmakademie und Grimme-Preisträgerin) über ihre letzte Zeit des Studiums in einer Zeit des Umbruchs: „Es fanden spontane Versammlungen statt, Resolutionen wurden verfasst, es ging zur Sache. Eine heißblütige Zeit. Aber Lothar Bisky hielt mit Ruhe und Integrität den Laden zusammen. Wir waren stolz auf ihn.“

 

Prof. Peter Ulbrich (1973-1980)

Nach dem Abitur 1951 lernte Peter Ulbrich zunächst im VEB "Mimosa" Dresden  die Rohfilm- und Fotopapierherstellung. 1952 stellte ihn die in Dresden beheimatete DEFA-AG, Produktion Sachsen, als Regiehilfe, Beleuchter, Kamera-, Schnitt- und Regieassistent ein. Später durfte Peter Ulbrich auch drehen. Das Studio produzierte Dokumentar-, Arbeitsschutz- und Werbefilme und arbeitete für die Wochenschau. Nach Auflösung des Studios 1953 übernahm ihn das DEFA-Studio für populärwissenschaftliche Filme - zunächst als Regieassistent, ab 1955 auch als Regisseur und Autor. Die Gelegenheit zum Besuch eines Spezialseminars für Theater- und Filmregisseure bot sich 1954 in Leipzig. 1956 schickte das Studio den erst 23-Jährigen nach Vietnam. Zwei Filme brachte er von dort mit: In den Bergen Nordvietnams und Die Fischer von Vinh-Moc, der mit zu seinen besten gehört. Dem Land wird er zeitlebens verbunden bleiben. "Vietnam war eine sehr wichtige Zeit für mich", sagt er später, "sie brachte mich heraus aus dem eurozentrischen Denken". Neun Jahre später kehrte er nach Vietnam zurück und drehte unter den Eindrücken des Krieges Denk an mein Land.

Ein erster Lehrauftrag für "Theorie und Praxis der Film-Montage" führte Peter Ulbrich 1958 an die Deutsche Hochschule für Filmkunst nach Potsdam-Babelsberg. Dort erhielt er 1970 eine Dozentur im Lehrfach und wurde Direktor der Sektion Gestaltung. Diese Funktion hatte er bis zu seiner Wahl zum Rektor der Hochschule 1973 inne. Nach dem Ende seiner Amtszeit als Rektor 1980 wurde "PU", wie er allenthalben genannt wurde, zum Professor für Montage berufen. Bis zu seiner ordentlichen Emeritierung 1991 blieb er an der HFF, die inzwischen den Namen "Konrad Wolf" trug, und unterrichtete neben Montage auch Regie des Dokumentarfilms. Lehraufträge führten ihn nach Vietnam, Mexiko, Kuba, in die UdSSR, nach Polen, Ecuador und in die USA.

Von 1970-1972 war Peter Ulbrich Präsident des Nationalen Zentrums Amateurfilm der DDR und von 1973-1986 Mitglied des Centre International de Liaison des Ecoles de Cinéma et de Télévision (CILECT). Von 1980-1986 gehörte er dem CILECT-TDC-Board an (TDC: Training for Developing Countries). Im Rahmen von UNESCO-Koordinationen widmete er sich dem Transfer von Lehrenden und Wissen in Entwicklungsländern und erarbeitete entsprechende Ausbildungsprogramme.

Seit 1967 war er Vorstandsmitglied, von 1977-1979 Vizepräsident und von 1980-1990 erster Sekretär des Verbandes der Film- und Fernsehschaffenden der DDR.

In den Jahren 1968, 1974-1977 war er Präsident und 1973 Jurymitglied der Internationalen Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwoche. Gemeinsam mit Joris Ivens und Stanley Forman rief Peter Ulbrich auf dem Leipziger Festival 1967 die Dokumentaristen der Welt auf, mit ihren Filmen das vietnamesische Volk in seinem gerechten Kampf gegen die USA zu unterstützen.

Der Emeritus Peter Ulbrich arbeitet als freischaffender Autor und Regisseur und ist Ehrenmitglied der Asociación de Cineastas Ecuador.

Zur FIlmografie hier

 

Prof. Dr. Konrad Schwalbe (1980-1986)

Der Dramaturg und Filmwissenschaftler leitete u.a. die Forschungen zur "Geschichte des Films der DDR" und sah als Rektor eine seiner Hauptaufgaben in der Förderung interdisziplinärer Zusammenarbeit der in Babelsberg lehrenden Künstlerinnen und Künstler, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Konrad Schwalbe absolvierte in Jena bis 1950 ein Teilstudium der Germanistik und Philosophie und ging danach als Redakteur zum Thüringer Volksverlag Erfurt. Im Dezember 1951 bot sich ihm die Chance einer Aspirantur am Lehrstuhl für Theorie und Geschichte der Literatur und Kunst im Institut für Gesellschaftswissenschaften Berlin. Hier machte er sein Diplom als Kunstwissenschaftler und promovierte im Dezember 1956 zum Doktor der Philosophie. Seine Dissertation schrieb er zum Thema "Die Gestalten positiver Helden in der neuen deutschen Filmkunst – Eine Untersuchung der Grundprobleme unter besonderer Berücksichtigung der Filmszenarien“. Für kurze Zeit arbeitete Konrad Schwalbe dann als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Zentralkommitee der SED  (01.05.1956 – 31.08.1957) und wechselte im September 1957 zum DEFA-Studio für Spielfilme in Babelsberg, wo er  als Sekretär des künstlerischen Rates und Chefdramaturg tätig war und an Filmen von Slatan Dudow, Egon Günther und Heiner Carow mitwirkte. Im Herbst 1960 kam Konrad Schwalbe als Professor an die Deutsche Hochschule für Filmkunst und wurde mit der Leitung der Fachrichtung Dramaturgie betraut. Vier Jahre später wählte ihn der Senat zum neuen Rektor. Bis 1969 blieb er im Amt und kehrte danach als Direktor an seinen alten Fachbereich - der sich jetzt Film- und Fernsehwissenschaften/Dramaturgie an der Hochschule für Film und Fernsehen der DDR nannte - zurück.

Konrad Schwalbe gehörte als Mitglied des Initiativkommitees zu den Mitbegründern des Verbandes der Film- und Fernsehschaffenden der DDR, der 1967 mit dem Ziel gegründet wurde, die Selbstverständigung seiner Mitglieder zu ideologisch-schöpferischen Problemen des sozialistischen Film- und Fernsehschaffens zu fördern.

Im September 1977 wurde Konrad Schwalbe zum Ordentlichen Professor für Geschichte der Film- und Fernsehkunst berufen. An der HFF lehrte er Dramaturgie des Spielfilms, Filmanalyse, Montage-Theorie, Szenaristik (Technik des Drehbuchschreibens) und zu Gestaltungsmitteln und -verfahren.

Die Rolle des Gelehrten war es, die ihn schließlich auch auf die Leinwand brachte. Gemeinsam mit seinem HFF-Kollegen Gerhard Henne debütiert Konrad Schwalbe 1975 als Schauspieler in "Till Eulenspiegel" (Regie: Rainer Simon).

Seine zweite Amtszeit als Rektor fiel in die Jahre zwischen 1980 und 1986. Danach arbeitete Konrad Schwalbebis zu seiner Veranschiedung in den Ruhestand  1992 als Ordentlicher Professor mit künstlerischer Lehrtätigkeit.

Konrad Schwalbe starb am 10. Juni 2004 im Alter von 77 Jahren.

Filmobiografie und Publikationen hier

Prof. Dr. Lutz Köhlert (1969-1973)

Der Autor, Regisseur und Wissenschaftler kam von der Kunstgeschichte zum Film. Über das Studio für Populärwissenschaftliche Filme und später das DEFA-Spielfilmstudio führte sein Weg schließlich an die Babelsberger Filmhochschule, wo er wenig später Rektor wurde und bis zu seinem Ruhestand blieb.

Lutz Köhlert beendete 1952 sein Studium als Diplom-Philologe mit einer Arbeit über „Die norddeutsche Baukunst des Klassizismus zwischen Elbe und Oder“. Von 1953 bis 1956 blieb er als Assistent an der Hochschule für Angewandte Kunst und wechselte dann als Regieassistent und Regisseur ins Studio für Populärwissenschaftliche Filme, wo er bis 1958 blieb. 1957 promovierte Lutz Köhlert an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald zum Dr. phil. über „Die klassizistischen Bürgerbauten in Güstrow und der Maurermeister David Anton Kufahl“. Von 1959 bis 1962 beschäftigte ihn das DEFA-Studio für Spielfilm als Regisseur.

Danach kam Lutz Köhlert als wissenschaftlicher Mitarbeiter, Fachlehrer und Dozent an die damalige Deutsche Hochschule für Filmkunst Potsdam-Babelsberg, wo er zum 01. September 1968 seine Berufung zum Dozenten für Fernsehregie erhielt. Der Ruf zum Professor für Film- und Fernsehregie folgte. Zum 01. Oktober 1969 berief der damalige DDR-Kultuminister Klaus Gysi nach erfolgter Wahl durch den Senat Lutz Köhlert zum Rektor - jetzt an die  Hochschule für Film und Fernsehen der DDR Potsdam-Babelsberg. Die Berufung zum Professor für Film- und Fernsehregie folgte zum 01.09.1970.

Vorlesungen, Seminare und die  Betreuung von Übungen gehörten vom Beginn seiner Hochschulzeit bis zu seinem Ausscheiden zu den Aufgaben Lutz Köhlerts. So betreute er die Montageübungen, die Übungen zum optischen Drehbuch und die Arrangementsübungen - von der Vorbereitung über die Regieberatung bis zur Auswertung am Schluss.

Lutz Köhlert betreute die Hauptprüfungs- und Diplomfilme sowie die Spielfilm-TV- und Filmübungen in den ersten Studienjahren, wobei den Studierenden  des 3. Studienjahres zusätzlich Kolleginnen und Kollegen aus derPraxis zur Seite standen.

Lutz Köhlert publizierte seit 1953 zu kunstwissenschaftlichen Themen und später über Fragen der Filmausbildung an der HFF. und über die Sprache des Zwischen 1984 - 1988 entstand seine "Einführung in die Sprache des Films". Das 750 Seiten umfassende Manuskript wurde nicht mehr veröffentlicht.

Als Autor zeichnet er für drei Hörspiele und 11 Kurzfilme verantwortlich.

Zur Filmografie hier

 

Prof. Dr. Kurt Maetzig (1954-1964)

Er war Mitbegründer der DEFA, erster Direktor der Kino-Wochenschau „Der Augenzeuge“ und Regiesseur vieler DEFA-Spielfilme. 1954 Gündungsrektor der Deutschen Hochschule für Filmkunst.

Kurt Maetzig wurde am 25. Januar 1911 in Berlin geboren. Bereits im väterlichen Betrieb – einer Filmkopieranstalt – kam er mit dem Film in Berührung. Nach dem Abitur 1930 in München studierte er Ingenieur-, Volks- und Betriebswissenschaften, an der Pariser Sorbonne später Soziologie, Psychologie und Jura.

Er stellte Filmtitel, Vorspänne und Werbetrickfilme her und promovierte 24-jährig in München zum Thema „Das Rechnungswesen einer Film-Kopieranstalt“. 1937 durfte er als wegen der jüdischen Abstammung seiner Mutter – sie nahm sich vor Kriegsende das Leben – nicht mehr beim Film arbeiten. In Berlin unterhielt er ein kleines fotochemisches Labor und hielt Vorträge über Filmtechnik. 1944 trat Maetzig in die damals illegale Kommunistische Partei Deutschland ein.

Nach Ende des Krieges zog er in den sowjetischen Sektor Berlins um, wurde Mitbegründer der DEFA und erster Direktor der Kino-Wochenschau „Der Augenzeuge“.

Sein erster Spielfilm Ehe im Schatten (1947) war der seinerzeit erfolgreichste deutsche Film. Er erzählt die dramatische und wahre Geschichte des Schauspielers Joachim Gottschalk und dessen jüdischer Ehefrau im Dritten Reich und war auch ein Stück Aufarbeitung eigener Geschichte. „Fast alles, was ich im Film (…) erzähle, erlebte ich im Umkreis meiner Familie und meiner Freunde. Ich wollte den Opfern jener Epoche ein Denkmal setzen.", so Maetzig.

Für Die Buntkarierten (1949) – der Film lief als erster ostdeutscher Beitrag 1949 auf dem Filmfestival in Cannes – und für vier weitere Filme wurde Kurt Maetzig mit dem Nationalpreis der DDR ausgezeichnet. Darunter auch im Staatsauftrag die beiden Thälmann Filme aus den Jahren 1954 und 1955, die ihn später in die Nähe der Partei-Propaganda stellen sollten.

Kurt Maetzig wurde 1950 Mitglied in der Deutschen Akademie der Künste Berlin (Ost).

Er war Gündungsrektor der Deutschen Hochschule für Filmkunst, der er als Professor für Filmregie und bis 1964 als Direktor verbunden blieb. Während dieser Zeit wurde Kurt Maetzig 1956 erster Vorsitzender der neugegründeten und in der Fédération Internationale des Ciné-Clubs (FICC) organisierten Vereinigung der Filmklubs der DDR.

Unter seiner Regie entstanden 23 Spielfilme, für die er zahlreiche internationale Preise erhielt, zahlreiche Dokumentarfilme und Wochenschaubeiträge. Mit Schlösser und Katen (1956) wagte er sich als erster DEFA-Regisseur an den 17. Juni 1953. Maetzig holte mit Der schweigende Stern (1959) den Science Fiction Film in Babelsberg  und drehte als ersten Europäer mit Preludio 11 (1964) einen Spielfilm über die kubanische Revolution.

Als das berüchtigte 11. Plenum 1965 fast die gesamte DEFA-Jahresproduktion auf den Index setzte und als konterrevolutionär und staatsfeindlich beschimpfte war Maetzig von den zurechtgewiesenen Regisseuren der Prominenteste. Das Kaninchen bin ich verschwand im Keller. Dass sich Kurt Maetzig weiterhin systemkonform verhielt, setzte ihn später der Kritik aus.

Als Mitglied im Vorstand des Verbandes der Film- und Fernsehschaffenden der DDR (1967 bis 1988) und als Präsident der Zentralen Arbeitsgemeinschaft für Filmklubs beim Ministerium für Kultur (ab 1973) engagierte sich Maetzig filmpolitisch in der DDR, nach 1974 als Vizepräsident der FICC, deren Ehrenpräsident er bis zu seinem Tod blieb, auch international.

1983 war er als Ostdeutscher Jurymitglied der Berlinale.

Nach der Wende stellte sich Maetzig den Debatten zur DDR-Filmkunst. Dabei ging es ihm nicht darum Vergangenheit nachträglich zu retuschieren. „Die Dinge sind, wie sie gewesen sind. Dazu stehe ich." (Maetzig). Im Dezember 1989 erlebte Das Kaninchen bin ich seine Erstaufführung. 2012 wurde der Film auf der Berlinale gezeigt. Sein Regisseur mit 101 Jahren eine lebende Legende und der wohl älteste Regisseur, der je zu den Filmfestspielen nach Berlin geladen wurde.

Das Filmmuseum widmete Kurt Maetzig anlässlich seines 100. Geburtstages 2011 eine Festveranstaltung und Filmreihe. Mehr 

Kurt Maetzig, viermal verheiratet und Vater dreier Kinder, Iebte zuletzt im mecklenburg-vorpommerschen Wildkuhl. Dort starb er am 08. August 2012.