Digital Archives

Summer School Digital Archives | Datenkompetenz und Präsentationsstrategien in audiovisuellen Archiven © Juergen Keiper
Digital Archives | Datenkompetenz und Präsentationsstrategien in audiovisuellen Archiven

Die Summer School „Digital Archives. Datenkompetenz und Präsentationsstrategien in audiovisuellen Archiven“ ist ein fünftägiges Weiterbildungsangebot für Mitarbeiter*innen audiovisueller Archive, die ihre Kenntnisse digitaler Umgebungen und Prozesse praxisnah vertiefen möchten.

Termin: 14.-18. September 2020

Sprache: Englisch

Teilnehmendenzahl: 20 Personen  

Veranstaltungsort: Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF

Kosten: 1195,- EUR

Early Bird 1115,- EUR für Anmeldungen bis 30.04.2020

Im Zuge der Digitalisierung stehen die Filmarchive vor der Herausforderung, Workflows, Strategien und Policies zu ändern sowie neue Kompetenzen zu schulen. Vor diesem Hintergrund haben wir uns zusammen mit der FIAF und der Deutschen Kinemathek zum Aufbau der Summer School "Digital Archives" entschieden. In der ersten Ausgabe widmen wir uns dem Thema Datenkompetenz und Präsentationsstrategien.

Filmarchive sind selten Archive im klassischen Sinne, sondern eher hybride Institutionen, die aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte sowie der komplexen Filmrechte oftmals vor großen Fragestellungen hinsichtlich Katalogisierung und Metadatenpflege, Transparenz und Zugänglichkeit stehen.

1973 fand die erste Summer School der FIAF in Ost-Berlin statt. Ich freue mich daher sehr, dass die Filmuniversität in Kooperation mit der FIAF Cataloguing & Documentation Commission sowie mit der Stiftung Deutschen Kinemathek Berlin ein neues Weiterbildungsformat für die internationale Community der Filmarchivar*innen präsentieren kann.

Porträt Prof. Dr. Chris Wahl | FSS Digital Archives Prof. Dr. Chris Wahl Professor Audiovisuelles Kulturerbe

Inhalt

In verschiedenen Formaten, die in ihrem Charakter zwischen Vorlesung, Seminar und Übung schwanken, werden vormittags folgende Aspekte behandelt:

  • Konvertierung, Codecs
  • Metadata Schemata, Controlled Vocabularies/Thesauri
  • Data Cleaning/Mapping/Open Refine
  • Identifier and Authority Files, Linked Open Data
  • Wikidata, LOD
  • Open Source: Software Overview, hands-on: FFMPEG, DCP-o-Matic

Am Nachmittag gibt es jeweils längere Formate, die noch mehr Interaktion zwischen Lehrenden und Teilnehmer*innen ermöglichen. Hier geht es um:

  • Digital Preservation
  • Storytelling
  • Visualisierung

Am Abend erwarten uns eine Keynote von Christophe Dupin (FIAF) sowie ein Filmscreening von BEUYS (2017, Andres Veiel) und eine Diskussion mit der Archive Researcherin/Producerin dieses Films, Monika Preischl.

Die Summer School ist praxisnah angelegt und bietet den Teilnehmer*innen die Möglichkeit, Fragen aus ihrer täglichen Arbeit zu diskutieren. Die Veranstaltung ist so konzipiert, dass die vermittelten Methoden und Konzepte ohne großen finanziellen Aufwand in die Praxis umgesetzt werden können. Wir legen sehr viel Wert auf ein ausführliches Feedback, um die Summer School in den nächsten Jahren weiter zu entwickeln.

Programm

Vorläufige Programmübersicht zum Download

Referent*innen (Tag 1 & 2)

Prof. Dr. Chris Wahl ist seit 2013 Professor für das audiovisuelle Kulturerbe an der Filmuniversität und leitet dort den Master-Studiengang Filmkulturerbe. Er ist zudem Vize-Direktor des Brandenburgischen Zentrums für Medienwissenschaft (ZeM), Mitbegründer und Co-Kurator des Festivals des historischen Films Potsdam "moving history" sowie Ideengeber und Mitglied des Management Boards "Potsdam – UNESCO-City of Film".
Peter Bubestinger | FSS Digital Archives (öffnet Vergrößerung des Bildes)
Peter Bubestinger-Steindl studierte Medieninformatik an der TU Wien. Er ist als Projektleiter und Entwickler im Bereich der digitalen Langzeitarchivierung seit 2002 tätig. Er hat sich auf Koordination und Einsatz von bezahlten Open Source Lösungen für anspruchsvolle Anwendungsfälle spezialisiert und wird als Trainer und Dozent eingeladen. 2015 gründete er die Firma "AV-RD", die Dienstleistungen rund um professionellen Open Source Einsatz im Archivbereich anbietet.
Regine Stein | FSS Digital Archives © Johannes Biermann (öffnet Vergrößerung des Bildes)
Regine Stein ist stellvertretende Leiterin der Abteilung Forschung und Entwicklung der Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen und leitet das Programm für Forschungsinfrastrukturen. Sie hat einen Abschluss in Mathematik und ist seit 2001 auf deutscher und internationaler Ebene in der Normungsarbeit zur Dokumentation des kulturellen Erbes tätig, insbesondere im CIDOC, dem internationalen Komitee für Dokumentation des ICOM. Ihr Fokus liegt auf semantischen Interoperabilitäts- und Datenqualitätsaspekten bei der Integration und Verknüpfung der Informationen. Sie ist führend bei der Entwicklung des CIDOC-CRM-basierten Metadatenstandards LIDO und der damit verbundenen kontrollierten Vokabulare.
Dr. Christophe Dupin | FSS Digital Archives (öffnet Vergrößerung des Bildes)
Dr. Christophe Dupin ist Senior Administrator der International Federation of Film Archives (FIAF) und Executive Publisher des Journal of Film Preservation sowie Filmhistoriker. Zuvor arbeitete er für das British Film Institute (1999-2004) und führte umfangreiche Forschungen zur Geschichte des BFI durch, die zur Veröffentlichung führte von The British Film Institute, the Government and Film Culture, 1933-2004 (Manchester University Press, 2012), herausgegeben mit Geoffrey Nowell-Smith. Sein aktuelles Forschungsthema ist die Geschichte der internationalen Filmarchivbewegung.

Referent*innen (Tag 2 & 3)

FSS Digital Archives | Jürgen Keiper  (öffnet Vergrößerung des Bildes)
Jürgen Keiper arbeitet bei der Deutschen Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen, wo er u.a. für die Website zum DFFB-Archiv, das Internetarchiv "Wir waren so frei" und die technisch-konzeptionelle Umsetzung der Storytelling-Plattform RomArchive verantwortlich zeichnet. Sein Fokus umfasst auch Arbeiten zur Standardisierung sowie Lehraufträge zum Thema Storytelling. Gemeinsam mit Chris Wahl ist er Herausgeber des Blogs Memento Movie.
FSS Digital Archives | Elisabeth Gamperl © Jessy Asmus (öffnet Vergrößerung des Bildes)
Elisabeth Gamperl ist CvD des Storytelling-Teams bei der Süddeutschen Zeitung. Sie kümmert sich dort um die digitale Konzeption von Geschichten und Projekten und arbeitet in einem interdisziplinären Team an neuen Erzählformaten. Sie war an der digitalen Umsetzung der Panama Papers, Implant Files und des Strache Videos beteiligt und ist Mitglied des Paradise-Papers-Rechercheteams. Während ihres SZ-Volontariats machte sie Station beim Datenteam von "The Guardian". Die studierte Sozialanthropologin war davor im Gründungsteam von NZZ.at in Wien und arbeitete als Investigativjournalistin bei der Rechercheplattform Dossier. Texte wurden unter anderem im Monatsmagazin DATUM, in der taz oder bei Zeit Online veröffentlicht.
FSS Digital Archives | Monika Preischl © Sandra Weller (öffnet Vergrößerung des Bildes)
Monika Preischl ist seit 15 Jahren im Bereich der Archivrecherche und als Archiv Producerin tätig. Sie hat an über 30 dokumentarischen und fiktionalen Filmproduktionen weltweit gearbeitet. Bis 2005 studierte sie Experimentelle Filmgestaltung als Meisterschülern bei Heinz Emigholz an der UdK Berlin. Sie unterrichtet als freie Dozentin Recherchemethoden an der dffb Berlin und gibt Seminare zum Thema Arbeiten mit Archivmaterial an Kunst- und Filmhochschulen. 2019 wurde sie in London für ihre Archiv-Recherche-Arbeit in „Kulenkampffs Shoes“ mit dem International Focal Award ausgezeichnet. Als freiberuflich tätige „Bildfinderin“ arbeitet und lebt sie in Berlin.
FSS Digital Archives | Dr. Reto Kromer © Racheal Stoeltje  (öffnet Vergrößerung des Bildes)
Nach seinem Mathematik- und Informatikstudium arbeitet Reto Kromer seit 34 Jahren im Bereich audiovisuelle Restaurierung und Konservierung. Er betreibt seine eigene Firma, AV Preservation (reto.ch) und lehrt an der Berner Fachhochschule, der Akademie der bildenden Künste Wien und Elías Querejeta Zine Eskola in Donostia (San Sebastián). Seine aktuellen Forschungen umfassen sich mit Farbräumen, Nachschlagtabellen und Codec Programming und Emulation.

Referent*innen (Tag 4 & 5)

Oliver Hanley | FSS Digital Archives
Oliver Hanley ist Filmwissenschaftler mit Schwerpunkt Filmgeschichte und Filmrestaurierung. Nach Abschluss des Masterstudiums in Preservation and Presentation of the Moving Image an der Universität Amsterdam 2008 arbeitete er zunächst an Online-Projekten und Ausstellungen in der Deutschen Kinemathek, Berlin. 2011 bis 2016 war er für DVD-/Online-Publikationen sowie für Restaurierungs-/Digitalisierungsprojekte im Österreichischen Filmmuseum, Wien, zuständig. Seit Dezember 2016 arbeitet er im Studiengang Filmkulturerbe der Filmuniversität Babelsberg. Er ist Mitglied der Programming and Access to Collections Commission der FIAF.
Dr. Adelheid Heftberger | FSS Digital Archives (öffnet Vergrößerung des Bildes)
Dr. Adelheid Heftberger ist Leiterin des Bereichs Film Access der Filmabteilung des Deutschen Bundesarchivs (Berlin). Zuvor war sie als Forscherin, Kuratorin und Archivarin am Brandenburgischen Zentrum für Medienwissenschaft (Potsdam) und am Österreichischen Filmmuseum (Wien) tätig. Sie promovierte in Russisch und erwarb einen Master in Vergleichender Literaturwissenschaft an den Universitäten Innsbruck und Wien. 2016 hat sie ebenfalls das Studium Bibliotheks- und Informationswissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin abgeschlossen. Sie ist Vollmitglied der Katalogisierungs- und Dokumentationskommission der FIAF und in der Open Science-Bewegung aktiv.
Prof. Dr. Marian Dörk © Jonas Parnow | FSS Digital Archives  (öffnet Vergrößerung des Bildes)
Prof. Dr. Marian Dörk ist Forschungsprofessor für Informationsvisualisierung am Institut für Stadtentwicklung der Fachhochschule Potsdam. Er ist Co-Leiter der ᴜᴄʟᴀʙ, einer Forschungsgruppe für Visualisierung, die zwischen Design, Informatik und Geisteswissenschaften angesiedelt ist.
FSS Digital Archives | Dr. Jakob Voß (öffnet Vergrößerung des Bildes)
Dr. Jakob Voß arbeitet in der Abteilung Forschung und Entwicklung beim Bibliotheksverbund GBV (VZG). Sein Forschungsschwerpunkt liegt in der Datenmodellierung und Wissensorganisation. Er ist seit mehr als einem Jahrzehnt in der Wikimedia-Bewegung aktiv. Sein aktuelles Projekt coli-conc umfasst die Erfassung und Verwaltung von Zuordnungen von Normdateien.

Anmeldung, Teilnahme, Stipendien

Die Summer School Digital Archives wendet sich an Personen, die in filmbezogenen Archiven arbeiten. Sie findet auf Englisch statt.

Die Registrierung erfolgt online über unser Anmeldeformular. Die Plätze sind begrenzt und werden nach Eingangsprüfung und erfolgter Zahlung des Teilnahmeentgelts fortlaufend vergeben. Die FIAF vergibt zwei Stipendien in Höhe der Teilnahmekosten. Bitte geben Sie bei Ihrer Anmeldung an, ob Sie sich für ein Stipendium bewerben und warum.

Im Preis enthalten sind Arbeitsmaterialien, Mittagessen sowie ein Abendessen am 17.9. Unterkunft und Reise sind nicht im Preis enthalten und müssen selbst organisiert werden. Wir stellen Ihnen gerne Empfehlungen für Unterkünfte und Hotels in der Nähe zur Verfügung.

Möchten Sie über die kommenden Ausgaben der Summer School "Digital Archives" auf dem Laufenden gehalten werden, dann tragen Sie sich in unseren Newsletter ein.

Die Summer School "Digitale Archives" wird von der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF (Filmuni Summer School) in Kooperation mit der FIAF Cataloguing & Documentation Commission sowie mit der Stiftung Deutsche Kinemathek Berlin veranstaltet. Sie wurde -zurückgehend auf eine Idee von Dr. Adelheid Heftberger- von ihr, Jürgen Keiper und Prof. Dr. Chris Wahl konzipiert.

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