Filmbildung II | Vertiefung Filmmontage

Schul- und fächerübergreifende Fortbildung für Lehrer*innen | Filmbildung II | Vertiefung Filmmontage
Filmbildung II | Vertiefung Filmmontage, Foto © Annette Friedmann

Wie gehen wir mit Zeit und Raum in der Filmkonstruktion um? Wie führen wir Figuren und Handlung und welche Rolle spielt die Dramaturgie dabei? Unterscheidet sich der Umgang mit fiktionalem Material von der Montagearbeit an dokumentarischen Projekten?

Kurstermin: 27.-29.08.2020 (Do.-Sa.)Teilnehmendenzahl: max. 16 Personen
Veranstaltungsort: Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLFSprache: Deutsch

Lehrende des Studiengangs Montage werden den Blick für ästhetische und inhaltliche Eigenheiten des Gewerkes sensibilisieren. Orientiert an den zentralen Standards des Basiscurriculums Medienbildung verknüpfen wir rezeptive und kreative Ansätze. Wir gehen dabei aus unterschiedlichen Perspektiven der Frage nach, welche filmischen Gestaltungsmittel in der Montage zur Verfügung stehen und wie sie eingesetzt werden können. Neben den notwendigen theoretischen Einheiten liegt der Schwerpunkt auf praktischen Übungen, die von den Lehrenden angeleitet und eng betreut werden. Mit der Teilnehmer*innengruppe werden die entstandenen Übungen ausführlich ausgewertet. Erkenntnisse und Inspiration aus Vorträgen und aus eigenen filmpraktischen Übungen sollen in konkrete Ideen für den Unterrichtsalltag einfließen.

Die Qualifikation ist als Ersatzangebot für Lehrer*innen vom MBJS anerkannt.

Programm

Zwischen Schnittstelle und Storytelling

Donnerstag, 27. August 2020

9:00-9:30         Ankunft der Teilnehmer*innen

9:30-9:45         Begrüßung und Einführung

Professorinnen Gesa Marten und Gergana Voigt sowie Susanne Foidl, LfbA im Studiengang Montage

9:45-11:00      Input 1: Einführung in die Filmmontage (Kino 1101)

Begriffsklärung (z.B. Szene, Sequenz) und Montagekonzepte (z.B. Continuity Editing, Parallelmontage).

„Es kommt drauf an, was man weglässt!“ Peter Przygodda, Editor

11:00-11:15     Kaffeepause

11:15 – 12.45  Input 2: Einführung in filmische Formen, Dramaturgie und Arbeitsmethodender Filmmontage – vom Rohschnitt zum Final Cut. (Kino 1101)

12:45 – 14:15   Mittagspause

14:15 – 15:00 Input 3: Einführung in Schnittsoftware und Umzug in Schneideräume (Raum 3402)

AVID Media Composer First - ein professionelles Tool, das AVID Technology  in dieser Version (2 Videospuren, 8 Audiospuren) für Windows und Apple kostenfrei zur Verfügung stellt.  

„Der Schnittcomputer ist eine übervolle Werkzeugkiste. Die digitale Technologie ist mit einer eigenartigen Leichtigkeit verbunden. Von der Technik her wäre es ein leichtes, sich von alten Formen und Vorstellungen zu lösen. Es ist eine Frage, wie wir innerlich davon loskommen und wohin wir dann kommen oder kommen wollen.“ Gabriele Voss, Autorin und Editorin

15:00 – 16:00 Praxis 1: Sichtung und Reflektion des Filmmaterials einer fiktionalen Szene (Kino 1101) 

„Sichten: (...) Material unter dem Aspekt der Montage zu sichten, bedeutet: einen Blick auf das Material richten, der es als auswählbar, umstellbar, kürzbar, verlängerbar begreift. Das ist ein Blick, der Materialzusammenhän- ge als veränderbar wahrnimmt.“ Prof. Gerry Schumm, Editor

ab 16:00            Kaffeestation in Raum 3403

16:00 – 19:00 Praxis 2: Montage der fiktionalen Szene in 2er-Teams mit Betreuung durch Lehrende und Studierende (die Schneideräume sind auch danach noch offen, wer den Abend nutzen will...)

„Montage ist das Ergebnis eines subjektiven Entscheidungsprozesses. Bei jedem Thema wird der/die Editor*in auf besondere Art herausgefordert, denn jeder Film hat sein ganz eigenes Material. Jeder Montageprozess ist einmalig und jedes Ergebnis ist einzigartig.“ Susanne Foidl, Schnittmeisterin

Freitag, 28. August 2020

9:00 – 9:30      techn.Export der Schnittergebnisse durch stud. Hilfskräfte

9:30 – 11:00    Reflexion 1: Auswertung der Montage der fiktionalen Szene (Kino 1101)

Wir „üben“ Kritik und analysieren die entstandenen Varianten der Szene.

11:00 -11:15     Kaffeepause

11:15 –12.15     Reflexion 2: Auswertung der Montage der fiktionalen Szene (Kino 1101)

Wir „üben“ Kritik und analysieren die entstandenen Varianten der Szene.

„Es ist eine psychologische Grundvoraussetzung der Filmbetrachtung, dass wir bewusst daran glauben, nicht zufällig zusammengewürfelte und aneinandergeklebte Bilder zu sehen, sondern das Werk einer schöpferischen Absicht erwarten und dass wir daher seiner Ganzheit einen Sinn voraussetzen und suchen.“ Bela Balázs, Autor, Filmkritiker und -theoretiker

12:15 – 13:45 Mittagspause

13:45 – 14:45 Input 4:   Filmsichtung „Plotpoint“, 15 Min. (Kino 1101)

Sichtung und gemeinsame Analyse der Montage

14:45 – 15:45 Praxis 3: Sichtung und Reflektion des Filmmaterials einer dokumentarischen Szene (Kino 1101) 

„Montage ist zum andern: Materialkomposition. Man muss eine Auswahl treffen und herausfinden, wie das Material angeordnet werden will und wie man es selber anordnen will.“ Prof. Gerry Schumm, Editor

ab 15:45            Kaffeestation in Raum 3403

16:00 – 19:00 Praxis 4: Montage der dokumentarischen Szene in 2er-Teams mit Betreuung durch Lehrende und Studierende (die Schneideräume sind auch danach noch offen, wer den Abend nutzen will...)

Samstag, 29. August 2020

9:00 – 9:30      techn.Export der Schnittergebnisse durch stud. Hilfskräfte

9:30 –11:00     Reflexion 3: Auswertung der Montage der dokumentarischen Szene (Kino 1101)

Wir „üben“ Kritik und analysieren die entstandenen Varianten der Szene.

„Die Kunst in der Montage von Dokumentarfilmen liegt nicht in virtuos gesetzten Schnitten. Dies ist nur das Handwerkszeug. Die Kunst liegt in der Interpretation des Materials und im Zusammenfügen einzelner filmischer Elemente zu einer großen Erzählung.“ Gesa Marten, Editorin

11:00 –11:15     Kaffeepause

11:15 –12:15     Reflexion 4: Auswertung der Montage der dokumentarischen Szene (Kino 1101)

Wir „üben“ Kritik und analysieren die entstandenen Varianten der Szene.

„Weil das Leben nicht drehbuchreife Geschichten schreibt oder die Kamera nicht zum gewünschten Zeitpunkt vor Ort sein kann, kommt es darauf an, innerhalb der vom Material gesetzten Grenzen trotzdem die beste aller möglichen Geschichten zu erzählen.“ Gesa Marten, Editorin

12:15 – 13:00 Abschluss und Ausblick

Referent*innen

FSS Filmbildung II | Susanne Foidl (öffnet Vergrößerung des Bildes)
Lehrkraft für besondere Aufgaben im Studiengang Montage und Gleichstellungsbeauftragte der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
FSS Filmbildung II | Susanne Foidl (öffnet Vergrößerung des Bildes)
Professorin für künstlerische Montage fiktionaler Film und Vizepräsidentin für Lehre & künstlerische Projekte an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
FSS Filmbildung II | Prof. Gesa Marten (öffnet Vergrößerung des Bildes)
Vertretungsprofessorin für Künstlerische Montage Spiel- und Dokumentarfilm und Vorstand des IKF Institut für künstlerische Forschung der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF

Anmeldung & Teilnahme

Die Summer School Filmbildung ist eine schul- und fächerübergreifende Fortbildung für Lehrerinnen und Lehrer, die in ihrem schulischen Alltag mit filmischen Mitteln und über Film unterrichten möchten. Für die Teilnahme werden keine filmischen Vorkenntnisse vorausgesetzt. Die Finanzierung erfolgt über einen Teilnahmebeitrag. Im Preis enthalten sind die Arbeitsmaterialien und Kaffeepausen. Unterkunft und Reise müssen selbst organisiert und bezahlt werden. Wir stellen Ihnen gerne Empfehlungen für Unterkünfte und Hotels in der Nähe zur Verfügung.

Infos für Brandenburger Lehrer*innen: Die Summer School ist als Ersatzangebot für Lehrer*innen vom Brandenburger Bildungsministerium (MBJS) anerkannt. Das heißt, der Teilnahmebeitrag wird vollständig von Ihrem zuständigen Staatlichen Schulamt übernommen. Brandenburger Lehrer*innen melden sich formlos per E-Mail bis zum 3. April 2020 bei Ihrer zuständigen BUSS-Agentur an. Anzugeben sind Name, Vorname, Schule sowie eine E-Mail-Adresse, unter der Sie direkt erreichbar sind. Die Teilnahmezusage und weitere Informationen erfolgen ebenfalls per E-Mail an die bei der Anmeldung verwendete E-Mail-Adresse.

Kontakt

Die Summer School Filmbildung wird unterstützt durch das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg