Das Projekt "In Echt? – Virtuelle Begegnung mit NS-Zeitzeug:innen" analysiert und vermittelt, welche Potenziale und Grenzen die Möglichkeiten der virtuellen Realität nach dem baldigen Ende der NS-Zeitzeugenschaft für die Geschichtsvermittlung und Erinnerungskulturen bieten.
Nach der ersten Brandenburg-Tour im Jahr 2023, der Ausstellung im Brandenburg Museum sowie der anschließenden bundesweiten Tour im vergangenen Jahr wird "In Echt?" nun vier Wochen an Orten in Berlin und Brandenburg zu sehen sein. Regionen, die im Rahmen der Tour 2023 nicht erreicht wurden, sollen nun mit der erneuten Brandenburg Tour von dem demokratiefördernden Projekt besucht werden.
Die mobile Ausstellung "In Echt?"
In der mobilen Ausstellung begegnen Besucher:innen fünf jüdischen Zeitzeug:innen – Ruth Winkelmann, Kurt Hillmann, Charlotte Knobloch, Inge Auerbacher und Leon Weintraub – in einer realitätsnahen, immersiven Gesprächssituation. Durch eine VR-Brille erleben sie diese Überlebenden scheinbar "in echt" und können deren Berichte auf einer emotional tiefgehenden Ebene nachvollziehen. Die besondere Innovation liegt in der Verknüpfung von historischer Erinnerung und moderner Technologie, die über herkömmliche digitale Archivierungen hinausgeht. Die Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus ist eine gesellschaftliche Verantwortung, die sich mit dem Verschwinden der letzten Zeitzeug:innen vor einer grundlegenden Herausforderung sieht. Die direkte Begegnung mit Überlebenden war stets ein besonders wirkungsvolles Mittel, um das Unrecht und die Gewalt der NS-Zeit nachvollziehbar zu machen. Das "In Echt?"-Erlebnis wird in Deutsch, in fünf weiteren Sprachen und in Deutscher Gebärdensprache barrierearm angeboten, um möglichst viele Menschen zu erreichen.
Das Projekt "In Echt?"
Was passiert, wenn die letzten Zeitzeug:innen des Nationalsozialismus nicht mehr da sind? Wer erzählt dann ihre Geschichten? Das Projekt "In Echt? – Virtuelle Begegnungen mit NS-Zeitzeug:innen" bietet einen möglichen Weg, um die Eindringlichkeit von erzählten Zeitzeugenberichten für nachfolgende Generationen zu bewahren. Mithilfe einer VR-Brille begegnet man fünf Überlebenden des Holocausts im virtuellen Raum. Die Intensität der Begegnung und der medienkritische Bildungsansatz des Projektes fördern Empathie und vermitteln Wissen auf eine neue Art, um ein starkes Bewusstsein für die Bedeutung von Demokratie und Menschenrechte zu schaffen. "In Echt?" steht für eine neue Form der Erinnerungskultur in Deutschland – authentisch, wirkungsvoll und zukunftsweisend. In einer Zeit, in der Antisemitismus und Geschichtsverzerrung wieder zunehmen, leistet das Projekt einen essenziellen Beitrag zur demokratischen Bildung und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das Erinnerungsprojekt reagiert auf die wachsende gesellschaftliche Notwendigkeit, NS-Unrecht für nachfolgende Generationen authentisch und eindringlich erfahrbar zu machen – gerade in einer Zeit, in der Antisemitismus und Geschichtsrelativierung wieder an Einfluss gewinnen.
Projektdaten
"In Echt? – Virtuelle Begegnung mit NS-Zeitzeug:innen" ist ein Kooperationsprojekt des Brandenburg Museums für Zukunft, Gegenwart und Geschichte mit der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF. Förderer des Projektes:
Von 2022 bis 2025 in der Bildungsagenda NS-Unrecht vom Bundesministerium der Finanzen (BMF) und der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) gefördert.
Tourstationen in 2026
Ort: Angermünde
Datum: Montag, 7.9. bis Dienstag, 8.9.2026
Standort: Marktplatz, neben dem Rathaus, Markt 24, 16278 Angermünde
Kooperationspartnerin: Stadt Angermünde
Besuchszeiten
Eröffnung: -
Öffnungszeiten für Laufpublikum: Montag, 7.9.2026, 14:30-17 Uhr und Dienstag, 8.9.2026, 14:30-17 Uhr
Ort: Eberswalde
Datum: Mittwoch, 9.9. bis Donnerstag, 10.9.2026
Standort: Marktplatz, Am Markt, 16225 Eberswalde
Kooperationspartnerin: Kreisvolkshochschule Barnim
Besuchszeiten
Eröffnung: Mittwoch, 9.9.2026, 14:30 Uhr
Es sprechen:
- Sylvia Setzkorn, Beauftragte für Gleichstellung, Migration und Integration des Landkreises Barnim
- Diana Sandler, Landesverband der Jüdischen Gemeinden Land Brandenburg, Kommunikations- und Antisemitismusbeauftragte
- Johanna Jahn, Leiterin der Kreisvolkshochschule Barnim
- Johanna Schüller, Projektleiterin "In Echt?"
Öffnungszeiten für Laufpublikum: Mittwoch, 9.9.2026, 15-17 Uhr und Donnerstag, 10.9.2026, 14:30 bis 17 Uhr
Ort: Berlin-Friedrichshagen
Datum: Montag, 14.9. bis Mittwoch, 16.9.2026
Standort: Kirchplatz der Christophoruskirche, Bölschestraße, 12587 Berlin-Bezirk Treptow-Köpenick
Kooperationspartner: Friedrichshagen solidarisch e.V.
Besuchszeiten
Eröffnung: Montag, 14.9.2026, 16 Uhr
Öffnungszeiten für Laufpublikum: Montag, 14.9.2026, 16:30-18 Uhr und Dienstag, 15.9.2026, 14-17 Uhr sowie Mittwoch, 16.9.2026, 14-17 Uhr
Ort: Prenzlau
Datum: Freitag, 25.9.2026 bis Samstag, 26.9.2026
Standort: St.-Jacobi-Kirche, Friedrichstraße 40, 17291 Prenzlau
Kooperationspartner: Kreisvolkshochschule Uckermark & Evangelische Kirchengemeinde Prenzlau
Besuchszeiten
Eröffnung: tbd
Öffnungszeiten für Laufpublikum: tbd
Ort: Berlin
Datum: Montag, 28.9.2026
Standort: Haus der Berliner Festspiele, Schaperstraße 24, 10719 Berlin
Kooperationspartner: Berliner Festspiele
Besuchszeiten:
Eröffnung: tbd
Öffnungszeiten für Laufpublikum: tbd
Ort: Babelsberg
Datum: Dienstag, 29.9.2026
Standort: Studio Babelsberg, August-Bebel-Str. 26-53, 14482 Potsdam
Kooperationspartner: MediaTech Hub Conference & Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf
Besuchszeiten
Eröffnung: tbd
Öffnungszeiten für Laufpublikum: tbd
Ort: Lübbenau
Datum: Sonntag, 30.9.206 bis Mittwoch, 2.10.206
Standort: AWO Louise Schroeder Bildungszentrum, A.-v.-Humboldt-Straße 43, 03222 Lübbenau/Spreewald & Roter Platz, 03222 Lübbenau/Spreewald
Kooperationspartner:innen: Gleis 3 & Stadt Lübbenau
Besuchszeiten
Eröffnung: tbd
Öffnungszeiten für Laufpublikum: tbd
Interviewanfragen an die Projektleitung Johanna Schüller richten Sie gern an: presse(at)gesellschaft-kultur-geschichte.de.

