Präsentation

FRAUEN IN BERLIN läuft im Rahmen von "What if Berlin"

Der Film von Chetna Vora (1981 ist Teil der Guided Tour A "Dürfen Kommunisten träumen? Eine unterdrückte Vorstellungskraft" an der Frankfurter Allee.

Datum / Dauer:
28.08. – 20.09.2026
Zeit:
11:37 – 14:58

What If Berlin- Die Ringbahn als Bühne für 27 vergessene Zukunftsvisionen
Während wir die gebaute Realität der Stadt durchqueren, sind wir ständig von unrealisierten Bauplänen, verloren gegangenen künstlerischen Entwürfen und Visionen eines anderen Zusammenlebens umgeben. Anlässlich des 75. Jubiläums der Berliner Festspiele lädt der japanische Künstler Akira Takayama zu sechs geführten Touren auf der Berliner Ringbahn ein, die Begegnungen mit diesen Geistern alternativer Zukünfte ermöglichen. Die nicht verwirklichten Projektideen stammen aus den Archiven der Berliner Festspiele, anderer Berliner Kulturinstitutionen sowie von Architekt*innen und Künstler*innen. Takayama überführt sie in die Gegenwart und stellt die Frage, welche Visionen wir künftig verwirklichen wollen. An vier Wochenenden werden die 27 Stationen der Ringbahn zu Orten vergessener künstlerischer Zukunftsentwürfe, die von erfahrenen Stadtführer*innen neu erzählt werden. Die geführten Touren finden in deutscher und englischer Sprache statt.

Frauen in Berlin 
Der Film Frauen in Berlinwurde 1981 von der indischen Filmregiestudentin Chetna Vora im Rahmen ihrer Diplomarbeit an der Hochschule für Film und Fernsehen der DDR in Potsdam-Babelsberg gedreht. Der Film zeigt 14 Frauen zwischen elf und 83 Jahren, die mit einer für die DDR ungewöhnlichen Offenheit über ihr Leben, ihre Hoffnungen und Erfahrungen in der Arbeitswelt und in persönlichen Beziehungen sprechen. In langen, kaum geschnittenen Einstellungen wird die Spannung zwischen individuellen Ambitionen und erzwungener Pragmatik thematisiert. Die mehr als zweistündige Arbeitskopie des Films wurde jedoch von der Schulleitung abgelehnt und konfisziert, auch weil Vora sich weigerte, den Film von 140 auf 40 Minuten zu kürzen. Kurzzeitig stahl sie die Filmrollen sogar, um eine eigene Kopie anfertigen zu können, blieb dabei aber erfolglos. Die Hochschule ließ den Film schließlich vernichten. Überlebt hat lediglich eine auf VHS-Kassette abgefilmte Kopie der Arbeitsversion – als materielle Spur eines Aktes institutionellen Verschwindenlassens. Der Film gilt heute als einer der mutigsten erhaltenen Dokumentarfilme über Frauen und Emanzipation in der DDR.


Ausgehend vom Motto der bekannten Gemäldegalerie des Palast der Republik befasst sich die ca. 2-stündige “Guided Tour A” unter dem Motto Dürfen Kommunisten träumen?  mit einer kulturellen Einrichtung, einem Film, einem Gemälde und einem Gedenkprojekt, die im sozialistischen Teil der Stadt konzipiert, später jedoch aufgegeben wurden. Die Spuren dieser unterdrückten, aber nie ganz verschwundenen Imaginationen offenbaren verdrängte Geschichten Berlins und Zukunftsvisionen, die einst hätten Wirklichkeit werden können.

Die Tour startet vom S-Bahnhof Gesundbrunnen. Zu Veranstaltungsbeginn finden Sie sich bitte an der Travel Agency ein. Informationen zum genauen Startort sowie eine Wegbeschreibung finden Sie unter Startpunkte. Start: 18:00, 19:00, 20:00, 21:00 Uhr. Tickets: 12 EURO, ermäßigt 10 EURO

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