Symbol, großes Bild zeigen

Bildergalerie

Kontakt

Festivals & Distribution
Cristina Marx
c.marx@filmuniversitaet.de
Fon: +49(0)331.6202-564

Zwischen den Stühlen


Auf das theoriedominierte Lehramtsstudium folgt seit Jahrzehnten mit bürokratischer Regelmäßigkeit das Referendariat, der praktische Teil der Lehrerausbildung.

Ein Sprung ins eiskalte Wasser.

Zwei Jahre lang arbeiten angehende Lehrer im Spannungsfeld zwischen Bewerten und Bewertetwerden. Müssen erziehen und werden selbst erzogen. Vom ersten Tag an sind sie gezwungen, die gegensätzlichsten Rollen einzunehmen. Sie müssen Schulklassen bändigen - und sich von Seminarleitern maßregeln lassen. Sie müssen Zensuren verteilen - und haben die größte Angst vor den eigenen Prüfungen. Sie rechtfertigen sich auf Elternsprechtagen vor Vätern und Müttern, die doppelt so alt sind wie sie selbst.

Und sind immer Schüler und Lehrer zugleich.

Einige starten mit großem Idealismus, andere aus Mangel an Alternativen. Allmählich werden sie - ob sie wollen oder nicht - zu Vertretern eines Systems, das jeden Einzelnen von uns geprägt hat.

„Zwischen den Stühlen“ begleitet drei von ihnen auf diesem spannungsreichen Weg.

TO BE A TEACHER

Education is one of our most valuable ressource. This is a rare look behind the scenes, this is a story of three young teachers in the making that are thrown in the (harsh) reality of the German educational system.

"To Be A Teacher" is the emotional story of three young teachers and their first years in school, a period called “Referendariat” in Germany. Here they come to realize that their studies did not prepare them at all for what it means to work in one of the most responsible and important jobs of society.

A rare insight into fabricating one of the most essential resources of modern times: education. A coming-of-age story about three young people whose idealism clashes with a harsh reality.

2016, Diplom, DCP, 25 fps, 16:9, Dolby digital 5.1, 101:00 min, Farbe, Dokumentarfilm

Credits

DrehbuchJakob Schmidt
RegieJakob Schmidt
ProducerInMarie-Luise Scharf
CinematographyDavid Schittek, Evgeny Revvo, Jakob Schmidt
MontageJulia Wiedwald
SoundAngelo Fonfara, Malte Eiben, Tim Altrichter
MischungMalte Eiben
MusikAndreas Bick
HerstellungsleitungHolger Lochau, Andrea Wohlfeil
ProduzentInFilmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF in Koproduktion mit dem ZDF - Das Kleine Fernsehspiel
RedaktionZDF - Das Kleine Fernsehspiel, Jörg Schneider

Preise

Prädikat Besonders Wertvoll der FBW (Filmbewertungsstelle Wiesbaden)
Sie lehren schon und lernen noch, unterrichten als Referendare Schulkassen und müssen nach einem Jahr selber ihr Examen bestehen. Der Film ZWISCHEN DEN STÜHLEN begleitet drei angehende Lehrer auf diesem schwierigen und widersprüchlichen Weg. Dabei kommt Jakob Schmidt ihnen, aber auch ihren Schülern, Familienangehörigen und einigen erfahrenen Lehrern an ihren Schulen erstaunlich nah und bietet so einen authentischen und nuancierten Blick darauf, wie an deutschen Schulen heute gelehrt wird und wie belastend der Beruf des Lehrers in diesen Zeiten ist. Schmidt hat seine Protagonisten gut gewählt, denn sie arbeiten nicht nur in verschiedenen Schulsparten, sondern reagieren auch, ihren Temperamenten entsprechend, sehr unterschiedlich auf den Stress, dem sie bei der Arbeit ausgesetzt sind. Die eine ist unsicher und oft verzagt, die andere ist selbst Tochter einer Lehrerin, wodurch ihre zwiespältige Situation zuhause noch einmal gespiegelt wird. Dies wird in einer zugleich komischen und berührenden Szene deutlich, in der die Mutter abends zuhause die Texte der Tochter korrigiert. Der männliche Protagonist unterrichtet an einem Gymnasium und scheint unter den dreien der Musterlehrer zu sein, bis sich herausstellt (und Schmidt hält diese Information dramaturgisch geschickt lange zurück), dass er selber ein Schulversager war, was seine Disziplin und Strenge noch außergewöhnlicher wirken lässt. Im Laufe des Jahres stoßen alle drei an ihre Grenzen, müssen Krisen bewältigen, und sowohl als Lehrer wie auch als Prüflinge Niederlagen einstecken. Auf dieser Ebene funktioniert der Film als ein Drama, in dem man mit den bedrängten Helden bangt und ihnen wünscht, dass sie alle Hindernisse überwinden. Schmidt erzählt das sehr filmisch, mit Aufnahmen, bei denen der Kameramann ein gutes Auge für Details hat und die mehr erzählen können als ein Text im Off, auf den Schmidt ganz verzichtet. Der Film nimmt sich zudem Zeit für längere Sequenzen, die nötig sind, um deutlich zu machen, welchem Druck die Protagonisten standhalten müssen. Auf einer anderen Ebene wird hier auch von den Fehlentwicklungen des deutschen Schulsystems erzählt. Ein Lehrer bringt dies auf den Punkt, wenn er sagt, dass heute in den Schulen nur die Mittelmäßigen gefördert werden. Ein brillanter Jugendlicher wird da genauso wenig gefördert wie ein Schüler mit Lernproblemen. Diese Problematik wird auch dadurch gespiegelt, dass der Gymnasialreferendar in seinen Deutschstunden den Roman „Unterm Rad“ von Herman Hesse durchnimmt, in dem davon erzählt wird, wie in einer deutschen Schule die jungen Menschen „wie ein Urwald“ kultiviert und normiert werden sollen. Er diskutiert darüber nicht nur mit der Klasse, sondern zitiert später auch aus dem Buch, um seine eigene Situation zu beschreiben. Der Film ist gefüllt mit solchen klugen und überraschenden Reflexionen und Spiegelungen. Dazu zählen auch schön gewählte Detailaufnahmen aus den Schulräumen, wie etwa von einem Käfig, in dem ein Hamster im Laufrad gezeigt wird. So überrascht der Film immer wieder dadurch, dass er neue Aspekte und Perspektiven in den Film einführt, ohne dabei je den Blick auf seine drei Helden zu verlieren. Eine von ihnen fragt sich, ob sie den Stress dieses Berufs für die nächsten 35 oder auch nur 5 Jahre aushalten wird. Nach diesem Film wüsste das Publikum dies auch gerne. Jakob Schmidt hat hier den sehr fruchtbaren Keim für eine über Jahrzehnte gehende Langzeitbeobachtung gelegt.

DEFA-FÖRDERPREIS
DOK Leipzig - Internationales Leipziger Festival für Dokumentar– und Animationsfilm
31. Oktober - 6. November 2016
Sensibel und schonungslos beobachtend, immer in direkter Konfrontation, nimmt der Regisseur ein aktuell hochbrisantes, wie alarmierendes Themenfeld in den Fokus und folgt drei Referendaren auf ihrem beruflichen Werdegang, die nicht selten selbst „Zwischen den Stühlen“ als lernende Lehrer und lehrende Lernende sitzen.

Healthy Workplaces Film Award
DOK Leipzig - Internationales Leipziger Festival für Dokumentar– und Animationsfilm
31. Oktober - 6. November 2016
Ein Film seiner Zeit – personifizierter Stress. Die Charaktere sind sehr gut herausgearbeitet und anziehend, die cinema verité-Herangehensweise des Filmemachers, also sein Blick „hinter die Kulissen”, erlauben uns, ganz nah am menschlichen Drama der ProtagonistInnen zu sein, was sowohl unsere Herzen berührt wie auch unseren Verstand angeregt hat. Mit einem Sinn für Humor, mit einer ernsten zugrundeliegenden Botschaft über das Schicksal junger Menschen und mit ihrer uns am Herzen liegenden Zukunft geht der Healthy Workplaces Film Award an „Zwischen den Stühlen"

Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts
DOK Leipzig - Internationales Leipziger Festival für Dokumentar– und Animationsfilm
31. Oktober - 6. November 2016
Einfühlsam begleitet der Film die Entwicklung von zwei Referendarinnen und einem Referendar auf dem Weg in den Lehrerberuf. Im Spannungsfeld von modernen Erziehungskonzepten und schulischem Alltag werden die Ideale der ProtagonistInnen auf eine harte Probe gestellt. Filmisch genau beobachtet und ohne erklärende Kommentare zeigt der Film, wie schwer Blaupausen in der Realität umzusetzen sind.

Preis der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di
DOK Leipzig - Internationales Leipziger Festival für Dokumentar– und Animationsfilm
31. Oktober - 6. November 2016
Wir haben uns für „Zwischen den Stühlen entschieden", weil diese Langzeitbeobachtung einfühlsam, humorvoll und direkt von der Situation in den Schulen erzählt. Bildung ist die dringendste Aufgabe in unserer immer komplexer werdenden Gesellschaft und nur faire Chancen sind die Basis für die heranwachsende junge Generation. Ayşe Polats Film „The Others" ist erschreckend aktuell. Ihr gelingt es, mit einfachen Mitteln eine universelle Geschichte über Ausgrenzung und die Notwendigkeit von Vergangenheitsbewältigung zu erzählen. Ein zukünftiges, friedliches Zusammenleben findet hier sein Fundament.

Nominierungen: Healthy Workplaces Film Award Young Eyes Film Award DEFA-Förderpreis Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts
DOK Leipzig - Internationales Leipziger Festival für Dokumentar– und Animationsfilm
31. Oktober - 6. November 2016

Festivals

German Film Festival
2. - 12. November 2017
Singapur

Astra Film Festival
16. - 22. Oktober 2017
Sibiu, Rumänien

DOKUart
8. - 14. Oktober 2017
Bjelovar, Kroatien

Internationale Dokumentarfilmfestival CinéDOC Tbilisi / Sektion: GERMAN DOX
11. - 16. Mai 2017
Tiflis, Georgien

Filmkunstfest MV / Reihe: GEDREHT IN MV
2. - 7. Mai 2017
Schwerin

Sehsüchte - Internationales Studentenfilmfestival / Wettbewerb
26. April - 1. Mai 2017
Potsdam

Crossing Europe Filmfestival
25. - 30. April 2017
Linz, Österreich

achtung berlin – new berlin film award / Wettbewerb
19. - 26. April 2017
Berlin

American Documenatary Film Festival / Wettbewerb
31. März - 5. April 2017
Palm Springs, USA

DOK Leipzig - Internationales Leipziger Festival für Dokumentar– und Animationsfilm
31. Oktober - 6. November 2016

© Filmuniversität 2017


Logo Filmuniversität