Filmuni-News

San Sebastian International Film Festival 2026

LOVERS SLEEP ALONE (2026), MA-Abschlussfilm von Regiestudent Massih Parsaei, geht ins Rennen um den mit 50.000 Euro dotierten "Kutxabank-New-Directors-Award". KRUX, der Debütfilm von Regie-Alumna Tony Vahl startet im Wettbewerb.

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Filmstill: Lovers Sleep Alone (2026), (c) FilmFive Jakob Reinhardt

Seit mehr als fünfzig Jahren fördert das San Sebastian International Film Festival (SSIFF) neue Talente mit dem „Kutxabank-New Directors Award“. Auch bei der 74. Ausgabe (18. bis 26. September 2026)  konkurrieren wieder 14 Filme aus Bulgarien, Chile, Deutschland, dem Iran, Japan, Kasachstan, Mexiko, Norwegen, Südkorea, Spanien, Taiwan, Großbritannien und der Ukraine in dieser Sektion um den mit 50.000 Euro dotierten Preis für Erst- und Zweitwerke junger Filmschaffender. 

Wir freuen uns sehr, dass es in diesem Jahr auch ein Filmuni-Film in die Auswahl des A-Festivals geschafft hat: Regiestudent Massih Parsaei  (Teheran, 1992) präsentiert sein Debüt und gleichzeitig Master-Abschlussfilm LOVERS SLEEP ALONE (2026).  Im Zentrum des 87-Minüters, der im vergangenen Jahr für das WIP Europa ausgewählt wurde, steht Iman. Er hat den Iran vor Jahren verlassen, den Kontakt zu seiner Familie abgebrochen und lebt nun im Exil in Berlin. Von morgens bis spät in die Nacht arbeitet er in zwei Jobs, als Pfleger für einen älteren Mann und in einer LKW-Waschstation. Um die Leere zu füllen, erfindet er Geschichten. Seine einzige Beziehung ist eine heimliche Affäre mit André, einem Mann, den er nachts im Park zum Sex trifft. Ein kurzer Besuch seiner Cousine Maneli (29), die er kaum kennt, verändert seine bisherigen Abläufe. So findet das, was er hinter sich gelassen hat, leise wieder den Weg zu ihm. 

“Die eigene Kindheit hinter sich zu lassen ist eine Wiedergeburt, die alle durchlaufen. Im Exil, als queere Person of Colour, kommt eine zweite hinzu: sich lösen von dem, was man kannte, und auf eine Welt zugehen, für die niemand ein Skript geschrieben hat. Iman ist ein spätes Coming of Age. Er sucht Nähe dort, wo niemand etwas von ihm verlangt. Um ihn herum tauchen andere Leben auf und verschwinden. Er ist der Passant dieser Geschichte. Nur dass wir an ihm nicht vorbeigehen. Wir bleiben”, kommentiert Massih Parsaei seinen Film. 

Die im Rahmen der Leuchstoff-Initiative von rbb und Medienboard Berlin-Brandenburggeförderte Ko-Produktion mit FILM FIVE mit den FIlmuni-Alumni Florian Schewe und Carla Buchal als Produzent*innen, geht wie alle Beiträge in dieser Sektion zudem ins Rennen um den DAMA-Jugendpreis, über den eine Gruppe von 150 Studierenden im Alter von 18 bis 25 Jahren.entscheidet.


KRUX, der Debütfilm von Regie-Alumni Tony Vahl wurde für den Wettbewerb des 74. SSIFF ausgewählt und feiert dort seine Europapremiere am 19. September. Das kunstvolle Drama mit Jella Haase, Clemens Schick, Frida-Lovisa Hamann und Martin Wuttke führt in die verhängnisvollen letzten Tage des Zweiten Weltkriegs. Während die Männer an der Front kämpfen, versuchen Greta, Anni und die verbliebenen Dorfbewohner, einen Schein des Lebens aufrechtzuerhalten. Doch die Entdeckung unbekannter Leichen am Fluss markiert den Beginn des Zerfalls ihrer Welt. Als immer mehr Leichen auftauchen, weicht die Angst der Hysterie – bis ein erschreckender Befehl ergeht: Kein lebender Deutscher soll dem Feind in die Hände fallen.
Die aus Mecklenburg-Vorpommern stammende Regisseurin Vahl, die auch das Drehbuch verfasste, erforscht in »KRUX« die existenzielle Frage, was mit einer Gemeinschaft und dem Einzelnen geschieht, wenn ein jahrelang verinnerlichtes Weltbild plötzlich zusammenbricht. Wie verhält sich ein Mensch, der es gewohnt ist, dass ein totalitärer Staat jede Entscheidung vorgibt? In eindringlichen Bildern stellt Vahl die Frage, ob ein Leben außerhalb einer Volksgemeinschaft, die über allem steht, einen Wert haben kann. (Zum Trailer)