Das Promotionsprojekt untersucht, wie die maternalisierte Sorgearbeit unter den gegenwärtigen Bedingungen einer Reproduktionskrise auf Instagram als alltagsästhetische Repräsentationspraxis hervorgebracht wird. Im Fokus stehen die ungleichheitsgenerierenden Strukturen dieser Arbeit mit ihren Kosten und strukturellen Herausforderungen wie mentalen und physischen Anforderungen, Erschöpfung, Care-Unvereinbarkeit und ungleicher Verteilung.
Zugleich fragt das Projekt, welche plattformästhetischen Formen unter den Bedingungen eines Social Media Entertainments (SME; Cunningham & Craig, 2021) entstehen. Dazu analysiert es die visuellen, narrativen und affektiven Formen dieser Repräsentationspraxis.
Im Rahmen ihrer Dissertation entwickelt Friederike Jage-D’Aprile das analytische Konzept des Care-Entertainments. Es beschreibt eine Repräsentationsform, in der maternalisierte Sorgearbeit unter SME-Bedingungen in ästhetische Formen übersetzt wird, die an feminisierte Unterhaltungsformate anschließen.
Ziel ist es, die Ambivalenz des Teilens herausfordernder Sorgemomente in unterhaltenden Formen mütterlicher Plattformöffentlichkeiten besser zu verstehen und dabei sowohl deren strukturelle Bedingtheit als auch deren feministisches Potenzial herauszuarbeiten.
Zur Person
Friederike Jage-D’Aprile ist seit 2020 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Studiengang Digitale Medienkultur an der Filmuniversität und war Mitarbeiterin im DFG-Projekt „Zur Konstruktion von Mutterschaft in Sozialen Medien: Darstellung, Erwartungen und Selbstverständnis im Zuge einer Selbstprofessionalisierung“. Sie lehrt an der Filmuniversität gendertheoretische Ansätze im Kontext Sozialer Medien. Zudem lehrt sie künstlerisch-wissenschaftliche Kurse zur crossmedialen Projektkonzeption und Stoffentwicklung. Ihr Forschungsinteresse liegt in der visuellen und narrativen Analyse medienkultureller Phänomene.
Sie hat ihre Forschung auf mehreren internationalen Fachtagungen präsentiert und in begutachteten Fachzeitschriften publiziert.
mehr unter: friederikejagedaprile.de
Wissenschaftliche Promotion im Studiengang: Medienwissenschaft
Betreuung: Prof. Dr. Daniela Schlütz


