Podcast Dritte Klappe

Was ist Wissenstransfer und was kann überhaupt Wissenstransfer alles sein? Darum geht’s im neuem Podcast Dritte Klappe. Darin sprechen wir mit Angehörigen der Filmuniversität, die mit Akteur*innen aus Kultur, (Kreativ-)Wirtschaft, Politik und anderen Wissenschaftsdisziplinen ins Gespräch gebracht werden. Im Fokus stehen künstlerische Forschung und kreative Innovationen aus der Filmuniversität. Dritte Klappe horcht auf, wo Kooperationen bereits gelungen sind und wo künftig neue Zusammenarbeiten entstehen können. Dritte Klappe fragt, welche Hürden es zu überwinden gilt, will verstehen welche Antworten Wissenstransfer auf gesellschaftliche Fragen liefern kann – und ist schließlich selbst Raum für den Transfer von neuen Ideen.

Dritte Klappe – Podcast für Film Forschung und Wissenstransfer steht an der Schnittstelle zwischen gesellschaftlichen Fragestellungen und Innovationen aus den Werkstätten und Forschungsprojekten der Filmuni. Kurzum – Dritte Klappe ist Detektor, Sprachrohr und zugleich Erfahrungsraum für Wissens- und Technologietransfer. 

Der aktive Wissenstransfer der Filmuniversität – neben Forschung und Lehre bekannt als die sogenannte „Third Mission“ oder „Dritte Mission“ von Universitäten – wird in Dritte Klappe hörbar. Was unter Wissenstransfer zusammengefasst sperrig und abstrakt klingen mag, will Dritte Klappe inspizieren: Host Judith Koch begibt sich auf eine Entdeckungsreise, bringt Angehörige aus der Filmuniversität, Kooperationspartner*innen und Akteur*innen aus der Gesellschaft ins Gespräch, und will wissen: Wer transferiert hier eigentlich? Und was? Wie sieht der Weg von Filmuni-Forschungsprojekten und Innovationen in die Medien-, Kultur- und Kreativwirtschaft aus? – Und wie können diese Inhalte Gesellschaft, Politik und Kunst zugute kommen?

Dritte Klappe wird so zur Kamera, die das Dach ausleuchtet, unter dem Wissenstransfer neben Forschung und Lehre als eine der drei Säulen von Universitäten verankert ist. Der Podcast illuminiert nicht nur die Rolle von Wissenstransfer an der Filmuni, er lässt die beteiligten Akteure zu Wort kommen und beleuchtet gemeinsam mit ihnen deren Visionen und Ideen. Schließlich schwenkt er nach draußen, in die Gesellschaft, um deren Bedarfe zu erörtern.

Auf ähnliche Weise bewegt Dritte Klappe sich dramaturgisch, Schritt für Schritt, durch die Möglichkeiten und Facetten des Wissenstansfers. Aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen, wie Gendergerechtigkeit, Diversität, Nachhaltigkeit und Green Production geben den Ton jeder Episode an, um anschließend über das Potential von Innovationen und neue Kooperationen nachzudenken. 

Dritte Klappe gibt es auf allen Podcast-Plattformen und in allen Podcast-Apps – auch bei Spotify, Podigee, Deezer, Apple-Podcasts, Google-Podcasts und YouTube.

Weitere aktuelle Infos gibt auch auf unserem Instagram-Profil (@dritteklappe. gern abonnieren).

Episoden

Episode 14 | Farvel: Digital Abschiednehmen im ersten virtuellen Trauerraum

Wie kann Trauer, dieser Nicht-Ort, einen Raum kriegen? In unserem souverän funktionierenden und schnelllebigen Alltag sind Themen wie Sterben, Tod und Trauer eher tabu. Aber Abschied braucht einen Ort – und zwar einen virtuellen, sagen die Gründer:innen von Farvel, dem ersten digitalen Raum des Abschieds, der Erinnerung und des Austauschs. Wie barrierefreies Abschiednehmen, losgelöst von Raum und Zeit, im virtuellen 3D Raum funktionieren kann und welche Vorteile digitale Trauerzeremonien mit sich bringen, darum geht es in dieser Episode.

Zu Gast sind Lili Berger, ausgebildete Bestattungsfachkraft und Creative Producerin (BA Digitale Medienkultur, Filmuni & MA Leadership in Digitaler Kommunikation, UdK) und Markus Traber (MA C-Tech, Filmuni), Softwareentwickler und 3D Raum-Experte, die Farvel gemeinsam mit der UX-UI-Designerin Jennifer Beitel (MA C-Tech, Filmuni) gegründet haben. Lili und Markus sprechen zusammen mit Mel Breese, Tauerrednerin und Gründerin von Deutschlands größter Agentur für Trauerredner:innen WER DU WARST darüber, inwiefern Farvel im Kontext der Digitalisierung eine Innovation für das deutsche Bestattungswesen darstellt. Außerdem geht es darum, wie Farvel als Ergänzung zur konventionellen Bestattung unsere Trauerarbeit verändern kann, und ob wir dem Thema Tod durch den spielerischen Effekt virtueller Räume sogar mit einer gewissen Leichtigkeit begegnen können.

Die  vierzehnte Epsiode von Dritte Klappe ist ab dem 12.01.2022 hier verfügbar:

Episode 13 | "Bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin": Größere Bühnen für Politischen Film

Jeder Film ist politisch, irgendwie. Aber warum hat politischer Film es so schwer? Was muss passieren, damit Social Impact Filme und gesellschaftskritisches Kino eine größere Bühne kriegen? - Funktioniert das überhaupt bei Filmen, denen häufig das Label „Arthouse“ anhaftet – ergo Nische, also profit-technisch nahezu irrelevant?

In dieser Episode spricht Thomas Wendrich, Drehbuchautor (u.a. LIEBER THOMAS, Je Suis Karl), Regisseur, Schauspieler und Filmuni-Absolvent mit Gesine Mannheimer und Saskia Vömel, Gründerinnen der Agentur JETZT & MORGEN über deren gemeinsame Strategie, politischen Film stärker in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit zu rücken. Durch die Aktivierung potentieller Zuschauer:innen verhilft JETZT & MORGEN dem „Entertainmentmedium“ Film gezielt, zur politischen Filmbildung beizutragen. Saskia Vömel und Gesine Mannheimer erklären, mithilfe welcher Akteur:innen und welcher spezifischen Verbreitungsstrategien das am besten gelingt. Thomas Wendrich spricht  außerdem darüber, wie er als Filmemacher mit dem Balanceakt zwischen Vermittlung einer politischen Haltung und dem Druck des Marktes umgeht und wir denken gemeinsam über die Gründe für die jahrelange Vernachlässigung einer filmbildungspolitische Leerstelle nach, die die Kampagnenarbeit von JETZT & MORGEN füllt.

Die  dreizehnte Epsiode von Dritte Klappe ist hier verfügbar:

Episode 12 | Unmittelbar gegen das Vergessen: Volumetrische Zeitzeug:inneninterviews

Wenn die letzten Holocaustüberlebenden diese Welt verlassen, wird es keine Zeitzeug:innen mehr geben. Wie können deren Erinnerungen für die Nachwelt erhalten werden? Wie können wir uns an sie erinnern und welchen Beitrag können digitale Technologien dabei leisten? Das Projekt „Volumetrisches Zeitzeugnis von Holocaustüberlebenden“ setzt sich mit diesen Fragen auseinander und erschafft besondere Bilder gegen das Vergessen: Dabei werden Interviews mit Zeitzeug:innen im volumetrischen Studio der Volucap GmbH aufgezeichnet. Die Interviewpartner:innen werden dabei von allen Seiten gleichzeitig mit mehr als dreißig Kameras gefilmt. Dadurch entsteht ein komplett dreidimensionales Bild, das sich in Film, VR, MR, AR und andere neue
Medien digital integrieren lässt. Mithilfe der filmischen und dokumentarischen Expertise der Filmuni werden so ein Zeitzeug:innenarchiv sowie eine VR-Experience erstellt, die als lineare Erzählung funktioniert. Die VR-Experience ist ein Anwendungsbeispiel des Archivmaterials und funktioniert wie ein klassischer Dokumentarfilm. Zuschauende können sich aber bis zu einem gewissen Grad in diesem digitalen Werk bewegen, wodurch das Gefühl eines räumlichen Eintauchens (Immersion) entsteht.
In der 12. Episode sind die akademischen Mitarbeiter:innen der Filmuni Britta Strampe, Projektleiterin und Christian Zipfel, Regisseur und künstlerischer Leiter, sowie Denise Grduszak, Medienanthropologin und  Projektkoordinatorin seitens der Volucap GmbH. Im Interview sprechen sie über die Idee, die Begegnungen mit den Zeitzeug:innen und die Perspektiven des Projekts im Speziellen und von Erinnerungskultur im Allgemeinen. Das Projekt wird vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Energie (MWAE) des Landes Brandenburg finanziert, und durch ein Partner:innennetzwerk von Institutionen und Organisationen, die narrative, ethische und organisatorische Unterstützung geben, begleitet - darunter unter anderem das Moses Mendelssohn Zentrum und der von der Kulturstiftung des Bundes geförderte Projektverbund SPUR.lab.

Die  zwölfte Epsiode von Dritte Klappe ist hier verfügbar:

Episode 11 | oKat-SIM: Augmented Reality für den Katastrophenschutz

Umweltkatastrophen wie im Ahrtal diesen Juli kommen in den letzten Jahren immer häufiger vor, und zwar weltweit. Dabei werden Technik und Fähigkeiten des Katastrophenschutzes regelmäßig auf den Prüfstand gestellt. Während in Deutschland ohnehin ein hoher Ausbildungsbedarf für Katastrophenschützer*innen herrscht, erfordert die Vielfältigkeit an Katastrophenszenarien nicht nur eine veränderte Ausstattung, sondern auch eine Anpassung der Ausbildung der Hilfskräfte. Die Krux liegt hier vor allem in der Abruptheit von Katastrophenereignissen: Denn im Katastrophenfall treten häufig Personen zusammen, die normalerweise nicht in Krisenstäben arbeiten - geschweige denn mit Krisensituationen vertraut sind.
In völlig neuen Situationen müssen Helfer*innen plötzlich in Sekundenschnelle komplexe Entscheidungen treffen. Aber wie soll man sich für solche Entscheidungen wappnen? okat-SIM, ein innovatives Augmented Reality (AR)-Tool unterstützt Trainings für den Katastrophenschutz und die zivile Sicherheit mittels visueller Simulation. Das vom BMBF geförderte Verbundprojekt besteht aus einem interdisziplinären Team aus den Bereichen Hochwasserschutz, AR-Entwicklung und Geoinformationen. Mit dabei sind Geo- und Kognitionswissenschaftler*innen der Universität Potsdam, die Konsortialführerin ist, sowie aus den Bereichen Multimediale und interaktive Systeme der Universität Lübeck und Neue Medien der Filmuni, sowie KSK (Krisenmanagement, Sicherheitsplanung, Katastrophenschutz). Mithilfe einer realistisch gestalteten Simulation einer Lagekarte erschafft oKat-SIM eine abstrakte Situation, in der künftige Krisenhelfer*innen Entscheidungsfindung für den Ernstfall üben können. Statt jedoch hier die Realität zu simulieren, zeigt oKat-SIM, was plausibel passieren könnte.

In dieser Episode sprechen wir mit Prof. Björn Stockleben (Neue Medien, Filmuni), Oliver Oswald (KSK) und David Schornsheim (HoloLens Developer oKat-SIM, Filmuni) über den Entwicklungsprozess von oKat-SIM, das Training und die Unmittelbarkeit verschiedener Handlungsoptionen, deren Tragweite durch oKat-SIM greifbar wird.

Die  elfte Epsiode von Dritte Klappe ist hier verfügbar:

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Episode 10 | INTO THE WILD: Mentoring für mehr Heldinnen in Film und Branche

Nur jeder fünfte Kinofilm wird von einer Frau inszeniert. Ab Mitte 30 verschwinden Frauen regelmäßig von der Leinwand und aus dem Fernsehen. Im Fernsehen sind immer noch doppelt so viele Männer zu sehen als Frauen, und nur die Hälfte aller Filmhochschulabsolventinnen arbeiten in ihrem Beruf. INTO THE WILD, ein einjähriges Mentoringprogramm für junge Filmacherinnen will das ändern. In dieser Episode sprechen Nataly Kudiabor, Mentorin und Produzentin (UFA Fiction), Tamara Erbe, Filmproduzentin und Mentee bei INTO THE WILD und Ann Christin Keune, Programmassistentin bei INTO THE WILD über Wege aus dieser Situation. Wie geht es für die Mentees jetzt weiter? Welche Chancen birgt die Kooperation von INTO THE WILD mit Netflix? Wie können sich die Branche sowie unsere Sehgewohnheiten verändern, wenn mehr weibliche Personen mitarbeiten? Gibt es eigentlich so etwas wie weibliches Filmemachen, und was überhaupt ist der „weibliche Blick“? Wie können wir künftig FLINTA* Personen und auch sozioökonomische Unterschiede mitdenken? Ein Gespräch über Wege hin zu mehr Diversität in der Filmbranche.

Die  zehnte Epsiode von Dritte Klappe ist hier verfügbar:

Episode 9 | Denkbewegung durch Video Essays

Unabgeschlossen, versuchhaft, sich vortastend: Video Essays sind kritische Landkarten, bei denen die Kamera zu Stift und Papier wird. Als eine Form des Nachdenkens hinterfragen Video Essays die Fixiertheit von Wissen. Ob als analytischer Kommentarfilm, found footage-artige Montage oder DIY Experimentalfilm - Video Essays werden nicht nur unter Fachleuten, cinephilen Akademiker:innen, sondern auch bei Amateur:innen immer beliebter. Den Video Essay eindeutig zu definieren, ist allerdings schwer. Und damit fängt es schon an: Heißt es überhaupt "der" Video Essay? Oder "das"? - "Geht beides!" sagt  Dr. Johannes Binotto. Der Schweizer Kultur- und Medienwissenschaftler und Video-Essayist spricht in dieser Episode zusammen mit Dr. Maike Sarah Reinerth, Filmuni-Vertretungsprofessorin für Dramaturgie und Ästhetik der audiovisuellen Medien und Anna-Sophie Philippi, Akademische Mitarbeiterin im Filmuni-Studiengang Medienwissenschaft über das Undefinierbare an Video Essays und deren Aufwirbeln von Hierarchien. Anhand ihrer Arbeiten sowie der Seedmoney-Projektinitiative zum Video Essay als Erkenntnisinstrument von Dr. Maike Sarah Reinerth und Anna-Sophie Philippi denken wir darüber nach, auf welche Weise Video Essays neue Möglichkeiten für den Einsatz in Forschung, Lehre und in der Wissenschaftskommunikation bieten können.

Die  neunte Epsiode von Dritte Klappe ist hier verfügbar:

Episode 8 | Nach dem Anthropozän: Fabulieren für eine nachhaltige Zukunft

Was kommt nach dem Anthropozän? Spätestens die Pandemie hat die Logik des Anthropozäns, dem Zeitalters des Menschen, wie unter ein Brennglas gelegt und die Defizite des Konzepts freigelegt. Zwar dokumentiert das Anthropozän, in dem alles als durch den Menschen hervorgebracht erscheint, die Krise und hält deren menschengemachte Faktoren zuverlässig fest. Doch welche Zukunftszenarien sind denkbar, die über die Notlage des Planeten und die gegenwärtige Krise hinausreichen? Welche Modelle lassen sich mithilfe von Kunst und kritischem Posthumanismus entwickeln, die eine post-anthropozänische Weltsicht für eine nachhaltige Zukunft auf der Erde ermöglichen? Wie kann menschliche und nicht menschliche Ko-Existenz gedacht werden, wie sie bisher noch nicht bekannt ist? Die Filmuni Summmer School Masterclass Artistic Research „Fabulation for Future“ geht die aktuellen ethischen und ökologischen Herausforderungen mit künstlerischen, filmischen und philosophischen Mitteln an, einschließlich der neu entstehenden audiovisuellen Plattformen. In dieser Episode sprechen Masterclass-Leiterin  Prof. Dr. Christine Reeh-Peters, Juniorprofessur für Theorie und Praxis künstlerischer Forschung in digitalen Medien, die Künster:innen, Kurator:innen, Autor:innen, und Verleger:innen Katja Pratschke und Gusztáv Hámos, sowie Monika Richter, Kulturmanagerin und Leiterin der Filmuni Summer School, über das Programm und die Perspektiven der diesjährigen Masterclass.

Die  achte Epsiode von Dritte Klappe ist hier verfügbar: