Institut für künstlerische Forschung

Der Begriff Forschung provoziert den Vergleich von wissenschaftlichen und künstlerischen Vorgehensweisen der Befragung von Welt. Die diesbezüglich international lebhaft geführte Diskussion regt dazu an, die Vorstellung eines normierbaren Reglements des Herausfindens zu hinterfragen. Wissenschaften wie Künste wenden sich kreativ dem Unbekannten zu und nutzen das Experiment, um bislang Ungedachtes, Ungesehenes oder noch nicht Erfahrenes hervorzubringen.

Das IKF ist das Zentrum für künstlerische Forschung an der Filmuniversität Babelsberg. Als aktive Diskursplattform hat das IKF eine integrierende und impulsgebende Rolle. Es unterstützt die künstlerische Forschung und ihre Sichtbarkeit. Das IKF trägt aktiv zur Vernetzung der Forschenden an der Filmuniversität bei und ist eine Schnittstelle zum internationalen Diskurs der künstlerischen Forschung.

Künstlerische Forschung in den audiovisuellen Künsten erzeugt produktive Schnittstellen zu anderen Wissensformen und Praxen. So kann sie z.B. mit sozialen Bereichen interagieren oder in sie intervenieren. Mit unterschiedlichen Medien formt sie darin neue Wahrnehmungsweisen, sie hinterfragt vertraute Perspektiven und ermöglicht Interpretationen, die Wissensmuster verändern oder schaffen können. Ihre Relevanz und Wirksamkeit hängt von der Kraft ab, mit der künstlerischen Intervention greifen. Forschungsprozesse in der Kunst können nicht nur diese Kraft erzeugen, sondern auch nachhaltig Veränderungen bewirken. Durch die digitalen Medien richtet sie sich an eine globale Gemeinschaft und kann daher weitaus mehr transnationale Aufmerksamkeit und Wirkung erzeugen als je zuvor.

Fee Altmann
Geschäftsführerin IKF

In unseren vernetzten Gesellschaften wächst die Einsicht, dass die künstlerische Forschung wichtige Beiträge leistet, um Transformationsprozesse zu gestalten. Sie analysiert Strukturen und Prozesse der Gesellschaft. Sie hinterfragt Denkweisen, Haltungen und Verhaltensformen. Sie reflektiert die Medien und die Mittel medialer Gestaltung. Künstlerische Forschung öffnet neue Räume & Horizonte und schafft kulturelle wie ästhetische Identitäten. Im Medium Film baut sie ein fundamentales Wissen davon auf, wie Bildwelten und Erzählungen gestaltet werden. Sie setzt sich ständig mit dem Unbekannten auseinander, entwirft Szenarien des Möglichen und zeigt, wie wir uns in nicht-linearen Abläufen bewegen können. Aus diesen Kompetenzen heraus gibt die künstlerische Forschung unverzichtbare Impulse in andere Wissensfelder wie auch in die soziale Praxis.

Prof. Dr. Stefan Winter
Honorarprofessor für Künstlerische Forschung

Künstlerische Forschung ist die Freiheit und Praxis des kreativen Denkens von „Neuem“ durch Kunst, als Kunst oder in Verschränkung mit Kunst. Eine Praxis, die sich an den Schnittstellen von Kunst und Philosophie, Wissenschaft, Technologie oder Politik bewegt und diese Schnittstellen weiterentwickelt, intensiviert, formt. Eine Praxis, die mit künstlerischen Mitteln Fragen stellt, neue Verbindungen oder Brüche schafft, Möglichkeitsräume entwirft, Grenzen überschreitet sowie neue Formen und Inhalte verursacht; eine Praxis, die poetisch verdichtet, die Sinne schärft, Unsichtbares sichtbar werden lässt, Dichotomien und Hierarchien auflöst, Prozesse auslöst, Reibung erzeugt, gängige Meinungen hinterfragt und einen Ort der Resistenz bildet.

Prof. Dr. Christine Reeh-Peters
Juniorprofessorin für Künstlerische Forschung

News

Kontakt