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ÜBERGANG ab 15. November im Kino

Filmuni-Alumnus Thomas Heise beginnt die Dreharbeiten zu diesem Dokumentarfilm an der Berliner Schönhauser Allee. Peter Badel und Chris Wright vollenden ihn nach Heises Tod.

Datum / Dauer:
15.11.2026

ÜBERGANG (engl: TRANSITION, DE 2026) von Peter Badel und Chris Wright feierte am 7. August  in Locarno in der Sektion Fuori Concorso Premiere. GMfilms bringt die Produktion der Ma.ja.de. Filmproduktions GmbH ab dem 15. November ins Kino:

  • 15.11.2026, Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, Berlin, 18.00 Uhr in Anwesenheit der Filmemacher
  • ab 19.11.2026, KINO KROKODIL, Greifenhagener Straße 32, Berlin
  • ab 19.11.2026, fsk, Segitzdamm 2, Berlin
  • 24.11.2026, Filmmuseum Potsdam, Breite Straße 1a, Potsdam, 19.00 Uhr in Anwesenheit des Filmemachers Peter Badel

Am 31. Dezember 2023 beginnt Regisseur und Filmuni-Alumnus Thomas Heise mit seinen umfassenden Beobachtung des Alltags in der unmittelbaren Nähe seines Berliner Wohnortes, genauer von Passant*innen sowie Fahrgästen dreier Ebenen des verkehrsreichen Bahnhofs Schönhauser Allee. Wenige Monate später stirbt er unerwartet. Der Kameramann und ehemalige Filmuni-Professor für Cinematography Peter Badel vollendet gemeinsam mit Christ Wright, der ebenfalls an der Filmuni studierte, die begonnene Arbeit. Mit filmischen Mitteln werden Lebensgefühl und Interessen der Vorbeieilenden eingefangen – mit den Stimmen von Tom Schilling und Laura Talenti. 

Dazu die beiden Macher:

PETER: Zunächst haben wir Ansätze ausprobiert, die sich als Sackgassen erwiesen – ich habe zum Beispiel viele Interviews mit Freunden und Weggefährten gedreht. Oder wir haben versucht, zu viele Aspekte von Thomas’ Werk einzubeziehen. Dann hatte Chris die Idee, eine Pause einzulegen und alle Original-Archivaufnahmen von Thomas durchzugehen, die wir finden konnten, um zu sehen, wie sie filmisch wirkten.

CHRIS: Ich wollte, dass der Film so viel bisher unveröffentlichtes oder kaum bekanntes Material wie möglich enthält. Daher gibt es viele Outtakes (insbesondere aus Thomas’ letztem Film, HEIMAT IS A SPACE IN TIME), viel VHS-Material, das wir auf Kassetten und Festplatten gefunden haben, Tagebuchauszüge und unveröffentlichte Texte, kombiniert mit Archivinterviews. So viel wie möglich vom Film wird durch neue Kombinationen seiner eigenen Worte und Bilder erzählt. Die fragmentarische Montage bleibt seinem Ansatz treu – wir erklären nicht genau, woher das Material stammt; wichtig ist der Dialog, den die einzelnen Elemente miteinander eingehen. Gleichzeitig war es entscheidend, keine Hommage oder ein anekdotisches Werk zu schaffen.

PETER: Während der vielen Drehtage am Bahnhof Schönhauser Allee begegneten wir häufig Michael, den wir beobachteten – mal aus nächster Nähe, mal aus größerer Entfernung inmitten all der Passanten –, während er an seinem Platz neben der U-Bahn-Treppe auf Kleingeld wartete. Wir sprachen mit ihm über die soziale Kluft rund um den Bahnhof und stellten fest, dass er Thomas Heise vom Sehen kannte. Er hatte auch von Thomas’ Tod gehört.

CHRIS: Zeit und Vergänglichkeit waren zwei der großen Themen, mit denen sich Thomas in seinem filmischen Schaffen beschäftigte. Und hier ist es ausgerechnet dieser Obdachlose, der um Kleingeld bettelt, der sie anspricht. Thomas stellte oft unbeachtete Leben in den Mittelpunkt seiner Filme. Daher erschien es nur passend, dass Michael in diesem Film über Thomas das letzte Wort haben sollte.

PETER: Ich würde mich sehr freuen, wenn Thomas’ Bemerkung zu diesem Film – „Der Autor ist eine Figur im Film“ – durch unsere Arbeit greifbar und lebendig geworden wäre. Und ich hoffe, dass auch Menschen, die noch nicht viel über ihn wissen, seine faszinierende Art, Gedanken über die Zeit zu formulieren und darzustellen, als inspirierend empfinden werden.

CHRIS: Ich denke, mit Thomas haben wir eine wichtige kritische Stimme unserer Zeit verloren. Ich hoffe, der Film erinnert die Menschen daran, dass es unerlässlich ist, den Status quo immer wieder zu hinterfragen. Sonst kann sich, wie Thomas sagt, die Lage leicht zum Schlechten wenden, und man merkt es erst, wenn es schon zu spät ist.“

Thomas Heise und Peter Badel verbindet eine lange Zusammenarbeit. Seit ihrer Zeit als Kommilitonen an der damaligen Hochschule für Film und Fernsehen der DDR und heutigen Filmuniversität Babelsberg haben sie zahlreiche Filmprojekte gemeinsam realisiert.

Filmplakat ÜBERGÄNGE
Thomas Heise 1982