Demokratie lebt vom Widerspruch, aus dem erst ein Ausgleich von Positionen und Interessen entstehen kann. Mediale Räume sind zentrale Orte dieser Aushandlungen, in ihnen bilden sich die „Medienpraktiken des Widersprechens in vernetzten Öffentlichkeiten“ heraus, die der Forschungsverbund bearbeitet. In diesem relationalen, dynamischen Kommunikationsgeschehen gelingt es bislang sozial, wirtschaftlich oder kulturell benachteiligten Personen, im demokratischen Kontext ihre Stimme gegen eine (wahrgenommene) hegemoniale Dominanz zu erheben. Neben diskursiven Praktiken des Widersprechens, bei denen Medien bestimmte Inhalte vermitteln, werden ebenso materiell-gestaltenden Praktiken, bei denen Medien als Organisationen, Infrastrukturen und Technologien selbst zum Gegenstand des Widersprechens werden, genauer untersucht.
Das Teilprojekt unter der Leitung von Prof. Dr. Susanne Eichner untersucht hierzu institutionalisierte Medienpraktiken des Widersprechens im Feld der Film- und Fernsehproduktionen, insbesondere am Beispiel der Intimitätskoordination.
Die sechs weiteren Projektleiterinnen forschen parallel an der Freien Universität Berlin, der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, der Universität Augsburg sowie der Universität Münster. Gemeinsam werden sie zeitgenössische digitale, aber auch historische Formen des Widersprechens mit und in Medien untersuchen.
Sprecherin der Forschungsgruppe ist Prof. Dr. Margreth Lünenborg, Professorin für Kommunikationswissenschaft mit dem Schwerpunk Journalistik an der Freien Universität Berlin, sie koordiniert den Verbund. Die DFG fördert den Verbund für zunächst vier Jahre, eine Verlängerung um weitere vier Jahre ist möglich.


