Pädagogische Beziehungen in digital unterstützten Bildungsprozessen (PaedBez)

In dem vom BMBF geförderten Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Hochschule für angewandte Pädagogik (HSAP) untersucht, wie sich pädagogische Beziehungen zwischen Schüler*innen und Lehrpersonen in Bildungsprozessen verändern, in denen digitale Medien systematisch eingesetzt werden.

Projektbeginn:
2020
Projektabschluss:
2023
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Wie Schüler*innen erfolgreich lernen können, hängt von vielen Faktoren ab. Dabei ist nicht nur wichtig, mit welchen Lehrmaterialien sie ausgestattet sind – entscheidend ist immer auch die soziale Beziehung, die zwischen Schüler*innen und Lehrpersonen besteht. Klassischerweise sind Lehrkräfte Expert*innen, die den Unterrichtsstoff fachspezifisch aufbereiten und an die Lernenden vermitteln. Im Zuge der Digitalisierung wird aber vielfach beobachtet, dass jüngere Menschen einen deutlichen Wissensvorsprung haben, wenn es um digitale Medien geht. Wie sich diese Kompetenzverschiebung auf das Verhältnis zwischen Lehrenden und Lernenden auswirkt und wie eine gute pädagogische Beziehung in digitalisierten Bildungskontexten gestaltet werden kann, ist bislang aber wenig erforscht.

Hier setzt das Verbundprojekt der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF und der Hochschule für angewandte Pädagogik Berlin (HSAP) an. Das interdisziplinäre Team untersucht, wie sich pädagogische Beziehungen verändern in Bildungsprozessen, in denen digitale Medien systematisch eingesetzt werden. Um neue Aufgaben, Rollen und Erwartungen sowie die praktische Mediennutzung in diesem Kontext zu erforschen, führen die Wissenschaftler*innen in einem Methodenmix-Design unterschiedliche Befragungs- und Beobachtungsstudien durch. Ziel ist es, Faktoren für digital gestützte Bildungsprozesse zu identifizieren, die eine wertschätzende pädagogische Beziehung zwischen Schüler*innen und Lehrpersonen fördern.

Die Arbeitsschwerpunkte des Teilvorhabens „PaedBez MEDIEN“ liegen zum einen in der Systematisierung und Aufbereitung theoretischer Wissensbestände zu Medienaneignungspraktiken und medialem Habitus von Lehrenden und Lernenden. Darauf aufbauend werden das empirische Gesamtvorhaben konzipiert und die qualitativen Befragungsstudien und die Mobile Experience Sampling Method-Studie (MESM) umgesetzt. Darüber hinaus entwickelt und evaluiert das Forschungsprojekt ein Workshop-Konzept mit Handlungs- und Implementierungsempfehlungen, um pädagogische Beziehungen in digital gestützten Bildungsprozessen zu gestalten. Es soll sowohl in Schulen als auch in der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften eingesetzt werden. Auch Leitungen von pädagogischen Einrichtungen sowie Eltern und die politische Steuerungsebene sollen von den Erkenntnissen profitieren.

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