Konferenz

Transversal Entanglements - Artistic Research in Film

Das IKF veranstaltet eine internationale Fachkonferenz in Kooperation mit GEECT, der europäischen Sektion des weltweiten Dachverbands der Filmhochschulen CILECT an der Filmuniversität Babelsberg zum Thema "Künstlerische Forschung im Film".

Datum / Dauer:
03. - 05. Juni 2021
Ort:
Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
Marlene-Dietrich-Allee 11
14482 Potsdam

Im aktuellen Wandel unserer vernetzten Gesellschaften gehen die audiovisuellen Medien durch eine tiefgreifende Transformation. Neue mediale Formen und Technologien, Distributionswege und Rezeptionsweisen verändern die Filmkunst und die Berufsbilder in der Filmbranche. Die Interaktion mit den neuen digitalen Möglichkeiten relativiert den klassischen Kinoraum. Die Erzählungen und die Bildwelten des Films gestalten Identität und Wirklichkeit unter neuen Vorzeichen. Die künstlerische Forschung im Medium Film hat die Aufgabe übernommen, diesen Wandel in seinem Verhältnis zu Ökonomie und Politik, Wissenschaft und Technologieentwicklung zu reflektieren und mitzugestalten.

In einem breiten europäischen Diskurs wurden in den letzten 30 Jahren Profile und Prozesse künstlerischer Forschung ebenso diskutiert wie ihre institutionellen Rahmenbedingungen. Die künstlerische Forschung ist eine eigenständige Art der Forschung mit den Mitteln der Kunst. Sie arbeitet in ihren eigenen Sprachen, setzt ihre eigenen Werkzeuge und Verfahren ein, und folgt ihren eigenen Kriterien. Sie verbindet diskursive und nicht-diskursive Prozesse und Ergebnisse. Sie deckt neue Schnittstellen zwischen Kunst, Philosophie, Wissenschaft und Technologieentwicklung auf und bringt neue Dialoge zwischen den Wissenskulturen auf den Weg.

Vor dem Hintergrund dieser Dynamik veranstaltet das IKF in Kooperation mit GEECT (Groupement Européen des Ecoles de Cinéma et de Télévision), der europäischen Sektion des weltweiten Dachverbands der Filmhochschulen CILECT (Centre International de Liaison des Ecoles de Cinéma et de Télévision) vom 3. bis 5. Juni 20121 die internationale Fachkonferenz „Transversal Entanglements – Artistic Research in Film“. Weitere Kooperationspartner sind das Erich Pommer Institut (EPI) und das UNESCO Creative City of Film Netzwerk.

Im Mittelpunkt der Konferenz stehen künstlerisch forschende Arbeitsprozesse und Diskurse:

  • Wie sehen Fragestellungen und forschende Ansätze im Medium Film aus?
  • Wie variieren die Verfahren, Inhalte und Methoden in den verschiedenen filmischen Formen und Technologien?
  • Welche Experimente, Denkprozesse und Aussagen prägen die Welt der Möglichkeiten?
  • Worin besteht das spezifische Wissen der filmischen Medienformen und worin unterscheidet es sich von dem Wissen der Wissenschaften und der Technologien aber auch der anderen Kunstformen?
  • Wie setzen im Film und seinen erweiterten medialen Formen Diskurse, Narrationen und Bildwelten auf technologische Neuerungen auf? Und wie führen sie diese Entwicklungen künstlerisch fort?
  • Was bedeutet forschendes Denken und Handeln für die Akteur*innen der verschiedenen Gewerke im Film?
  • Und wie gestaltet sich künstlerische Forschung im Film für analoge und digitale Räume "nach dem Kino" (Godard)?

Die Konferenz hat das Ziel, die vielen Fragestellungen und Formen künstlerischer Forschung im Medium Film an aktuellen Beispielen aus der Praxis zu diskutieren und neue Linien in die Zukunft zu entwerfen. Im Mittelpunkt der Konferenz stehen „Case Studies“, in denen renommierte Filmschaffende ihre künstlerisch forschenden Arbeiten vorstellen. Den Präsentationen folgen  Diskussionen im Plenum, in denen Arbeitsprozesse und Diskurse reflektiert werden. Das Tages- und Abendprogramm der Konferenz bietet den Vortragenden, den Teilnehmer*innen aus den 93 europäischen Filmhochschulen in 34 Ländern, die derzeit Mitglied bei GEECT sind, und Filmschaffenden aus Deutschland reiche Möglichkeiten, inhaltliche Positionen auszutauschen und Netzwerke aufzubauen.

Als ein besonderes Beispiel der künstlerischen Forschung an der Filmuniversität präsentiert die Forschungsgruppe Site-Specific Film unter Leitung von Prof. Marlis Roth mit dem „Conference Stand“ eine begehbare Installation, die speziell für den Rahmen der Konferenz entwickelte filmische Arbeiten präsentiert. Etwa 20 Monitore unterschiedlicher Größe und Formate werden zu einem Ensemble verbaut, das sowohl Begegnungsstätte als auch Abspielort ist. Der Stand ist Pausenraum und Diskussionsforum gleichermaßen, er bietet Raum für einen Schritt zurück, für die Defokussierung, die ein Nachdenken über den Erfahrungsraum der Konferenz öffnet.

In einer eigens für die Konferenz entworfenen performativen Stadtführung haben unsere Gäste Gelegenheit, Potsdam-Babelsberg als die Wiege des deutschen Films und als einen attraktiven Medienstandort kennenzulernen, der 2018 zum Media Tech Hub ernannt wurde und vor kurzem den Status einer UNESCO Creative City of Film erhalten hat. Der erste Teil der Tour führt von der Filmuniversität durch Babelsberg zum Griebnitzsee, wo der zweite Teil als Havelrundfahrt startet, unter anderem entlang der ehemaligen Grenze zwischen DDR und BRD und vorbei an der Glienicker Agenten-Brücke, wo Stephen Spielberg für The Bridge of Spies drehte.

 

Anfang November wird ein Call for Papers und ein Call for Participation veröffentlicht.

 

Veranstalter: 

IKF Institut für künstlerische Forschung der Filmuniversität

Ansprechpartner*in:

Gesa Marten, Vertretungsprofessorin   g.marten(at)filmuniversitaet.de

Prof. Dr. Stefan Winter   s.winter(at)filmuniversitaet.de

Jun.-Prof. Dr. Christine Reeh-Peters  c.reeh-peters(at)filmuniversitaet.de

Prof. Marlis Roth m.roth(at)filmuniversitaet.de

In Kooperation mit GEECT (Groupement Européen des Ecoles de Cinéma et de Télévision), dem Erich-Pommer-Institut Potsdam (EPI) und dem UNESCO Creative City of Film Netzwerk.