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Internationale Wochen gegen Rassismus 2026 eröffnet

Die Chefin der Staatskanzlei, Ministerin Kathrin Schneider, wirbt für eine rege Teilnahme an den bundesweit mehr als 5.000 Veranstaltungen.

Eröffnungsveranstaltung der Internationalen Wochen gegen Rassismus am 16. März im großen Kino der Filmuniversität. (öffnet Vergrößerung des Bildes)
Eröffnungsveranstaltung der Internationalen Wochen gegen Rassismus am 16. März im großen Kino der Filmuniversität.

Vom 16. bis 29. März 2026 finden bundesweit wieder die "Internationalen Wochen gegen Rassismus (IWgR)" unter dem Motto „100 % Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus“ statt. Koordiniert von der Stiftung gegen Rassismus bringen sie jedes Jahr zahlreiche Initiativen, Institutionen und zivilgesellschaftliche Akteur*innen zusammen, die gemeinsam ein Zeichen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung setzen. Erstmals wurden die Aktionswochen im Land Brandenburg eröffnet in einer gemeinsamen Initiative der Stiftung gegen Rassismus, der Bundeszentrale für politische Bildung und der der Staatskanzlei Brandenburg mit der Koordinierungsstelle Tolerantes Brandenburg.

Wir freuen uns sehr, dass die Filmuniversität als Austragungsort für die feierliche Auftakt-Veranstaltung am gestrigen Abend ausgewählt wurde, die die Chefin der Staatskanzlei, Ministerin Kathrin Schneider, mit einem Grußwort begleitete. „Setzen wir gemeinsam Zeichen, engagieren wir uns – frei nach dem Motto der diesjährigen Aktionswochen – für 100 Prozent Menschenwürde, gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Nur ein weltoffenes und tolerantes Land, das Rassismus und Rechtsextremismus bekämpft, hat eine gute Zukunft. Davon bin ich zutiefst überzeugt“, forderte sie bereits in einer Pressekonferenz am Nachmittag und ergänzte weiter: „Ich bin sehr dankbar dafür, dass wir in Brandenburg eine breit aufgestellte Zivilgesellschaft haben, die sich klar gegen Rassismus und Rechtsextremismus positioniert. Es gibt überall im Land Organisationen, Initiativen und Einzelpersonen, die sich engagieren und klar sagen: Wir wollen hier keinen Rassismus. Wir machen uns für den gesellschaftlichen Zusammenhalt stark. Mein Dank geht an alle, die sich jeden Tag in allen Teilen unseres Landes für dieses Ziel stark machen und dafür einstehen.“

Und nicht nur das: Der experimentelle Dokumentarfilm MEINUNGSAUSTAUSCH in der Regie von Sophie Linnenbaum und Sophia Bösch war ebenso Teil des Eröffnungsprogramms wie beim anschließenden Get-Together die Präsentationen „Tidal Drift“ von Kontrol Voltaj (alias Elena Vasilkov aus dem Studiengang CTech) - ein experimentelles elektronisches Musikprojekt, das die Schnittstellen von Drone, Ambient, IDM und Electro erforscht und dabei den Schwerpunkt auf die Schaffung immersiver, atmosphärischer und sich ständig wandelnder Klanglandschaften legt - und „We are not a Monolith“ von Jacky Lai (ebenfalls aus dem Studiengang CTech) - eine VR-Experience, die die unterschiedlichen  Perspektiven und Lebenserfahrungen Asiatisch-Deutscher und -diasporischer Communitys beleuchtet und mittels immersivem Storytellings diejenigen Stimmen in den Fokus stellt, die in den Mainstream-Erzählungen der Dominanzgesellschaft oftmals kein Gehör finden.

Der Botschafter der diesjährigen IWgR, Rechtsextremismusforscher Prof. Dr. Matthias Quent betonte in seinem Beitrag: „Rassismus reicht weit über den Rechtsextremismus hinaus. Menschenwürde steht überall dort auf dem Spiel, wo Abwertung, Ausgrenzung und Ungleichbehandlung stattfinden. Die Forschung zeigt, wie Rassismus Routinen prägt, Institutionen durchzieht, öffentliche Debatten strukturiert und in historischen Kontinuitäten fortlebt.“

Der Festakt ist der Auftakt für zahlreiche Veranstaltungen, die in den kommenden Tagen stattfinden (zum Veranstaltungskalender). Auch die Filmuniversität trägt mit weiteren Events zu den Aktionswochen bei. Mit den folgenden Angeboten laden wir Studierende, Filmschaffende, vor allem aber auch die interessierte Öffentlichkeit ein, Film als Raum für Austausch, Reflexion und gesellschaftliche Verantwortung zu erleben – und gemeinsam ein klares Zeichen für Vielfalt, Solidarität, Respekt und demokratische Werte zu setzen:

17. März | 18:30–20:30 Uhr | Kurzfilme der Filmuniversität | Filmmuseum Potsdam

Junge Filmemacher*innen aus der Babelsberger Filmuniversität wenden sich rassismuskritischen Themen zu. In einer Vielzahl von Genres und mit unterschiedlichsten erzählerischen Mitteln fordern sie dabei die Denkmuster und Sehgewohnheiten der Mehrheitsgesellschaft heraus und setzen sich für Vielfalt und gegen Diskriminierung ein. Mit Gästen und Gesprächen. (Mehr)

22. März | 16:00 –18:30 Uhr | "Stumpfe Sense - Scharfer Stahl. Bauern, Industrie und Nationalsozialismus" - Filmscreening und Diskussion | Thalia Kino Potsdam

Der Dokumentarfilm befragt Zeitzeug*innen und Akteur*innen der schleswig-holsteinischen Landvolkbewegung der 1920er Jahre und deren Vereinnahmung durch die nationalsozialistische Ideologie und beleuchtet anhand dieser regionalen Protestbewegung die Entstehungsbedingungen des deutschen Faschismus. Anschl. Gespräch mit der Regisseurin und Historikerin Quinka Stoehr sowie der Aktivistin und Landwirtin Julia Bar-Tal. (Mehr

24. März | 18:00–21:30 Uhr | Podium & International Dinner | Filmuniversität 

Das Projekt "ASAF – Antisemitismuskritische Sensibilisierung in der Ausbildung an Film- und Medienhochschulen" und das International Office der Filmuni laden ein zu einem Podiumsgespräch über Rassismus, Antisemitismus und Diversität im deutschen Film und Fernsehen seit den 1990er Jahren. Ab 19:30 Uhr bietet ein International Dinner Gelegenheit zum lockeren Austausch. Die Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung erforderlich (buddy(at)filmuniversitaet.de). (Mehr)

24. -25.März | Kinderfilmuni on Tour im Rahmen der Internationalen Woche gegen Rassismus

Schüler*innen des Rouanet Gymnasium in Beeskow bei Fürstenwalde setzen sich bei einem zweitätgigen Workshop mit Rassismus, speziell antimuslimischem Rassismus auseinander. Anhand verschiedener Filmbeispiele lernen sie die Perspektiven Betroffener kennen und besprechen, in welchen Formen diese Diskriminierungsform in Erscheinung tritt – im Alltag, in gesellschaftlichen Strukturen und in der Politik. (Mehr)

26. März | 18:30–21:00 Uhr | Internationales Kurzfilmprogramm | Filmmuseum Potsdam

In Kooperation mit der UNESCO City of Film Potsdam, dem Filmmuseum Potsdam und dem Alumniverein präsentiert die Filmuniversität Kurzfilme aus dem UNESCO Creative Cities Network. Die Filme beschäftigen sich mit Themen wie Migration, Identität und Zusammenleben in vielfältigen Gesellschaften. (Mehr)

Wir freuen uns sehr über zahlreiche Gäste!