Solche Fragen werden jenseits des Akademischen zu gesellschaftlichen Herausforderungen in einer Zeit, in der Soziale Medien die globalen Informationsströme beherrschen und sich das Internet tiefgreifend wandelt. In ihrem aktuellen Buch "Understanding Video Activism on Social Media" suchen die Medienwissenschaftler:innen Jens Eder (Filmuniversität Babelsberg), Britta Hartmann (Universität Bonn) und Chris Tedjasukmana (Universität Mainz) nach einer Antwort. Den Schwerpunkt setzen sie auf dem demokratischen Videoaktivismus: auf der Videoarbeit von Protestgruppen, Zeug:innen, Polit-Influencer:innen, kritischen Kollektiven, subversiven Kunstinitiativen oder NGOs wie Greenpeace. Sie alle versuchen, auf gesellschaftliche Probleme aufmerksam zu machen, den Diskursen der Parteien, Konzerne und Lobbies etwas entgegenzusetzen oder Lücken des professionellen Journalismus zu schließen.
Das Buch ist aus einem von der VolkswagenStiftung geförderten Forschungsprojekt hervorgegangen und kann hier kostenlos heruntergeladen werden. Es bietet den ersten umfassenden und zugleich konzisen Überblick über den gegenwärtigen Videoaktivismus auf Sozialen Medien und vermittelt relevante Informationen für Wissenschaftler:innen, Aktivist:innen und politisch Interessierte. Die Autor:innen hoffen, dadurch kritische Diskussionen anzuregen und zur Stärkung der Zivilgesellschaft beizutragen. Denn für eine aktive, informierte Teilhabe am politischen Geschehen erscheint es heutzutage unerlässlich, die Formen und Hintergründe politischer Videos auf Sozialen Medien zu kennen, um ihren Einfluss auf die Öffentlichkeit besser zu verstehen.

