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Wir trauern um unsere Alumna Christa Müller

Die Dramaturgin und Lyrikerin ist im Alter von 85 Jahren gestorben.

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Christa Müller, Bild: privat, mit freundlicher Genehmigung ihres Sohnes Christoph Müller

14.10.2021 – Heute erreichte uns die traurige Nachricht, dass Christa Müller nicht mehr unter uns ist. Bereits Anfang Oktober verlor sie ihr Leben an eine seltene Nervenkrankheit. Wir sprechen ihren Kindern, Angehörigen und allen, die sie mochten und vermissen werden, unser Mitgefühl aus.

Christa Müller wurde am 08. März 1936 in Leipzig geboren und wuchs dort als Kriegskind auf. Nach der Schule machte sie eine Ausbildung zur Buchbinderin und nach dem Krieg an der Arbeiter- und Bauernfakultät ihr Abitur. In Dresden studierte sie zunächst vier Semester Arbeitspsychologie bevor sie nach Babelsberg an die Deutsche Hochschule für Filmkunst – heute die Filmuniversität – wechselte, um Filmdramaturgie zu studieren. 1962 schloss sie mit dem Diplom ab und ging danach zum DEFA Studio für Spielfilme. Hier arbeitete sie als Regieassistentin, Archivarin, Dramaturgin und Autorin.  Mit der Umwandlung des ehemaligen VEB DEFA in eine Kapitalgesellschaft wurde sie zum 31.12.1990 entlassen und blieb bis zur Rente im April 1996 arbeitslos.

Ihre Lyrik veröffentlichte sie seit 1970 in Zeitungen und Anthologien. Prosa von ihr war erstmals 1973 in "Voranmeldung" zu lesen, einer Reihe für Texte von Autorinnen und Autoren, die noch kein eigenes Buch veröffentlicht hatten. Das erste Buch unter ihrem Namen war 1975 ein Band mit Erzählungen. Der erste Roman erschien 1998.

Es war früher Samstag-Nachmittag, als Christa Müller im Potsdamer St. Josef Krankenhaus ihre Augen für immer schloss. Dabei hatte sie noch so viel vor. "Christa wollte viel älter werden" überschrieb die Märkische Allgemeine ihren gestrigen Nachruf. hier

Die Totenfeier findet übermorgen am 16. Oktober 2021 um 13:00 Uhr an ihrem Grab auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf statt.

Bibliografie (Auswahl)

"Kieselsteine" (Gedichte 1975, Aufbauverlag), zusammen mit Reiner Putzger und Maria Seidemann

"Vertreibung aus dem Paradies" (Erzählungen 1979, Aufbau)

"Die Verwandlung der Liebe" (Erzählung 1990, Aufbau)

"Tango ohne Männer" (Roman 1998, DVS Frankfurt/M.)

"Jahrtausendwechsel"(Erzählung 2000, in: Die Scheune als neuer literarischer Raum III, Edition Anton Berg, Katlenburg, Herausgeber Pastor Weskott) und in Schriftzüge, Brandenburgische Blätter für Kunst und Literatur 7

Gedichte in "Und hab kein Gewehr" (Anthologie, dreiEck-Verlag Bochum; Heilbronn 2000, herausgegeben vom Leipziger Literaturkreis)

Gedichte in "Silberdistel", einer vom Literatur-Kollegium Brandenburg e.V. herausgegebenen Anthologie, in den Ausgaben 4 (2000) und 6 (2002)