Kathi Käppel: Zeichnen in Raum und Zeit - Künstlerische Praktiken der animierten Zeichnung im Raum

Ziel dieses wissenschaftlich-künstlerischen Forschungsvorhabens ist es die Entwicklung und die Möglichkeiten einer distinkten Kunstgattung, der gezeichneten Animation im Raum zu untersuchen.

Projektbeginn:
2018
Projektabschluss:
2024
Kathi Kaeppel: The lonesome tree, Mehrkanal Video–Installation, 4K–Video, 4096 X 2160 PX, color, Ton, 4 X 45 SEC, Frankfurt am Main, März 2020, Fotograf*in: Anna Imm (öffnet Vergrößerung des Bildes)
Kathi Kaeppel: The lonesome tree, Mehrkanal Video–Installation, 4K–Video, 4096 X 2160 PX, color, Ton, 4 X 45 SEC, Frankfurt am Main, März 2020, Fotograf*in: Anna Imm

Das Forschungsprojekt Zeichnen in Raum und Zeit. Künstlerische Praktiken der animierten Zeichnung im Raum untersucht die Entwicklung und die Möglichkeiten einer distinkten Kunstgattung, der gezeichneten Animation im Raum. Deren Besonderheit ist es, einen konstruierten und kontrollierten medialen Raum zu schaffen und diesen mit einer physischen Räumlichkeit und Plastizität einer Installation zu überlagern, die aber gleichermaßen Teil des künstlerischen Ausdrucks ist. Damit erlaubt der Animationsfilm in seiner expliziten Künstlichkeit den direkten Blick auf die künstlerischen Möglichkeiten des Mediums.

Seit den 1960er Jahren ist beim Animationsfilm wie auch beim Film ein Umgriff auf die Umgebung der Vorführung im Sinne einer "Installation" Gegenstand künstlerischer und kommerzieller Auseinandersetzung zu beobachten. Entstanden ist damit auch ein neues Format: Das animierte Bild im Raum, oder Expanded Animation, in verschiedenen Ausprägungen, die im musealen Kontext bislang als Video-Installation, immersive Installationen oder Augmented Reality (AR)–Installation erfasst werden. Die Arbeit untersucht die Rahmenbedingungen, Strukturen und die künstlerischen und kulturellen Wirkungsweisen des Animationsfilms im Raum und die Bedingungen, unter welchen sich die physischen und digitalen Elemente in neuen Dispositiven verbinden. Der analytische, theoretische Diskurs wird in diesem Forschungsvorhaben durch einen künstlerischen Teil ergänzt (Künstlerische Forschung), der mehr als nur eine theoretische Auseinandersetzung auch die Möglichkeiten und Chancen einer künstlerischen Praxis aufzuzeigen vermag.

Förderung durch: Schweizerischer Nationalfonds, Stiftung Freiheit, Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, Hessische Kulturstiftung, Hessenfilm, Stiftung Heussenstamm

 

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Artist Statement

Kathi Kaeppel (*1977, Heidelberg) ist eine Künstlerin, die an ortsspezifischen Rauminstallationen arbeitet, in denen sie die Gebiete der Zeichnung und der animierten Zeichnung im Raum untersucht. In ihren Arbeiten diskutiert sie die Natur, die durch menschliche Interventionen beeinflusst wird und die Auswirkungen eines fehlenden Bezugssystems auf unser Handeln. Dieser Referenzrahmen wird durch die Beschleunigung natürlicher und künstlicher Prozesse definiert, um intensive und unerwartete Erfahrungen zu schaffen. Für jede Arbeit schafft Kaeppel ein spezifisches Skalensystem und konstruiert Wahrnehmungslinien und Farben in einer räumlichen Choreografie, an der der Rezipient aktiv partizipiert. Die Installationen bestehen aus einzelnen Elementen, die zu einer immersiven Erfahrung von Zeichnung in Raum und Zeit zusammengesetzt werden.

Ihr Interesse liegt darin, gleichzeitig Grenzen zu ziehen und zu durchbrechen. Mit Linien und Grundformen schafft sie Räume als Feld der Möglichkeiten. Trotz des Grads an Abstraktion und Subtilität der dreidimensionalen Installationen vermitteln Kaeppels Arbeiten ein Gefühl von Leichtigkeit, das mit der schweren Atmosphäre ihrer Themen einen Kontrast bildet. K

athi Kaeppel studierte an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und der University for the Creative Arts, UK. Neben zahlreichen Auszeichnungen erhielt sie ein Stipendium des DAAD, der Fulbright Kommission und der Stiftung Freiheit.