Archivfilm EXPERIMENTE im Kino

Die Restaurierung von EXPERIMENTE ist am 09. und 12. Januar 2026 im Zeughauskino in Berlin zu sehen.

Datum / Dauer:
09.01.2026
Zeit:
18:00
Ort:
Zeughauskino
Unter den Linden 2
10117 Berlin
Filmstill vom Filmuni-Archivfilm EXPERIMENTE, © Lars-Peter Barthel (öffnet Vergrößerung des Bildes)
Filmstill: EXPERIMENTE, © Lars-Peter Barthel

Die Restaurierung von EXPERIMENTE ist am Freitag, 09. Januar 2026 um 18 Uhr und am Montag, 12. Januar 2026 um 19 Uhr im Zeughauskino in Berlin zu sehen. 

Experimente konzipierte Kameramann Lars-Peter Barthel als seinen Meisterschüler-Abschlussfilm an der damaligen Hochschule für Film und Fernsehen der DDR, gemeinsam mit dem Theaterregisseur Jürgen Gosch und dem Autor Christoph Hein. Ohne Drehbuch wurde mit den Schauspieler*innen Heidemarie Schneider, Michael Gwisdek, Hermann Beyer und Jürgen Holtz der dezidiert banale Plot improvisiert: Eine verheiratete Frau schläft während einer Kur mit einem Alleinunterhalter, der sie am nächsten Morgen nach Berlin fährt, wo beide auf ihren Ehemann und Schwager treffen.

Die Filmschaffenden schufen „Experimente“ nach eigenen formalen Ansprüchen und mit einer Freiheit, die es ansonsten in der DDR eigentlich nicht gab. Gosch inszenierte zu diesem Zeitpunkt bereits in der Bundesrepublik, seine letzte Inszenierung in der DDR war 1978 Leonce und Lena (mit Michael Gwisdek und Hermann Beyer) an der Volksbühne gewesen, danach war er ‚kaltgestellt‘ worden. Noch während der Dreharbeiten forderte man Barthel auf, aus dem vorliegenden Material einen groben Rohschnitt zu erstellen. Nach dessen Sichtung verbot die Hochschule die Fertigstellung des Films. Zu sehr waren die Szenen Seismograph des sozialen und politischen Zustands der Gegenwart in der DDR, „Happenings, die ein authentisches Lebensgefühl vermitteln“ (Ralf Schenk, Filmdienst 10/2009).

Im Archiv der Filmuniversität blieben die 35mm-Schwarzweiß-Kopie und der separate Magnetton des Zwischenrohschnitts erhalten. Dieser besteht aus aneinandergehängten Einstellungen von 14 Szenen, teilweise mit Filmklappen im Bild und mit Regieanweisungen und Kamerageräuschen auf der Tonspur. Zehn weitere Szenen konnten nicht mehr realisiert werden. 

2024/2025 wurde das Material von der Filmuniversität im Rahmen des Förderprogramm Filmerbe digitalisiert und eine Fassung erarbeitet, die den unfertigen Charakter des Films respektiert, zugleich aber auch seine Rezeption ermöglicht. 

Bevor der Film gezeigt wird, gibt Anke Wilkening (Filmrestauratorin, und Projektkoordinatorin Förderprogramm Filmerbe an der Filmuniversität) eine Einführung. 

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