„WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“- Bündnis „region 4.0“

Das WIR!-Bündnis „region 4.0“ ist ein Zusammenschluss einer Vielzahl an Partner*innen aus Forschung und Wirtschaft. Zudem sind etwa 50 Akteur*innen eingebunden, die gemeinsam die Zukunft der Region Uckermark – Barnim – Uecker-Randow gestalten wollen. Gefördert wird das Bündnis vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Programm „WIR! –Wandel durch Innovation in der Region“.

Project start:
2020
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Partner*innen aus Forschung und Wirtschaft sind neben der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF u.a. die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE), das Zentrum für Technik und Gesellschaft Berlin (ZTG), das Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS), das Investor Center Uckermark GmbH (ICU), die Stadtwerke Schwedt (SW SDT), die Uckermärkische Verkehrsgesellschaft (UVG) und pro agro (PA).

Weitere Informationen zum Projekt unter: https://region40.de/

Bislang gibt es zwei Projektphasen an der Filmuniversität Babelsberg.

1. Phase

Titel: „WIR! – REGIONALISIERUNG 4.0 - EINZELVORHABEN – PARTIZIPATION UND AUDIOVIUSELLE KOMMUNIKATION: VERSTETIGUNG DER AV-DOKUMENTATION“

Ziel: Entwicklung einer Grundlage für eine wirksame, d.h. Innovationen (be-)fördernde, Partizipations- und Kommunikationsstrategie des Verbundes

Das Einzelvorhaben „Partizipation und Audiovisuelle Kommunikation“ erforscht, inwieweit es durch den zusätzlichen Einsatz von Kinder- und Jugendmoderatoren aus der Region gelingt, Innovationsthemen über audiovisuelle Formate zu vermitteln. Zielgruppe sind sowohl Kinder und Jugendliche als auch Erwachsene und Senioren.

Folgende Forschungsfragen stehen dabei im Mittelpunkt:

Welche Faktoren wirken sich fördernd bzw. hindernd auf intendierte Wirkungen aus? Gibt es Unterschiede zwischen einem jüngeren und älteren Publikum? Entfaltet sich durch die Involvierung von Schulen ein zusätzlicher positiver Multiplikations- bzw. Verbreitungseffekt? Welche ästhetischen Settings sind zur Vermittlung von Innovationsthemen besonders gut geeignet? Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten zeigen sich mit Blick auf die unterschiedlichen Zielgruppen? Gibt es ein ästhetisches Setting zur Vermittlung von Innovationsthemen, das sowohl Jugendliche als auch Erwachsene und Seniorenanspricht?

Zur Beantwortung der Forschungsfragen werden audiovisuelle Clips zu den Handlungsfeldprojekten (Landwirtschaft und Ernährung, Daseinsvorsorge und Infrastruktur, Naturnaher Tourismus) und ihren Spannungsfeldern in bewusst unterschiedlichen ästhetischen Settings produziert, die bereits bekannte filmische Auflösungen und etablierte gestalterische Ansätze zu vermeiden versuchen. Anschließend werden die audiovisuellen Formate online und offline distribuiert und analysiert. Eine Rezeptionsstudie soll Aussagen über die Nutzungszahlen und geeignete Distributionswege sowie über die Akzeptanz, Wirkungsweise und Multiplikationsstrategien machen. Die Zwischenergebnisse der Rezeptionsstudie fließen in die Produktion neuer Clips in der nächsten Projektphase ein.

Die Umsetzung des Forschungsprojektes obliegt damit einer in der deutschen Forschungslandschaft noch selten anzutreffenden Mischung aus Kompetenz in der Rezeptionsforschung und filmisch-künstlerischer Expertise.

2. Phase

Ziel: Entwicklungprototypischer regionalspezifischer audiovisueller Innovations-Narrative mit Themen aus den Handlungsfeldern und aus der Region, zusammen mit Lehrer*innen, Erzieher*innen und jungen regionalen Akteur*innen aller sozialer Milieus, um einen Impuls für einen positiven Veränderungsprozess zu geben.

Das Einzelvorhaben „Partizipation und Audiovisuelle Kommunikation: Prototyp regionale Innovations-Narrative (PRINA)“ setzt direkt an die Starterphase an. Es möchte junge Menschen aus der Umsetzungsregion aktiv zum Mitmachen aufrufen und über Workshops dazu befähigen, selbständige, aktive Kommunikator*innen von Innovationen in der Region zu werden. Zielgruppe sind vor allem an Kinder und Jugendliche (8-18 Jahre), unter deren Abwanderung die Region am meisten leiden würde. In einem mehrmoduligen Empowerment-Workshop soll erprobt werden, wie Schüler*innen zusammen mit Lehrer*innen forschend den Blick auf ihre Region richten und eigenständig Narrative zu den Innovationen in Form von Filmclips produzieren können. Dieser Prozess wird eng durch eine Evaluation der Prototypen begleitet.

Über eine anschließende Distribution der Innovations-Narrative sollen die gesamte Regionalbevölkerung (Kinder/ Jugendliche & deren Eltern, Großeltern und Nachbarn als Multiplikator*innen) sowie Investor*innen angesprochen und ermuntert werden, aktiv zum Wandel in der Region beizutragen. Testläufe zur analogen Distribution tragen nicht nur zur Sichtbarkeit, Akzeptanz und Verbreitung in der Region bei, sondern ermöglichen es auch, Aussagen über die Entwicklungsbedarfe in der Region zu treffen, zu den förderlichen und hemmenden Bedingungen der Innovationskultur. Dabei ergeben sich folgende Forschungsfragen:

Welche prototypischen zielgruppenaffinen audiovisuellen Innovations-Narrative lassen sich von Akteur*innen aus und in der Region selbst produzieren, sofern Kinder und Jugendliche als Moderator*innen und Filmemacher*innen eingesetzt werden? Welches Wissenstransferniveau lässt sich durch einen modellhaften mehrmoduligen Workshop für Lehrer*innen, Erzieher*innen und junge Akteur*innen aus der Region innerhalb des Projektzeitraumes erreichen? Welche Modelle und welche Unterstützung benötigen insbesondere Lehrer*innen und Erzieher*innen, sofern junge Akteur*innen aus der Region als Moderator*innen und Filmemacher*innen eingesetzt werden? Welche logistischen und kooperativen Maßnahmen sind für die produzierenden Regionalakteur*innen notwendig? Welche Anpassungen an die audiovisuellen Formate sind ggf. nötig, um sie von Akteur*innen aus und in der Region produzieren zu lassen? Welche Technik ist in der Region verfügbar? Gibt es auch niedrigschwellige Möglichkeiten, Produktionen auf semi-professioneller Ebene zu erstellen? Welche Akteur*innen/ Medienmacher*innen und Institutionen aus der Region kommen sonst noch als (Co-)Produzent*innen in Frage? Wie lässt sich nachweisen, dass Kooperationen und interdisziplinäre Netzwerkbildung für den Weiterbestand der Narrative in der Region wichtig sind?

PRINA möchte mehrfach zum innovationsgetriebenen Strukturwandel der Region beitragen. Besonders wichtig ist es, einer möglichst breiten Gruppe Innovationsthemen zu vermitteln, die noch nicht zu den Innovationstreibern in der Region gehören. Daher sollen v.a. von Lehrer*innen, Ausbilder*innen, Kindern und Jugendlichen aus der Umsetzungsregion befähigt und motiviert werden, auch nach Ende der Fördermaßnahme nach diesem Modell selbständig regionalspezifische Innovations-Narrative in der Region zu produzieren. Daher ist nicht nur die Identifikation von Modellen essentiell, die Synergien erzeugen und eine Produktion von audiovisuellen regionalspezifischen Innovations-Narrative längerfristig durchführbar und finanzierbar machen, sondern auch der Kompetenzaufbau hinsichtlich der Digitalisierungbei den Lehrer*innen und Schüler*innen aller sozialen Gruppen.

Die Entwicklung von audiovisuellen prototypischen Innovations-Narrativen (PRINA) dient dazu, emotionale Zugänge und positive Zuschreibungen für Innovationsideen in der Region zu entwickeln, die Menschen in der Umsetzungsregion „mitzunehmen“ und nicht „abzuhängen“, sondern sie stattdessen zu befähigen, längerfristig selbst zu aktiven Kommunikatoren von Innovationen in der Region zu werden.

PRINA versteht sich damit als Initiator eines Prozesses, in dessen Verlauf sich bestehende Netzwerke der Zivilgesellschaft in Kooperation mit Akteur*innen aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft sowie kommunalen Bildungsträgern wie Schulen, Kitas und Hochschulen bereit erklären, Innovations-Narrative dauerhaft gemeinsam weiter zu erstellen und zu verbreiten. PRINA trägt dadurch zum innovationsgetriebenen Strukturwandel der Region Uecker-Randow – Uckermark – Barnim bei.

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