Sehsüchte 2026 - Preisträger*innen

Die Preise aus den 13 Sektionen sind insgesamt mit einem Wert von 37.000 € dotiert.

Sehsüchte 2026 (opens enlarged image)

Am Samstag, den 25. April 2026, wurden auf der feierlichen Preisverleihung unter Beisein von zahlreichen Jurymitgliedern, Filmemacher:innen, Festivalpartner*innen und Publikum die Preisträger*innen und Gewinnerfilme des 55. Internationalen Studierendenfilmfestivals Sehsüchte gekürt. Die Preise aus den 13 Sektionen sind insgesamt mit einem Wert von 37.000 € dotiert.

Hauptprogramm: Spielfilm
Den Preis für den besten Spielfilm, gestiftet von Pharos- The Post Group, gewann Los Murciélagos Han Abandonado El Campanario (The Bats Have Left The Belfry) (Spanien, 2025, Alfonso Bernal Asensio & Manuel Bernal Asensio). Auf 16mm wird eine poetische Geschichte über Vergänglichkeit, Sehnsucht und Hoff nung erzählt. Genregrenzen werden dabei spielerisch überschritten. Besonders beeindruckt war die Jury von den liebevoll gestalteten Figuren, der choreografi erten Bildsprache und der emotionalen Tiefe, die den Film zu einer berührenden Hommage an Erinnerungen und das Filmmedium machen.
Einen bleibenden Eindruck machte ebenso der Film Lady Attila (Frankreich, 2025, Apolline Andreys), dem der Preis für die herausragende künstlerische Leistung verliehen wurde. Gestiftet wurde der Preis vom Pandora Filmverleih. Der Film begeistert durch seine lebensbejahende, energiegeladene Ausstrahlung und erzählt mit einer ungewöhnlichen Hauptfigur eine inspirierende Geschichte über Mut, Selbstbestimmung und Authentizität. Besonders betonte die Jury auch die kreative Eigenleistung der Filmemacherin, die als Regisseurin, Hauptdarstellerin und Drehbuchautorin agierte.
Besondere Erwähnung erhielten die Filme Memorare (Philippinen, 2025, Pia Velonza), bei dem die Jury die freie und bewegende Form der Narration und Perspektive begeisterte, und Élő Kövek (Living Stones) (Ungarn, Österreich, 2025, Jákob Ladányi Jancsó), der die Jury aufgrund der sensiblen Erzählung über Trauma, Hoff nung und Enttäuschung tief berührte.

Hauptprogramm: Dokumentarfilm
Aus einer hervorragenden Auswahl an Filmen wurde Those Who Are Left (Deutschland, 2025, Jonathan Brunner & Laura Hornberger) der Preis als bester Dokumentarfilm überreicht. Der Preis wurde vom rbb gestiftet. Mit großer Sensibilität erzählt das Werk von Verlust, Trauer und intergenreationellem Trauma und verzichtet dabei bewusst auf Dramatisierung, um Raum für echte Emotionen zu schaffen. Seine stille, eindringliche Beobachtung und die
mutige, menschliche Perspektive machen das Werk zu einer nachhaltig wirkenden Erfahrung, die zentrale Fragen nach Erinnerung, Gerechtigkeit und dem Weiterleben verhandelt. Den Preis für herausragende künstlerische Leistung erhielt Nichts bleibt und Nichts verschwindet (Deutschland, 2026, Paul Sonntag), der mit seinem mutigen und entschleunigten Blick gesellschaftlichen Wandel eindringlich erfahrbar macht. Das Werk beeindruckt besonders durch seine präzise, poetische Bildsprache, das immersive Sounddesign und die stille politische Aussage. Der Preis wurde von Nico Hofmann Film Consulting & Development gestiftet.
Neben den Gewinnerfilmen wurden Schmetterlingskatze (Deutschland, 2025, Anton Noa Hartmann & Tessa Weber) und Soixante-sept millisecondes (Sixty-seven Milliseconds) (Frankreich, 2025, Fleuryfontaine) besonders von der Jury hervorgehoben.

Social Impact: Engagierter Film
Für den Preis als bester engagierter Film wurde von der Jury Was wir nur einander sagen (Deutschland, Österreich, 2025, Lea El Attal & Anton Augsten) ausgewählt. Der Preis wurde von der Verwertungsgesellschaft der Film und Fernsehproduzenten gestiftet. Der Film zeichnet ein komplexes Porträt von der Beziehung zwischen Menschen und Technologie. Auf intelligente und wertfreie Weise wird der Frage nachgegangen, was Nähe und Intimität
ausmacht.
Neben den Gewinnerfilmen wurden außerdem Papa’s Finger (Südkorea, 2025, Yoon-Hee-Son) und Friedefreude Erzgebirge (Deutschland, 2025, Paula Baierlein, Jonathan Bar-am & Kilian Kämper) von der Jury besonders hervorgehoben.

Animationsfilm
Den Preis für den besten Animationsfilm gewann Floating (Serbien, Kroatien, Deutschland, 2025, Jelena Milunovic). Traumhaus Studios stiftete den Preis. Als einfühlsame und poetische Auseinandersetzung mit Themen wie Verlust, Vergänglichkeit und familiärer Verbundenheit behandelt das Werk universelle Erfahrungen, die in einer bewegenden, hoff nungsvollen Geschichte einen Sog entfalten, der lange anhält.
Eine besondere Erwähnung erhält The Undying Pain of Existence (Deutschland, 2025, Oscar Jacobson), für die urkomische Auseinandersetzung mit dem Thema Kreativität und wie wahre Inspiration entsteht, wenn man die erstickenden Grenzen von Institutionen sprengt.

Future: Kinder- und Jugendfilm
Aus der Sektion Future wurde Im Kreis (Österreich, 2025, Zoe Schmidt) als bester Kinderfi lm ausgewählt. Gestiftet wurde der Preis von der Oberbürgermeisterin der Stadt Potsdam. Der Film zeigt auf eindrucksvolle Weise die Realität von Mobbing an Schulen und dass Betroff ene kaum Chancen haben, sich zu wehren. Letztendlich überzeugten auch die schauspielerischen Leistungen und die einfühlsame Darstellung der inneren Zerrissenheit einer Figur.
Der Film Langue de Chat (Frankreich, 2025, Sarah Legras-marie, Alexia Monnier, Timothée Beauville, Sibylle Bank De Loof, Assia Le Tellier, Cindy Ly & Al Charvet) erhält eine besondere Erwähnung aufgrund der hochwertigen Animation, dem fantasievollen Narrativ und der starken emotionalen Zugänglichkeit zu den Figuren.
Der Preis für den besten Jugendfi lm, gestiftet vom Studio Zentral, wurde an Out Of Sync (Österreich, 2025, Adam Baroud) verliehen. Der Film erzählt authentisch den Leistungsdruck vieler Jugendlicher und vermittelt trotz des ernsten Themas eine hoff nungsvolle Botschaft, an Träume zu glauben und weiterzukämpfen. Besonders überzeugen die vielschichtigen Perspektiven, die unterstützende Freundschaft, der spannende Aufbau mit Zeitsprüngen und das off ene Ende, das lange nachwirkt.
Daneben werden die Filme Boy, I’m scared (USA, 2025, Lindsey Tenaglia) und Tigerlächeln (Land, Jahr, Stella Fachinger) von der Jury besonders hervorgehoben. Tigerlächeln überzeugt, weil er auf einfühlsame Weise gesellschaftlich relevante Themen wie Armut und vorschnelle Urteile sichtbar macht, während Boy I’m scared das Thema Tod überraschend leicht und tröstlich inszeniert und dabei mit stimmungsvoller Musik und Ästhetik berührt.

Virtual Reality
Als bestes Virtual Reality Projekt wurde Shadow (Großbritannien, China, 2025, Yingying Liu) ausgezeichnet. Dieser Preis wurde vom Studio Babelsberg gestiftet. Hier wird eine vertraute Geschichte in einen nachwirkenden Denkanstoß verwandelt und dabei echte Handlungsfreiheit durch innovative Interaktion und verzweigte Erzählweise vermittelt. Die klug gestaltete, immersive Erfahrung nutzt die Möglichkeiten von VR eindrucksvoll und schafft eine fesselnde Balance zwischen emotionaler Nähe und Distanz.

Schreibsüchte
In der Sektion Schreibsüchte erhielt Hyper Baby (Deutschland, Romina Küper) den Preis für das beste Drehbuch, der von der LaSiala Entertainment gestiftet wurde. Das Werk überzeugt durch seinen kraftvollen Rhythmus, seine Leidenschaft und seine Fähigkeit, eine lebendige, fesselnde Welt mit authentischen Figuren zu erschaff en. Es bleibt kompromisslos in seiner eigenen, originellen Stimme und verbindet spielerische Leichtigkeit mit ernsthaften Themen, die generationenübergreifend berühren.
Als bester Pitch wurde Föhnfi eber (Deutschland, Lucas Ackermann) aufgrund seines starken und überzeugenden Konzepts ausgezeichnet. Der Preis wurde vom Erich Pommer Institut gestiftet. Die Jury hebt ebenfalls das Projekt Kasimir (Deutschland, Fränzi Heinrich & Kira Duckwitz) besonders hervor.

Musikvideo
Als Bestes Musikvideo wurde Spiderweb (Deutschland, 2025, Bela Moritz) ausgewählt. Gestiftet wurde der Preis von artefakt.mov & silkrock. Das Video hat mit einer klaren, starken Idee die Stimmung und Aussage des Songs nicht nur visuell übersetzt, sondern eindrucksvoll erweitert und unvergesslich gemacht. Trotz begrenzter Mittel überzeugte das Werk durch eine frische, persönliche Interpretation bekannter Motive und hohe handwerkliche Qualität.

Publikumspreis: Experimentalfilm
Der Publikumspreis ging an Technische Störung (Deutschland, 2025, Paul Baumeister) und wurde mit einem Wert von 1.500 € von Heberling Digital gestiftet.

Wir senden allen Preisträger*innen unsere herzlichen Glückwünsche und danken Ihnen für dieses Erlebnis!

Die Filmstills finden Sie hier: https://drive.google.com/drive/folders/1n7VjgcD7Reha3TIFlPL_1uGF01IZyPCW

Die Pressemitteilung zum Download