Das medienwissenschaftliche Dissertationsvorhaben widmet sich einer Annäherung an die technologische Bedingung des gegenwärtigen Live Streamings und konzentriert sich dabei auf eine medienphilosophische und machtkritische Betrachtung menschlicher Existenzweisen.
Der Fokus liegt auf einer (post) phänomenologischen und medienontologischen Beschreibung der Beschaffenheit der sozio-medialen, technologischen Umgebung und Begriffsentwicklung des ‚Im-Stream-Seins‘ (Heidegger 1967; Hörl 2003a). Begleitend dazu wird eine relational-materielle, anthropomediale Untersuchung und Begriffsentwicklung ‚live-gestreamter Existenzen‘ vorgenommen, die sich mit den verstrickten, fluiden, relationalen, mediatisierten Existenzweisen und Subjektivierungsprozessen befasst, durch die die Figuration der Streamer*innen hervorgebracht wird (Barad 2007; Haraway 1995; Voss, Engell, und Othold 2023). In einer machtkritischen und feministischen Analyse sollen die technologisch bedingte Umgebung des ‚Im-Stream-Seins‘ sowie Prozesse der ‚live-gestreamten Existenz‘ kritisch diskutiert, eingeordnet und evaluiert werden. Um die Betrachtung zu stützen, werden exemplarisch Ausschnitte aus Livestreams und Interviews mit Streamer*innen hinzugezogen.
Das Ziel der Dissertation besteht darin, eine fundierte medienphilosophische und machtkritische Beschreibung der Bedingungen, Umgebungen und Prozesse der menschlichen Existenzweise des ‚Live-Seins‘ zu entwickeln und Erkenntnisse zu den Spannungsfeldern zwischen Technologie, Subjektivierung und Machtstrukturen im digitalen Kontext des gegenwärtigen Live Streamings zu gewinnen.
Zur Person:
Katharina Kücke ist akademische*r Mitarbeiter*in am Lehrstuhl für audiovisuelle Medienwissenschaft an der Filmuniversität Babelsberg und forscht schwerpunktmäßig zu medienphilosophischen und feministischen Theorien.
2013 schloss Katharina ein Bachelorstudium in Medien- und Theaterwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum ab und studierte anschließend den Erasmus Mundus Master Journalismus, Medien und Globalisierung an der Dänischen Schule für Journalismus sowie an der Aarhus Universitet und der Universität Hamburg.
Im Anschluss an den Master arbeitete Katharina unter anderem fünf Jahre als Journalist*in (u. a. für ZDF, NDR, Funk, Watson, L-Mag) und geht seit 2021 nebenberuflich einem zweiten Bachelorstudium in Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin nach.


