Fractured Earth

Fractured Earth ist eine dreikanalige Videoinstallation, die Diffraktion als künstlerisches und theoretisches Verfahren einsetzt, um filmische Porträtkunst neu zu konfigurieren und jede kohärente Position des Betrachters zu destabilisieren. Mit Schlamm als materieller Achse und der Gegenüberstellung von dokumentarischen und spekulativen Zeitlichkeiten untersucht das Werk die Spannungen zwischen Arbeit, Ökologie und ländlicher Prekarität und schlägt ein posthumanes Modell des Films vor, das auf ontologischer Unbestimmtheit basiert.

Projektbeginn:
2026
Projektabschluss:
2026

 

Fractured Earth ist eine 3-Kanal-Videoinstallation, die sich mit Diffraktion als künstlerischem und theoretischem Verfahren im Bereich der Filmporträtkunst auseinandersetzt. Ausgehend vom feministischen New Materialism und kritischen Posthumanismus betrachtet sie Porträtkunst nicht als reflektierendes Mittel, sondern als diffraktive Konfiguration, in der verkörperte Erfahrungen neu konfiguriert, fragmentiert und rekonstituiert werden. Ein solcher Ansatz stellt die Stabilität einer kohärenten Zuschauerposition in Frage und rückt ein Filmemachen in den Vordergrund, das in ontologischer Unbestimmtheit verwurzelt ist. Indem es phänomenologische Darstellungen des Films hinterfragt, positioniert sich das Projekt innerhalb aktueller Debatten im kritischen Posthumanismus.

Der Film porträtiert eine ländliche Ziegelherstellerin in Misiones, Argentinien, und stellt dokumentarische Bilder ihrer Arbeit einem spekulativen zukünftigen Ökosystem gegenüber, das von keramischen Wesen bewohnt wird, die als Überlebensinfrastrukturen dienen, sowie wissenschaftlichen Untersuchungen von Schlamm als fossiler Materie. Diese heterogenen zeitlichen und materiellen Schichten fungieren als diffraktives Dispositiv, das den Zuschauer dazu einlädt, sich auf wechselnde Wahrnehmungsdynamiken einzulassen und an der generativen Konstruktion des Porträts teilzunehmen.

Schlamm dient als zentrales Material und konzeptionelle Achse: Er ist gleichzeitig produktiv und destruktiv und verkörpert die Spannungen zwischen Arbeit, ökologischer Krise und Formen ländlicher Prekarität. Seine taktile Präsenz führt eine körperliche Dimension ein, die die Beziehung zwischen Betrachter, Bild und räumlicher Konfiguration vermittelt. Durch diese materielle Linse thematisiert der Film umfassendere sozioökologische Dynamiken – informelle Ökonomien, feministische Arbeit, ökologische Vulnerabilität und die gegenseitige Abhängigkeit verschiedener Spezies – und positioniert das Werk damit in dringenden globalen Debatten über Nachhaltigkeit und Überlebensfähigkeit. Durch die Integration von künstlerischer Produktion und theoretischer Reflexion leistet das Projekt einen Beitrag zur zeitgenössischen Kunstforschung und schlägt Diffraktion als kritisches Arbeitsmodell für das posthumane Cinema vor.

 

Projektleitung : Florencia Almirón | Promovendin im wissenschaftlich-künstlerischen Promotionsprogramm der Filmuni

Camera: Camila Costa, Georgina Pretto, Florencia Almirón

Edition: Lautaro Colace, Manuela Aguilar

Production: CASA Productora Misiones Argentina

Cooperation Partner: IFA Institut für Auslandsbeziehungen

floralmironster(at)gmail.com