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Babelsberger Filmerbe erhält Sammlungsbau und Schaudepot

Kulturministerin Schüle präsentiert zur Grundsteinlegung zusammen mit Filmuni-Präsidentin Stürmer und Museumsdirektorin Handke ein ambitioniertes Bebauungskonzept zur Sicherung der Sammlungen des Filmmuseums Potsdam

Kulturministerin Manja Schüle hat heute anlässlich der Grundsteinlegung die Bedeutung der Sammlungen des Filmmuseums, einem Institut der Filmuniversität Babelsberg, betont. Zusammen mit Professorin Stürmer, Direktorin Handke, Baudezernent Rubelt und Herrn Schatz, Chef des Filmparks, stellte sie die umfangreichen Pläne für den Neubau zur Sicherung der filmischen Kulturgüter des Filmmuseums vor.

Kulturministerin Schüle: Mit dem Neubau erhalten die Sammlungen des Filmmuseums Potsdam endlich die versprochenen modernen Räumlichkeiten. Noch befinden sich die filmischen Kostbarkeiten in der Pappelallee unter schwierigen und unzureichenden baulichen Bedingungen. Das Land Brandenburg ändert das. An ihrem neuen Standort werden die Sammlungen einerseits dazu beitragen, dass die Filmuniversität Babelsberg ihr in den letzten Jahren so erfolgreich entwickeltes sichtbares Forschungs- und Lehrprofil Film in seinen historischen, aktuellen und zukünftigen Dimensionen weiter entfalten kann. Anderseits bilden die Sammlungen das „Rückgrat“ des Filmmuseums Potsdam, sein Kapital und sind weiterhin unerlässlich für sein Profil.Die Sammlungsexponate geben Zeugnis und Einblicke in die Filmgeschichte. Deshalb sichern und bewahren wir dieses Kulturgut für zukünftige Generationen.“

Professorin Stürmer (Präsidentin Filmuniversität): „Dass die Sammlung des Filmmuseums Potsdam nun direkt gegenüber der Filmuniversität hervorragende Räumlichkeiten erhält, ist ein weiterer Meilenstein in der Stärkung der Rolle unserer Hochschule am Medienstandort Babelsberg. Wir sind nicht nur ein weltweit renommierter Ort der Filmkreation und -produktion, sondern auch der Filmforschung- und des Transfers: Von der besseren Zugänglichkeit der einzigartigen Sammlung wird sowohl die interessierte Öffentlichkeit profitieren, als auch Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus aller Welt. Wir danken dem Land Brandenburg, dass dieses ambitionierte Vorhaben umgesetzt werden kann.“

Frau Handke (Direktorin Filmmuseum Potsdam): „Mit dem Sammlungsneubau erhält das Filmmuseum den dringend benötigten Zuwachs an Nutzungsfläche, klimatisierte Magazine sowie Werkstätten und Bearbeitungsräume nach gültigen konservatorischen Standards. Ein Schaudepot wird der Öffentlichkeit den Zugang zu einigen der Schätze ermöglichen. Seminarräume und ein komfortabler Lesesaal mit Bibliothek schaffen hervorragende Bedingungen für die Forschung und Lehre und ermöglichen eine noch intensivere Zusammenarbeit mit Studierenden und Lehrenden der Filmuniversität. Die künftige Verortung der Sammlungen am Medienstandort wird ganz neue Synergien schaffen und die Ausrichtung des Filmmuseums hin zu einem modernen Medienmuseum stärken.“

Seit 1995 befinden sind die Sammlungen des Filmmuseums in der Pappelallee. Die derzeitigen Flächen reichen bei weitem nicht mehr aus, um die wachsenden Sammlungen unterzubringen. Zudem können die Objekte nicht nach den notwendigen klimatischen Bedingungen archiviert werden. Mit einem Neubau in der Potsdamer Marlene-Dietrich-Allee, der doppelt so viel Fläche zur Verfügung stellt wie bisher, kann nun optimal auf die spezifischen Erfordernisse der Sammlung eingegangen werden. Durch die Nähe zur Filmuniversität entstehen zudem Synergien im Bereich Forschung und Lehre. Mit einem öffentlichen Schaudepot mit wechselnden Exponaten können sowohl Besucher des Filmparks als auch Gäste des Archivs profitieren. Durch die Lage und Sichtbarkeit erhöht sich die Attraktivität des Standortes und der Stadt Potsdam als UNESCO Creative City of Film weiter.

Die Sammlungen konzentrieren sich auf die Film- und Kinogeschichte sowie die Geschichte der Film- und Kinotechnik Deutschlands, besonders auf die Entwicklung der Babelsberger Filmstudios seit 1912 bis in die Gegenwart. Ein Schwerpunkt liegt auf der Film- und Kinokultur der sowjetischen Besatzungszone, der DDR (DEFA-Betriebe) und deren Künstler, die überwiegend in dieser Zeit künstlerisch tätig waren. Ziel ist es die Entstehungsgeschichte von Filmen und ihrer öffentlichen Wirkung sowie die Biografien der Filmschaffenden umfassend und lückenlos zu dokumentieren.

Pressemitteilung 195/2020 des MWFK vom 17. August 2020