Die Glamour-liebende Chaosstifterin mit Down Syndrom, die kleinwüchsige Rechtsmedizin-Assistentin, der zehnjährige Fußballfan mit Autismusspektrumsstörung – man findet sie nicht oft, aber es gibt sie: Figuren mit Behinderung in deutschen Kino- und Fernsehkomödien. Anhand ihrer möchte ich die besondere Beziehung zwischen Komik und Figuren mit Behinderung untersuchen.
Wie wird Behinderung durch Komik dargestellt? Welche Komikformen werden benutzt? Wer lacht, über wen oder was, und was ist daran witzig? Lassen sich Muster erkennen? Gibt es wiederkehrende Stereotypen? Die zugrundeliegende Forschungsfrage lautet, ob ausgerechnet Komik dazu beitragen kann, Stigmata über Behinderung abzubauen.
Diesem Forschungsvorhaben widme ich mich von Seiten der 1985 von Davit Hector formulierten Komik-Klassifikation „Theories of Humor“ sowie einer Fokusgruppe aus Menschen mit Behinderung.
Am Ende soll eine Serie entstehen, in der Figure mit und ohne Behinderung nebeneinanderstehen und alle gleichberechtigt durch den Kakao gezogen werden.
Zur Person:
Paul Bullinger studierte Szenisches Schreiben an der UdK Berlin und der Swinburne University Melbourne. Nach mehrjähriger Arbeit als Aufnahme- und Produktionsleiter folgte ein Masterstudium in Film- und Fernsehproduktion, bei dem er sein Interesse an Stoffentwicklung und Producing verband. Im Folgenden arbeitete er als Autor und Development Koordinator bei der Zeitsprung Pictures. Bereits in seiner Masterarbeit beschäftigte er sich mit Komik; momentan schreibt er eine Tragikomödie fürs Kino sowie eine Fernsehkomödie. Seit 2024 unterrichtet und promoviert er an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF.


