Studienverlauf

Das Vollzeit- und Präsenzstudium ist sowohl wissenschafts- als auch praxisorientiert. Es verschafft einen Überblick über alle Facetten des Filmerbes und setzt einzelne Schwerpunkte im Bereich der Erinnerungskultur, des Kuratierens und der Wiederverwendung von Archivmaterial. Zudem besteht ein Dozentenaustausch mit dem Studienschwerpunkt Restaurierung von audiovisuellem und fotografischem Kulturgut der HTW Berlin. Projekte der Lehrforschung umfassen beispielsweise den Aufbau einer studiengangsinternen internationalen Datenbank der Filmerbeinstitutionen, die Rekonstruktion von verschollenen Filmtrailern der Stummfilmzeit oder Beiträge zum Weblog Memento Movie. Zum Studium gehören auch Exkursionen zu verschiedenen Filmfestivals (z.B. DOK Leipzig, Il Cinema Ritrovato) sowie die Organisation von Events wie dem UNESCO-Tag des audiovisuellen Erbes, dem Home Movie Day oder der Retrospektive des Studierendenfilmfestivals Sehsüchte.

Gegenstände des Studiums in den ersten beiden Semestern sind: 

  • Filmerbe und Audiovisuelle Erinnerungskultur
  • Medienarchäologie
  • Filmgeschichte und filmgeschichtliche Quellenarbeit
  • Materialität des Films
  • Transformation von analog zu digital
  • Wiederverwendung von Archivmaterial (in dokumentarischen und künstlerischen Kontexten)
  • Kuratieren für Museen, Kinos, Festivals
  • Strategien des digitalen Zugangs
  • Filmvermittlung

Ausgewählte Arbeitsbeispiele aus unserer Studienwerkstatt können Sie hier einsehen. Auf derselben Seite können Sie sich auch über die Projekte näher informieren, an denen sich unsere Studierenden beteiligen können.

Im Rahmen der Lehre sowie in Veranstaltungsformaten außerhalb der Lehre begrüßen wir immer wieder Gäste aus Wissenschaft und Arbeitspraxis zu unterschiedlichen Themen, bislang u.a. Mario Alves (Kleines Filmbüro Gießen), Frank Becker (Vorsitzender, Medienarchiv Bielefeld – Frank-Becker-Stiftung), Guy Borlée (Festivalkoordinator, Il Cinema Ritrovato, Bologna), Bernd Brehmer (Kurator, Werkstattkino München), Dr. Olaf Brill (Filmhistoriker und Autor, Bremen), Prof. Dr. Heiko Christians (Universität Potsdam), Prof. Dr. Michael Cowen (University of St. Andrews), Oliver Danner (Tonrestaurator u.a. am Bundesarchiv, Berlin), Gustav Deutsch (Filmemacher und Medienkünstler, Wien), Prof. Dr. Jan Distelmeyer (FH Potsdam), Stefan Drößler (Leiter, Filmmuseum München / künstlerischer Leiter, Bonner Sommerkino – Internationale Stummfilmtage Bonn), Georg Eckes (wissenschaftlicher Mitarbeiter im Referat Film-IT, Bundesarchiv, Berlin), Ralph Eue (Filmpublizist und Kurator, Berlin), Prof. Dr. Vinzenz Hediger (Goethe Universität Frankfurt am Main), Dr. Adelheid Heftberger (Referatsleiterin Filmbenutzung, Bundesarchiv, Berlin / stellvertretende Leiterin der Cataloguing and Documentation Commission der FIAF), PD Dr. Franziska Heller (Filmwissenschaftlerin, derzeit FONTE-Gastprofessorin an der Filmuniversität Babelsberg), Bernhard Gugsch (Bonner Kinemathek), Dr. Kay Hoffmann (wissenschaftlicher Leiter, Haus des Dokumentarfilms, Stuttgart), Ulrich Illing † (Toningenieur, ehemaliger Leiter der Tontechnikabteilung der DEFA und Betreiber des Kleinen Tonfilmmuseums am Studio Babelsberg, Potsdam), Kristina Jaspers (Kuratorin an der Deutschen Kinemathek, Berlin), Wolfgang Klaue (ehemaliger Direktor des Staatlichen Filmarchivs der DDR und Präsident der FIAF sowie später erster Vorsitzender der DEFA-Stiftung), Cornelia Klauss (damals medienpolitische Sprecherin, Bundesverband Kommunale Filmarbeit, Frankfurt a.M./Berlin), Dr. Nico de Klerk (Filmhistoriker u.a. am Ludwig Boltzmann Institute for Digital History, Wien), Dr. Eva Knopf (Filmemacherin und Filmwissenschaftlerin, Universität Hamburg), Prof. Dr. em. Klaus Kreimeier (Medienwissenschaftler und Ko-Initiator der Kampagne Filmerbe in Gefahr!, Berlin), Michael Kuball (Filmemacher und Autor sowie Geschäftsführer von La Camera Stylo - The People's Film Archive, Hamburg), Frederik Lang (Filmwissenschaftler und Kurator, Berlin), Dr. Claus Löser (Leiter, ex.oriente.lux Experimental-Filmarchiv-Ost / Kurator, Kino in der Brotfabrik, Berlin), Prof. Dr. Laurence McFalls (Université de Montréal / Projektleiter, Open Memory Box), Anke Mebold (Filmrestauratorin, DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Frankfurt/Wiesbaden), Dr. Richard Misek (Filmemacher und Filmwissenschaftler, University of Kent), Dr. Felix Moeller (Filmemacher und Historiker, Blueprint Film, München), Michael Palm (Filmemacher, Wien), Franziska Pierwoss und Siska (KINO Projekt, Berlin), Hermann Pölking-Eiken (Experte für historische Amateurfilme, Bremen/Berlin), Monika Preischl (Archive Researcher und Producer, Berlin), Martin Reinhart (Filmtechnikhistoriker und Filmemacher, Wien), Céline Ruivo (damals leitende Filmarchivarin und -restauratorin an der Cinémathèque française, Paris, sowie Leiterin der Technical Commission der FIAF), Prof. Dr. Bénédicte Savoy (TU Berlin), Richard Siedhoff (Komponist und Stummfilmpianist, Weimar), Rüdiger Suchsland (Filmkritiker und Filmemacher, Berlin), Jeanette Toussaint (Ethnologin und Expertin für lokale Kinogeschichte, Potsdam), Thorsten Wagner (Medienkünstler, Hamburg), Julia Wallmüller (Filmrestauratorin, Deutsche Kinemathek, Berlin) und Anke Wilkening (damals Filmrestauratorin, Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, Wiesbaden).

Im dritten Semester spezialisieren sich die Studierenden im Rahmen der praktischen Projektarbeit in einem selbst gewählten Vertiefungsbereich. Zur Auswahl stehen neben dem In-Institut Filmmuseum Potsdam eine Vielzahl von Praxispartnern, die sich im zweiten Semester alle im Rahmen einer Ringvorlesung vorstellen.

Die Masterprüfung im vierten Semester setzt sich aus einer Masterarbeit und deren mündlicher Verteidigung zusammen. Im Anschluss besteht die Möglichkeit der wissenschaftlichen oder wissenschaftlich-künstlerischen Promotion. Zur Unterstützung der Promovenden gibt es Kolloquien und Summer Schools, die Moving History Akademie, die Schriftenreihen Film-Erbe und Cadrage sowie weitere Angebote im Brandenburgischen Zentrum für Medienwissenschaften (ZeM).

Die möglichen Arbeitgeber und Tätigkeitsfelder der Absolventinnen und Absolventen sind vielfältig. Als Arbeitgeber in Frage kommen beispielsweise neben den klassischen Filmerbe-Institutionen sowie allen Arten von Archiven, Museen und Bibliotheken auch Firmen mit eigenen audiovisuellen Sammlungen, das Fernsehen, Kinos, Festivals, Internet-Plattformen, Verlage, Produktionsfirmen oder kulturelle bzw. kulturpolitische Organisationen wie die UNESCO. Tätigkeitsfelder umfassen klassische archivarische Aufgaben, Leitungs- und Managementfunktionen, die Öffentlichkeitsarbeit, pädagogische Vermittlungsarbeit, das Kuratieren und Editieren in unterschiedlichen Umfeldern sowie Archive Research and Producing.