Filmkulturerbe

Der interdisziplinäre Masterstudiengang Filmkulturerbe befasst sich mit der Überlieferung von Filmen und mit ihrer Vermittlungsleistung als zentraler Kunstform des 20. Jahrhunderts und wichtiger Basis der heutigen digitalen Medien- bzw. gesellschaftlichen Erinnerungskultur.

Bewegte Bilder begleiten uns seit ca. 125 Jahren. Sie spielen eine immer größere Rolle im Alltag unserer Gesellschaft. Die Kontexte, in denen sie hergestellt und genutzt werden, die Techniken und Materialien, die dabei involviert sind, werden immer vielfältiger und komplexer. Die Anzahl an verschiedenartigen Filmen steigt täglich; ihre Halbwertszeit als Neuheit verfällt immer schneller. Jeder heute hergestellte Film gehört schon morgen zum Filmerbe. Gleichzeitig kann jeder „alte“ Film zu einem „neuen“ Film werden, sobald er wieder entdeckt und mit frischen Augen betrachtet wird.

Ein spezieller Fokus des Studiengangs liegt auf der Kuratierung, Editierung und Programmierung von historischen Filmen in verschiedenen Kontexten sowie auf der dokumentarischen, künstlerischen, wissenschaftlichen und kommerziellen Wiederverwendung von audiovisuellen Archivmaterialien. Die Integration des Anwendungsbezuges in das theoretische Studium wird gewährleistet durch das In-Institut Filmmuseum Potsdam und eine Vielzahl von Kooperationspartnern.

Erfahren Sie mehr über die Hintergrundgeschichte des Studiengangs in diesem englischsprachigen Aufsatz vom Studiengangsmitarbeiter Oliver Hanley (erschienen in: Synoptique - An Online Journal of Film and Moving Image Studies, Jg. 6, Nr. 1, Februar 2018)

Movies are the memories of our lifetime, we need to keep them alive.

Martin Scorsese

Im Spannungsfeld von Material und Geschichte, Erbe und Kanon, Archiv und Plattform, Remix und Found Footage entstehen immer mehr Arbeitsgebiete und Berufsbilder, für die dieser Studiengang qualifiziert. Diese möglichen Tätigkeitsfelder orientieren sich an folgenden Dimensionen des Filmerbes:

  • der sich ständig wandelnde Definition und Kanonisierung (z.B. Wissenschaft, Journalismus, Politik & Pädagogik)
  • der Bedeutung für das kulturelle Gedächtnis der Menschheit (z.B. UNESCO)
  • der Sicherung und Befundung, Restaurierung und Rekonstruktion (in allen Arten von öffentlichen und privaten Archiven)
  • der Katalogisierung und Kontextualisierung (Datenbanken, Metadaten)
  • der Institutionalisierung (Management und Öffentlichkeitsarbeit)
  • den medienpolitischen und medienrechtlichen Voraussetzungen
  • der Programmierung und Editierung in verschiedenen Medien (Kino, Festivals, Museen/Ausstellungen, Internet-Plattformen, DVD/Blu-ray, Fernsehen)
  • der Vermittlung (didaktische Materialien und Strategien)
  • der künstlerischen und dokumentarischen, wissenschaftlichen und kommerziellen Wiederverwertung von archivierten Materialien

Kulturerbe ist in erster Linie Wissen über dieses Erbe.

Markus Tauschek

Abschluss: Master of Arts (M.A.)

Regelstudienzeit: 4 Semester

Studienbeginn: Wintersemester

Studienplätze: 10

Unterrichtssprache: Deutsch

Büro des Studiengangs

Ulrich Illing (1945-2018)

Der Studiengang Filmkulturerbe trauert um Ulrich Illing, den „Tonmeister von Babelsberg“. Mit seinem großen Fachwissen und seinem Talent für dessen unterhaltende Vermittlung war er eine Attraktion für alle bisherigen Jahrgänge des Studiengangs. Der Besuch im von ihm gegründeten und betriebenen Kleinen Tonfilmmuseum (www.tonfilmmuseum-babelsberg.de) gehörte fest zum Auftaktprogramm der Erstsemester, die dort nicht nur eine Lektion in Filmgeschichte, sondern auch eine in Begeisterungsfähigkeit erhielten.